Gemeinsam durchhalten
In der Gruppe zum Nichtraucher werden
Nichtrauchen ist ansteckend: Eine aktuelle US-Studie zeigt, dass der Verzicht auf die Zigarette am leichtesten fällt, wenn das soziale Umfeld mitzieht.
Das engste soziale Umfeld beeinflusst das Verhalten des einzelnen Menschen. So viel ist klar. Dass dieses Phänomen auch zutrifft, wenn es ums gefährliche Laster des Rauchens geht, konnten nun Nicholas Christakis von der Harvard-University und James Fowler von der University of California in San Diego belegen. Wenn mehrere Personen in einem Bekannten- oder Freundeskreis beschließen, von der Zigarette zu lassen, steckt ihr Vorhaben auch andere an, wissen die Wissenschaftler im "New England Journal of Medicine" zu berichten. Wer hingegen nicht mitschwimmt und weiterhin zum Glimmstängel greift, wird schnell an den Rand der Gemeinschaft gedrängt.
Für die Studie haben die beiden Forscher das Rauchverhalten von 12067 Probanden einer Vorstadt Bostons untersucht. Dabei standen die Wechselwirkungen von veränderten, engen sozialen Kontakten und Veränderungen im Rauchverhalten im Mittelpunkt. Die Daten, die über 32 Jahre hinweg gesammelt wurden, stammen aus der sogenannten Framingham-Herzstudie, einer der bekanntesten medizinischen Studien zu wesentlichen Gesundheitsrisiken unserer Zeit.
Das Ergebnis: Auch beim Nichtrauchen zeigt sich der Einfluss sozialer Beziehungen auf das Verhalten des Einzelnen. Die Ursache für das Nichtrauchen sei meist eine Änderung des Zeitgeistes innerhalb eines Freundeskreises. Der größte Einfluss geht dabei von Menschen aus, die einem sehr nahe stehen. Wenn jemdand in einer Partnerschaft dem Glimmstängel abschwört, ziehen etwa 67 Prozent der rauchenden Partner mit. Bei Freunden, Arbeitskollegen und Geschwistern liegt die Wahrscheinlichkeit, selbst zum Nichtraucher zu werden, immerhin bei 36 Prozent.






