Auftreten
Was ist richtiges Risikoverhalten?
Ohne gewisse Risiken wäre unser Leben eintönig und fad. Zuviel Risiko kann jedoch schädlich und sogar lebensbedrohlich sein. Ein paar kleine Anregungen und Tipps verhelfen Ihnen zu einem ausgewogenen Maß an Risiko in Ihrem Leben.
Besonders Verkehrspsychologen haben das Problem der "Einstellung zum Risiko" untersucht. Die Kölner Wissenschaftler Schneider und Spoerer verglichen das Fahrverhalten und die Einstellungen unfallfreier und unfallbelasteter Autofahrer miteinander. Dabei wurden einige interessante Unterschiede festgestellt. So neigt der unfallreiche Faher zu riskantem Verhalten. Seine Risikofreude äußert sich in typischen Verhaltensweisen und Einstellungen zum Straßenverkehr:
- Wagemut und rasantes Fahren
- Keine Anpassung der Geschwindigkeit
- Unbekümmertes Drauflosfahren, starke Durchsetzungtendenz
- Geringes Verständnis für andere, Rücksichtslosigkeit
- Ablehnung vieler Verkehrszeichen
- Leicht aus der Ruhe zu bringen, aggressiv
- Teilweise erhebliche Überschätzung der eigenen Fähigkeiten
Natürlich lassen sich einige Rückschlüsse auf den Charakter des unvorsichtigen Menschen ziehen: Er kann sich selbst und die Umwelt mit ihren Gefahren schwer richtig einschätzen und baut auf seinen Erfolg, auch wenn dieser ungewiss ist. Der Unvorsichtige ist unbekümmert und sorglos, lebt für den Augenblick und plant seine Zukunft nur sehr vage oder gar nicht. Wenn Regeln und Gesetze seine Lebensfreude einschränken, missachtet er sie. Er ist leichtsinnig und findet sinnvolle Vorsichts- und Vorbeugungsmaßnahmen überflüssig. Anpassungsfähigkeit, Geduld, und hohe seelische Belastbarkeit sind nicht seine Stärken.
Leichtsinnige Menschen sind nicht so belastbar!
Der amerikanische Psychiater Dr. S.L. Brown kam zu dem Ergebnis, dass besonders drei Faktoren den leichtsinnigen, unvorsichtigen Menschen kennzeichnen:
- Geringes Beachten von Vorschriften
- Geringe Belastbarkeit in
Stress-Situationen - Schwache Frustrations-Toleranz (rasches Aufbrausen und aggressives Verhalten) nach Enttäuschungen oder Misserfolgen
Unvorsichtige Menschen besitzen ein starkes Geltungsbedürfnis. Das veranlasst sie, Gefahren zu missachten, um den Mitmenschen zu zeigen, was sie können und wie mutig sie sind. Dieses übersteigerte Geltungsbedürfnis führt auch dazu, dass die eigenen Fähigkeiten objektiv nicht richtig eingeschätzt werden. Der Unvorsichtige neigt also zur Überschätzung seiner Fähigkeiten.
Übervorsichtige haben weniger Lebensfreude
Aber auch Übervorsichtigkeit ist nicht ideal. Übervorsichtige stehen dem Leben pessimistisch gegenüber, sehen überall Gefahren und unternehmen selten etwas, das sie nicht bis ins kleinste Detail geplant haben. Dadurch büßen Sie Lebensfreude ein. Ängstlichkeit und das Bestreben, bestehende Normen und Regeln strikt einzuhalten, verschaffen dem übervorsichtigen Menschen auch im Kontaktbereich Nachteile. Er ist seinen Mitmenschen gegenüber eher misstrauisch, skeptisch und zurückhaltend eingestellt.
Die folgenden Tipps helfen Ihnen beim Umgang mit riskanten Situationen!
1. Fragen Sie sich in riskanten Situationen, warum Sie unvorsichtig sind.
2. Bedenken Sie bitte: Vorsicht ist kein Zeichen von Feigheit und Leichtsinn keines von Mut.
3. Wenn Sie es eilig haben und deshalb zum Beispiel risikoreicher fahren, sollten Sie sich klar machen, wieviel Zeit Sie durch einen Unfall verlieren würden.
4. Denken Sie daran, dass Sie nicht nur für sich selbst verantwortlich sind, sondern auch für Ihre Mitmenschen.
5. Unvorsichtiges Verhalten kann viel schlimmere Folgen haben als möglicherweise übertriebene Vorsicht. Das sollten Sie in einer riskanten Situation immer bedenken.
6. Tiere besitzen einen natürlichen Schutzinstinkt, der sie davor bewahrt, leichtsinnig zu sein. Der Mensch besitzt diesen Instinkt weniger ausgeprägt. Er muss also das richtige Verhalten in einer riskanten Situation rational abwägen.
7. Versuchen Sie, Ihr Verhalten der jeweiligen Situation anzupassen.
8. Ein Bedürfnis nach Risiko ist unnatürlich. Der Drang nach Sicherheit ist von Natur aus eigentlich größer.
9. Üben Sie sich in Selbstkritik. Dadurch passen Sie ihr Verhalten Ihren Möglcihkeiten und Fähigkeiten an.
10. Versuchen Sie Ihre psychische Ausgeglichenheit zu erhalten. Je ausgeglichener Sie sind, desto ausgewogener ist Ihr Risikoverhalten.









