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Neue Reflux-Therapie: Endoskopische-Radiofrequenz-Therapie
Das Radiofrequenz-Verfahren, eine neue Behandlungsmöglichkeit in der Sodbrennen-Therapie, befindet sich zur Zeit in der klinischen Testphase. Ähnlich wie die Magenspiegelung ist die Radiofrequenz-Therapie ein endoskopisches Verfahren. Viele Patienten sind nach der Behandlung langfristig beschwerdefrei.
Die endoskopische Radiofrequenz-Therapie scheint eine Alternative zu der bisherigen medikamentösen Behandlung bei Sodbrennen zu sein. Das Verfahren wurde von einem kalifornischen Unternehmen entwickelt und wird derzeit an mehreren europäischen Kliniken getestet. Das Ergebnis: Eine Behandlung reicht bei der Mehrzahl der Patienten aus, dass sie langfristig beschwerdefrei sind.
Die Behandlung dauert 40 Minuten. Die Radiofrequenz-Therapie ist ein endoskopisch kontrolliertes Verfahren, das heißt ein biegsamer Schlauch, ausgestattet mit einer Lichtquelle und einer kleinen Kamera, wird vorsichtig in die Speiseröhre geschoben. Am unteren Ende des Schlauches befindet sich bei der Radiofrequenz-Behandlung ein aufblasbarer Ballon. Er wird genau am Übergang von der Speiseröhre zum Magen aufgepumpt, so dass er rundherum an der Speiseröhrenwand anliegt. Danach werden vier kleine Nadeln ausgefahren, die die Radiofrequenz-Energie auf das Gewebe übertragen - vergleichbar mit einer leichten Erwärmung, jedoch ohne dass Zellen zugrunde gehen. Die Patienten halten kurz zuvor eine Beruhigungsspritze. Die Behandlung dauert nicht länger als 40 Minuten .Die möglichen Komplikationen entsprechen nahezu denen einer normalen Magenspiegelung: leichte Beeinträchtigungen des Wohlbefindens, Unverträglichkeitsreaktionen auf die verabreichten Medikamente, seltener Entzündungen, Druckgefühl, Infektionen oder Blutungen der Speiseröhre.
Bindegewebe verengt den Magen-Speiseröhren-Übergang
Die bei der Radiofrequenz-Behandlung zugeführte Energie regt die Speiseröhrenwand an, neues Bindegewebe zu bilden. Dadurch engt sich der Raum im Speiseröhren-Magen-Übergang von innen ein. Gleichzeitig werden Nervenenden stillgelegt, die sonst wieder dazu führen, dass sich der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen öffnet. Nach der Therapie müssen die gewohnten Medikamente acht Wochen lang weiter eingenommen werden, damit sich das neue Bindegewebe bilden kann. Danach werden sie abgesetzt. Jetzt zeigt sich, ob der Eingriff den gewünschten Erfolg hat.
Die Radiofrequenz-Therapie ist noch keine Standardmethode
Im Rahmen der Testphase werden die Patienten, die mit dem Radiofrequenz-Verfahren behandelt wurden, über mindestens ein Jahr betreut. Sollten die Ergebnisse nach Abschluss der Untersuchungen auch weiterhin positiv sein, könnte das Verfahren regulär in der Therapie des Sodbrennens eingesetzt werden. Die Patienten könnten in Zukunft ambulant behandelt werden. Die Radiofrequenz-Therapie wird bisher in Hannover (MHH), München (Klinikum Rechts der Isar) und Wiesbaden (Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken) angeboten.Weitere Verfahren, wie die Bildung von Schleimhautfalten und das Einspritzen von elastischen Molekülen in die Speiseröhrenwand, befindet sich derzeit ebenfalls in der klinischen Testphase. Beide Methoden verengen ähnlich wie die Radiofrequenz-Therapie den Durchmesser der Speiseröhre am Ösophagussphinkter, dem Speiseröhren-Magen-Übergang.





