
Rauchen und seine Folgen
Nikotin kann das Sehvermögen einschränken - bis zur Blindheit
Das Rauchen quittieren dem Durchblick zuliebe: Der blaue Dunst kann zu schweren Sehbehinderungen bis hin zum Verlust der zentralen Sehschärfe führen.
Rauchen hat zahlreiche schädliche Wirkungen auf den Organismus, soviel ist klar. Nun sind Forscher einer weiteren Gefahr des Rauchens auf die Schliche gekommen. In Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass Menschen, die dem Glimmstängel verfallen sind, ein erheblich erhöhtes Risiko für eine altersbezogene Makuladegeneration (AMD) haben. AMD ist in Deutschland die häufigste Ursache für schwere Sehbehinderungen, die im schlimmsten Fall bis zum Verlust des Augenlichts führen kann.
Vielen Menschen, die rauchen, ist nicht bewusst, dass die ihnen liebgewordene Gewohnheit ihr Sehvermögen gefährdet. Nikotin ist Gift für die Augen und zwar ein sehr gefährliches", sagt Professor Dr. Bernd Bertram, zweiter Vorsitzender des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA). Wissenschaftliche Untersuchungen geben ihm Recht. Raucher haben im Vergleich zu Nichtrauchern ein mindestens doppelt so hohes Risiko, an AMD zu erkranken.
Man kann einiges dafür tun, um selbst im hohen Alter noch einen guten Durchblick zu haben. Dazu zählen neben einer gesunden Ernährung, Sonnenschutz für die Augen und dem Nikotin-Verzicht auch Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt. Der Arzt kann die gefährliche Augenerkrankung bereits früh erkennen, was erforderlich ist für eine erfolgreiche Therapie. Viele Betroffene bemerken die Krankheit erst, wenn sie im Alltag nur noch verschwommen sehen, doch dann kann die Therapie unter Umständen bereits nicht mehr voll anschlagen.
Der Verlauf der so genannten trockenen AMD, von denen 80 Prozent der Patienten betroffen sind, lässt sich mit einer Kombination von Vitaminen und Mineralien günstig beeinflussen. Bei der feuchten Variante, bei der krankhafte Gefäße die Sehzellen zerstören, ist die Früherkennung von großer Bedeutung. Nur bei einer frühzeitigen Therapie lässt sich das Gefäßwachstum durch Injektionen spezieller Wirkstoffe hemmen. Mit dieser Form der Behandlung lässt sich der Sehverlust deutlich verlangsamen, aufhalten oder sogar teilweise rückgängig machen.







