Verschiedenen Therapieansätze
Dauerbrenner in den Griff bekommen
Sodbrennen ist nicht gleich Sodbrennen. Wenn in kürzeren Abständen in der Speiseröhre „Feueralarm“ herrscht und sich ein schmerzhaftes, brennendes Gefühl hinter dem Brustbein ausbreitet, spricht man von dauerhaftem oder wiederkehrendem Sodbrennen.
Dieses lästige Leiden wird durch eine Funktionsstörung im Verdauungssystem verursacht. Die Magensäure steigt immer wieder in die Speiseröhre auf – es entstehen die Sodbrennen-typischen Schmerzen, die von einem säuerlich-bitteren Geschmack im Mund begleitet werden. Verursacht werden diese Symptome durch die Säureproduktion im Magen und einen nicht richtig funktionierenden Schließmuskel, wodurch der Säurerückfluss in die Speiseröhre ermöglicht wird.
Wiederkehrendes Sodbrennen: ein Teufelskreis
Viele, die immer wieder unter länger andauerndem Sodbrennen leiden, haben auf der Suche nach einer wirksamen Behandlungsform schon aufgegeben und sich mit ihrem Leiden abgefunden. Sie haben keinen wirklichen Spaß mehr am Essen und meiden mitunter ein geselliges Beisammensein im Restaurant – nur, um nicht wieder das unangenehme Brennen verspüren zu müssen, das einfach nicht weggeht. Auch empfinden viele Betroffene ihr Magenleiden als Tabuthema, möchten es verbergen, verschweigen und verdrängen. Doch unbehandeltes, dauerhaftes Sodbrennen ist nicht zu unterschätzen, da es weitere Leiden nach sich ziehen kann: angefangen bei dem andauernden Gefühl einer "zugeschnürten Kehle", Schluckbeschwerden, Schlafstörungen durch nächtliches Sodbrennen und Heiserkeit bis hin zu Speiseröhren- und Halsentzündungen. Langfristig kann das Gewebe der Speiseröhre angegriffen werden, so dass es möglicherweise zu Gewebeveränderungen kommt. Ein Teufelskreis droht: Denn wiederkehrendes Sodbrennen kann mit der Zeit in immer kürzeren Abständen und länger anhaltenden Episoden auftreten.
Funktionelle Ursachen
Von häufigem Sodbrennen wird gesprochen, wenn ein Patient mehrmals im Jahr für länger als einen Tag unter Sodbrennen leidet. Sodbrennen entsteht durch eine Überproduktion von Magensäure. Die sogenannten Belegzellen (Drüsenzellen in der Magenschleimhaut) sorgen mit ihren Protonenpumpen für die Säureproduktion im Magen. Sind sie zu aktiv, entsteht zu viel Magensäure. Die Magensäure kann in die Speiseröhre zurückfließen und es kommt zu Sodbrennen. Oft arbeitet auch der Schließmuskel (Sphinkter) am Übergang von der Speiseröhre zum Magen nicht richtig, so dass die Säure ungehindert in die empfindliche Speiseröhre fließen kann.
Nicht aufgeben, sondern das Übel an der Wurzel packen!
Dieses wiederkehrende Leiden muss also vollkommen anders behandelt werden als gelegentliches Sodbrennen. Bei gelegentlichem Sodbrennen, das oft lebensstilbedingt ist, genügt es meist, auf säureneutralisierende Antazida zurückzugreifen. Häufiges Sodbrennen fordert jedoch eine andere Therapie. Hier können Wirkstoffe wie Pantoprazol - ein so genannter Protonenpumpeninhibitor (kurz: PPI) - Abhilfe schaffen. Er verringert die Aktivität der Belegzellen, indem er mit den Protonenpumpen reagieren und die Säurebildung hemmt. Der Säurespiegel im Magen wird gesenkt, ohne die natürliche Verdauung zu behindern. Präparate mit diesen Wirkstoffen gibt es seit 2009 rezeptfrei in der Apotheke.





