Wirkstoff Sibutramin
Verkauf von Schlankheitspillen eingestellt
Diätpräparate mit dem Wirkstoff Sibutramin sollen laut EMEA künftig nicht mehr verkauft werden dürfen. Hersteller nimmt entsprechende Präparate vom Markt.
Mit der Empfehlung reagiert die Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) auf die Ergebnisse einer Langzeitstudie, der zufolge Sibutramin das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in die Höhe treibt und Schlaganfälle und Herzinfarkte verursachen kann. Sibutramin ist ein Wirkstoff, der als Appetitzügler zur Reduktion von starkem Übergewicht eingesetzt wird. Die behandelten Menschen nahmen jedoch gar nicht oder zu wenig ab. Ein Hersteller reagierte prompt auf die Empfehlung der EMEA und nahm verschiedene Diätpräparate mit dem Wirkstoff Sibutramin vom Markt.
Erst vor einigen Wochen hatte die EMEA anlässlich einer Bewertung der Risiken Ärzte und Patienten aufgefordert, Schlankheitsmittel mit Sibutramin nur mit Vorsicht und unter strikter Beachtung der Produktinformation einzunehmen. Insbesondere Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde abgeraten, entsprechende Präparate anzuwenden. Die jüngsten Empfehlungen der EMEA gehen auf eine Studie zurück, bei der Patienten über einen Zeitraum von fünf Jahren begleitet wurden. Alle Patienten litten an ernährungsbedingtem Übergewicht.
Schon vor einem verbindlichen rechtskräftigen Beschluss hat der beanstandete Pharma-Hersteller entschieden, die Sibutramin-Pillen vom Markt zu nehmen. Diesem Beispiel folgen drei Generikahersteller. Ärzte und Apotheker sollen mit einem sogenannten Rote-Hand-Brief über den Verkaufsstopp informiert werden. Wer die Diätpillen bereits einnimmt, sollte mit seinem Arzt Alternativen besprechen und das Sibutramin-Präparat absetzen.





