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Prävention: Deutschland holt auf

Wirksame Maßnahmen sind in der Bundesrepublik mehr als überfällig, denn hierzulande sterben jedes Jahr mehr als 110.000 Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums.

Und das Problem nimmt weiter zu: "Im vergangenen Jahrzehnt stieg der Zigarettenkonsum hierzulande um rund elf Prozent. Deutschlands Kinder und Jugendliche nehmen im europäischen Vergleich einen traurigen Spitzenplatz ein. 55 Prozent aller Nichtraucher sind unfreiwillig Tabakrauch ausgesetzt. Bei Kindern ist Passivrauch im Elternhaus die bedeutsamste Schadstoffbelastung in ihrer Kindheit, die Hälfte aller Kinder in allen Altersklassen sind davon betroffen", beschreibt Dr. Martina Pötschke-Langer vom WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle bei einer Veranstaltung der Bundesvereinigung für Gesundheit e.V. in Bonn die derzeitige Situation.

Ein Grund: Deutschland hinkt im Vergleich zu den meisten EU-Ländern bei der Prävention weit hinterher. Sinnvoll wäre nach Angaben von Pötschke-Langer ein umfassendes Tabakwerbeverbot sowie die Ausweitung des Nichtraucherschutzes auf alle geschlossenen, öffentlichen Räume und alle Verkehrsmittel. Als positiv erachtete sie allerdings, dass in Deutschland ein Tabakkontrollprogramm in Vorbereitung ist und das internationale Rahmenabkommen für Tabakkontrolle unterzeichnet wurde.

Wie der Diplom-Psychologe Peter Lindinger vom WHO-Kollaborationszentrum betonte, muss jedoch nicht nur die Vorbeugung, sondern auch die Raucherentwöhnung gefördert werden. Er hält insbesondere so genannte niederschwellige Angebote für sinnvoll, die von Betroffenen leicht und unkompliziert in Anspruch genommen werden können. Hierzu zählen die ärztliche Beratung, Rauchertelefone, Selbsthilfematerialien und Rauchfrei-Wettbewerbe. Bei der medikamentösen Therapie sei die Wirksamkeit von Nikotinpräparaten wie etwa Pflaster, Kaugummi oder Lutschtabletten nachgewiesen worden, so der Experte.

Nach Informationen der Ärzte Zeitung


Autor: Springer Medizin
Stand: Nov 19, 2007


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