
Streitereien unter Partnern verlängern das Leben
Über Gefühle sprechen und gesünder leben
Paare, die bei Meinungsverschiedenheiten nicht das Weite suchen, sondern offen über ihre Sorgen und negativen Gefühle sprechen, leben länger und gesünder.
Streiten ist ein menschliches Grundbedürfnis. Und wer in der Lage ist, Diskussionen offen und ehrlich auszutragen, kommt nicht nur schneller zum Ziel, sondern lebt laut einer Studie auch noch länger. Wer hingegen seinem Ärger keine Luft macht, schadet nachweislich seiner Gesundheit.
Das Forscher-Team um Professor Ernest Harburg von der University of Michigan School of Public Health untersuchte über 17 Jahre lang das Kommunikationsverhalten von 192 Ehepaaren. Die Forscher beobachteten, wie die Paare reagieren, wenn sie vom Partner verbal angegriffen werden. Unterdrücken sie ihre negativen Gefühle, oder lassen sie sich auf eine Diskussion ein? Harburg teilte die Paare anschließend in verschiedene Gruppen ein. In der ersten Gruppe wurden Paare zusammengefasst, bei denen beide Partner Ärger in sich hineinfraßen. In der zweiten Gruppe war nur einer der Partner nicht fähig, seinem Ärger Luft zu machen, und in der dritten Gruppe waren beide Partner gleichermaßen fähig, ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen.
Das Resultat der Langzeitstudie: In der Gruppe, in der sich beide Partner über Ärger ausschwiegen, war die Sterblichkeit aufgrund Krankheiten wie Bluthochdruck und Schlaganfälle während des Untersuchungszeitraums etwa doppelt so hoch wie in der Gruppe, in der sich nur ein Partner jedem Streit verweigerte. Bei 14 Prozent der Probanden waren sogar beide Partner von lebensbedrohlichen Krankheiten betroffen.
Wenn man Ärger unterdrückt, nagt es innerlich noch lange weiter. Und wenn man ihn nicht zügig auflöst, hat man langfristig ein gesundheitliches Problem", erklärt Harburg. Eine gesunde Streitkultur zählt dem Psychologen zufolge zu den wichtigsten Fähigkeiten, die Partner in einer Beziehung erlernen müssen.










