
Frust trotz Kindersegen
Wenn das Ehebett zur sexfreien Zone wird
Gerade frischgebackene Eltern zieht es abends sehnsüchtig in die Federn - zum Schlafen. Was tun, wenn mit der Elternschaft jede Leidenschaft auf der Strecke bleibt?
Noch vor einigen Monaten reichte ein tiefer Blick und die Funken sprühten. Nun, wo der Nachwuchs da ist, ist der nächtliche Gute-Nacht-Kuss zum erotischen Highlight des Abends geworden. Glaubt man den zahlreichen Beschwerden frustrierter Männer, sind gerade Frauen davon überzeugt, dass sexuelle Begierde und mütterliche Pflichten nicht unter einen Hut passen. Fakt ist jedoch, dass es keinen Grund gibt, den Kindern zuliebe zärtliche Bekenntnisse einzuschränken. Wenn Paare kein Geheimnis aus ihrer Zuneigung machen und sich offen küssen und umarmen, lernen die Kleinen von Anfang an, dass Zärtlichkeit etwas ganz Normales ist. Und auch die sonstigen gern genannten Gründe für das Erlöschen des Funkens lassen sich mit den richtigen Prioritäten und ein bisschen Planungstalent auflösen.
Alles eine Frage der Prioritätensetzung
Viele Eltern meinen, dass ihr Alltag schlichtweg keinen Raum für erotische Schäferstündchen lässt. Dabei werden am Abend noch einmal Handtücher gebügelt, Telefongespräche mit den besten Freunden geführt oder die Nachtstunden vor dem Fernseher verbracht. Selbst wenn der Tag keine ruhige Minute lässt - die meisten Eltern haben abends durchaus Zeit für prickelnde Aktivitäten. Und selbst wenn dafür eine Stunde vom Schlaf geopfert werden muss: Nach einem guten Orgasmus schläft man noch einmal besser und fühlt sich am nächsten Tag topfit und energiegeladen. Frühaufsteher lassen vielleicht lieber in den Morgenstunden die Kissen qualmen und stellen dafür den Wecker einfach ein bisschen vor.
Die Angst vor ungewollten Überraschungen
Die meisten Eltern teilen die Sorge, von ihren Kindern überrascht zu werden, wenn das Liebesspiel gerade in die Vollen geht. Nicht weniger unangenehm ist die ungewollte Entdeckung für die Kinder, die vieles lieber wollen, als mit der Sexualität ihrer in erster Linie asexuellen Versorger konfrontiert zu werden. Eltern, die solche Situationen vermeiden wollen, bleibt nur der Schritt nach vorn. Kinder verstehen, dass die Eltern Zeit für sich selbst brauchen und das Bedürfnis haben, hin und wieder ungestört zu sein, schließlich geht es ihnen selbst nicht anders. Regelmäßige "kinderfreie Zeiten", etwa in den Morgenstunden am Wochenende schaffen die nötige Privatsphäre und verhindern ungewollte Überraschungen. Zudem sollten sich sowohl Eltern als auch Kinder daran gewöhnen, anzuklopfen, bevor sie ein Zimmer betreten.
Kleine Auszeit mit prickelnder Wirkung
Das Gelingen des erotischen Schäferstündchens ist nicht immer nur eine Frage des passenden Zeitpunkts, sondern häufig außerdem der des richtigen Orts. Liegt das Schlafzimmer der Eltern direkt neben dem Kinderzimmer oder schläft das Kind gar am liebsten bei den Eltern im Bett, gibt es noch genügend andere Plätze in der Wohnung, die für die erotischen Aktivitäten genutzt werden können. Praktisch ist es natürlich, wenn gleich ein ganzes Haus zur Verfügung steht und der Dachboden oder der Keller mit einer eigenen Nische für kuschlige Stunden ausgestattet ist. Ansonsten tut es vielleicht auch das Badezimmer oder das Arbeitszimmer.
Garantiert belebend wirkt sich ein romantischer Abend auf das Sexualleben aus. Die Großeltern oder Freunde springen sicherlich gern ein und nehmen die Kinder in den Abendstunden oder über Nacht zu sich. Nun ist die Kreativität der Eltern gefragt. Ein ruhiger Ort, ein Picknick mit Leckereien und allem, wonach beiden der Sinn steht, schafft die beste Voraussetzung für erotische Spielereien direkt unter freiem Himmel oder an einem einsamen Ort, der weniger anfällig für nächtliche Temperaturstürze ist. Wenn ausreichend Zeit ist, kann auch ein Hotelbesuch in einer anderen Stadt oder eine Hütte am Strand über das Wochenende für aufregende Momente sorgen.









