Seitensprung
Seitensprünge - Mehr Sex in fremden Betten
Hörner aufsetzen, Seitensprung, offene Beziehung - für erotische Erlebnisse außerhalb der festen Partnerschaft gibt es viele Bezeichnungen. Seit Urzeiten bekannt, fast immer verpönt, gehört es heute für manche fast zum guten Ton. Damit nicht genug. Laut einer Umfrage unter jungen Menschen sind fast alle Männer und über zwei Drittel der Frauen schon fremdgegangen.
"Bis dass der Tod euch scheidet." Noch heute lässt dieser Satz vielen die Tränen in die Augen schießen. Und in der Tat gehört Treue für die meisten Menschen immer noch zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine glückliche Partnerschaft. Dennoch sind laut einer Umfrage unter jungen Menschen 94 Prozent der Männer und 73 Prozent der Frauen schon einmal fremdgegangen.
Vogelforscher: "Weibchen nehmen den Erstbesten"
Die Kirche sieht es so am liebsten, Verhaltensforscher waren sich lange darüber einig: Monogamie ist der Normalfall! Da sollen sich Tiere und Menschen nicht unterscheiden. Doch seitdem Genetiker in der Lage sind festzustellen, von welchem Vater der Nachwuchs stammt, ist bekannt: Die Natur hält nicht viel von Treue. Sexuell monogame Beziehungen kommen in der Tierwelt kaum vor. Nicht einmal bei Singvogelarten, die, so früher die Ansicht von Biologen, angeblich das ganze Leben mit dem gleichen Partner verbringen. "Irrtum", sagt das Max-Planck-Institut für Verhaltensmedizin in Seewiesen. "Die Weibchen nehmen sich den Erstbesten, damit sie einen haben."
Eine ähnliche "biologische" Strategie verfolgen auch Frauen. Das lässt eine großangelegte Befragung von 2.700 Engländerinnen vermuten. Demnach gehen Frauen bevorzugt während ihrer fruchtbaren Tage fremd. Also genau dann, wenn die Gefahr einer Schwangerschaft am größten ist. Noch erstaunlicher das Resultat von Blutgruppenanalysen in den USA und der Schweiz. Sie zeigen, dass hochgerechnet bei jedem zehnten Kind der Ehemann der Mutter nicht der leibliche Vater sein kann. Eine noch nicht veröffentlichte Studie geht sogar davon aus, dass dieses bei jedem sechsten Kind der Fall ist.
Zwischen Wirtschaftsgemeinschaft und Partnerhopping
Ende der sechziger Jahre stand die Treue das erste Mal auf dem Prüfstand. Die Generation der 68er lebte nach dem Spruch: "Wer zweimal mit demselben pennt, gehört schon zum Establishment." Die Aktivisten beklagten die Doppelmoral der bürgerlichen Familie, die nur auf das sexuelle Besitzstreben des Mannes abzielte. Verhaltensforscher widersprechen dem nicht. Trotzdem, so die Experten, war die Ehe über Jahrhunderte für beide Geschlechter vorteilhaft. Die Frau führte den Haushalt, der Mann stellte die finanzielle Versorgung der Familie sicher. Das gilt heute nicht mehr.
Die heutige Generation ist nicht mehr auf einen Partner angewiesen. Von dieser Unabhängigkeit profitieren vor allem die Frauen. Der Anspruch auf sexuelle Erfüllung ist längst nicht mehr alleiniges Privileg des Mannes. Ist die moderne Frau in ihrer Beziehung emotional und sexuell frustriert, geht sie entweder fremd oder verlässt ihren Partner, um sich einen neuen Mann zu suchen.
Die Pille als disziplinierender Faktor?
Beim Seitensprung bevorzugt die Frau übrigens den maskulinen Typ. Eher femininen Männern trauen sie dagegen bessere Qualitäten als Partner und Vater zu. Dieses Grundschema der Partnerwahl haben britische Mediziner in Experimenten mit 160 Frauen nachgewiesen, über die das Fachmagazin "Proceedings" der königlichen Gesellschaft in London berichtet. Frauen, die mit der Pille verhüten, zeigten in Experimenten dagegen nicht die typischen Vorlieben. Dies könnte mit dem durch die Pille veränderten Hormonhaushalt zusammenhängen, vermuten die Forscher.









