
Osteoporose - das schleichende Risiko
Knochendichtemessungen und weitere hilfreiche Maßnahmen
Knochenabbau beginnt langsam und endet über die Jahre bei vielen älteren Patienten in Knochenbrüchen mit oft tödlichen Folgen. Vorbeugende Maßnahmen sind wichtig.
Die Knochendichtemessung verrät das individuelle Osteoporoserisiko
Nach den Leitlinien des Dachverbandes Osteologie sollte die Knochendichtemessung (Osteodensiometrie) nach der DXA-Methode erfolgen. Mit dieser Methode lässt sich eine Osteoporose früh erkennen. Dabei wird das Knochengewebe mit sehr geringer Röntgenstrahlung durchleuchtet. Die Messung findet entweder an der Lendenwirbelsäule und am Oberschenkelhals statt. Auf diese Weise lässt sich der Mineralgehalt der Knochen bestimmen, der in direktem Zusammenhang mit der Knochenfestigkeit steht.
Alle anderen Methoden sind entweder zu ungenau (Ultraschall) oder zu strahlen-intensiv (Quantitative Computertomografie). Die Knochendichtemessung nach der DXA-Methode wird jedoch nur von den Krankenkassen bezahlt, wenn es im Vorfeld bereits ohne entsprechende äußere Einwirkung zu einem Knochenbruch bzw. Knochenbrüchen gekommen ist und so ein dringender Verdacht auf Osteoporose besteht. In allen anderen Fällen kann die Knochendichtemessung jedoch auf Wunsch des Patienten als Selbstzahlerleistung erbracht werden und ist bei entsprechenden Verdachtsfällen auch durchaus sinnvoll. Eine Therapiekontrolle durch eine erneute Knochendichtemessung im weiteren Verlauf ist im Allgemeinen wenig aussagekräftig und wir daher nicht empfohlen.
Osteoporose: Der T-Wert ist entscheidend für die Diagnose
Da die Werte der mit verschiedenen Geräten und Methoden ermittelten Knochendichte sehr unterschiedlich ausfallen können und nicht miteinander vergleichbar sind, gibt der Arzt im Befund einen anderen, den sogenannten T-Wert an. Dieser Wert ist kein Absolutwert, sondern ein Verhältnis, das angibt, um wieviel Standardabweichungen1 der gemessene eigene Knochendichtewert von dem Wert eines gleichgeschlechtigen 30-jährigen Gesunden abweicht. Ein T-Wert unter minus 2,5 wird üblicherweise mit einer Osteoporose gleichgesetzt. Bei der Frage einer spezifischen medikamentösen Behandlung spielen aber auch Alter, Geschlecht und Risikofaktoren (Nikotinabusus, Familienanamnese, Hyperthyreose, Cortison-Langzeitterapie,Untergewicht, Sturzneigung, Immobilität und vorbestehende periphere Fraktur) eine Rolle. All diese Faktoren wird der Arzt bei seiner Therapieentscheidung einbeziehen.
Welche Vorbeugemaßnahmen sind zu empfehlen?
Geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung von Osteoporose oder einer weiteren Verschlechterung sind beispielsweise mehr körperliche Bewegung, insbesondere Gehen,Walking und Joggen möglichst an der frischen Luft sowie eine kalziumreiche Ernährung (Milchprodukte, Schnittkäse). Der Nikotinkonsum sollte beendet werden. Sturzfördernde Medikamente wie Tranquilizer und sedierende (beruhigende) Psychopharmaka sollten vermieden, kreislaufdepressive Mittel wie Schleifen-Diuretika und andere Blutdruckmittel engmaschig kontrolliert werden. Zur Abschätzung des Sturzriskos wird bei älteren Patienten häufig auch der sogenannte "Timed up and go"-Test durchgeführt - ein spezielles Verfahren, bei dem der Arzt anhand von alltäglichen Bewgungsaufgaben, die der Patient ausführt, das Körpergleichgewicht und die Gefahr eines Sturzes beurteilt.
Glossar
1 Standardabweichungen: Begriff aus der Statistik, gilt als Maß für die Streuung der Werte einer Zufallsvariablen um ihren Mittelwert.





