Hautkrebsrisiko senken durch langsames Bräunen
Sonnenlicht auch für Hellhäutige gesund
Sonnenlicht erhöht das Hautkrebsrisiko. Auf der anderen Seite kurbelt es die Vitamin-D-Produktion an und verbessert so die Überlebenschance von Krebspatienten.
Sonnenlicht ist lebensnotwendig, denn ohne UVB-Strahlen ist der Körper nicht in der Lage, Vitamin D zu bilden. Aus Angst vor Hautkrebs zieht es jedoch selbst eingeschworene Sonnenanbeter in den Schatten. Und das nicht umsonst, denn auf den ersten Blick überwiegen die Gefahren der Sonnenstrahlung den nützlichen Effekten auf die Gesundheit.
Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken weltweit immer mehr Menschen an bösartigem Hautkrebs. Allein in Deutschland sind es mehr als 14 000 Menschen pro Jahr. Mediziner warnen deshalb seit Jahren vor ausgedehnten Sonnenbädern ohne Sonnenschutz. Cremes mit verbessertem UV-Filter zum Trotz verzichten immer mehr Menschen auf das knackige Braun im Sommer. Doch wie sinnvoll ist der totale Verzicht eigentlich? Und ist viel Sonnenlicht nicht doch besser als wenig? Um eine Antwort auf diese komplexe Frage zu bekommen, haben Johan Moan und seine Kollegen von der Universität Oslo für eine Übersichtsstudie umfangreiches Datenmaterial zur Wirkung von Sonnenlicht auf den menschlichen Körper gesammelt und ausgewertet.
Sonnenlicht: Mehr Nutzen oder Schaden?
In der Fachzeitschrift "PNAS" berichtet die Forschergruppe aus Norwegen, dass der positive Effekt maßvoller Sonnenbestrahlung auf Menschen mit Vitamin-D-Mangel größer ist als das mit den UV-Strahlen einhergehende Risiko einer Hautkrebserkrankung. Der Grund: Der ultraviolette Anteil der Sonnenstrahlung regt die Haut an, Vitamin D zu bilden, was nicht nur mit einem geringeren Risiko für Osteoporose, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht.
Bei Menschen, die aufgrund ihres Herkunftsorts vermehrter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind und einen entsprechen höheren Vitamin-D-Spiegel aufweisen, ist laut einer großen Studie die Wahrscheinlichkeit, an einer Krebserkrankung zu sterben, signifikant geringer als bei Bewohnern nördlicher, lichtärmerer Regionen. Eine weitere Studie hatte ergeben, dass Menschen, deren Krebs in den Sommermonaten diagnostiziert wird, bessere Überlebenschancen haben als Patienten, deren Krebserkrankung im Winter erkannt wird. Die gesundheitsfördernden Effekte des Vitamins betrafen jeweils vorrangig Menschen, die bereits an Krebs erkrankt waren. Die Forscher vermuten, dass intensive Sonnenstrahlung eine Krebserkrankung zwar nicht verhindern kann, jedoch über eine vermehrte Vitamin-D-Produktion die unkontrollierte Vermehrung von entarteten Zellen ausbremst.
Verringertes Hautkrebsrisiko durch langsames Bräunen
Wer es beim Bräunen langsam angehen lässt, reduziert das Risiko für einen Sonnenbrand und damit das Hautkrebsrisiko. Bei Berührung mit ultravioletter Strahlung lagert die Oberhaut nach und nach das Pigment Melanin ein. Melanin sorgt für die knackige Urlaubsbräune und schützt vor aggressiven UVA-Strahlen. Menschen mit sehr heller Haut mangelt es an diesem hauteigenen Schutz, deshalb sollten sie stets ein Sonnenschutzmittel verwenden. Johan Moan und seine Kollegen empfehlen Cremes, die die gefährlichen UVA-Strahlen aus dem Sonnenlicht herausfiltern und die für die Vitamin D Produktion wichtige UVB-Strahlung passieren lassen.









