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Sonne & Solarium

Gefährlich: Bräune aus der Steckdose

Braune Haut gilt immernoch als Inbegriff von Gesundheit, Vitalität und Wohlbefinden. Deshalb entscheidet sich so mancher für einen Kurzurlaub in der künstlichen Karibik - im Solarium. Was vielfach als "sichere", wohl dosierte Bräune propagiert wird, birgt jedoch ähnliche Risiken wie zu viel natürliche Sonnenbestrahlung.

In Deutschland ist die Nachfrage nach der Bräune aus der Steckdose besonders groß: Laut eines Berichtes des Magazins "Stern" im Mai 2000 befinden sich 40 Prozent aller europäischen Sonnenbänke in Deutschland und jeder Fünfzehnte besucht mehr oder weniger regelmäßig ein Solarium.

Gibt es im Solarium nur "gute" UV-Stahlen?

Die natürliche UV-Strahlung des Sonnenlichts besteht aus den langwelligen UV-A-Strahlen und den kurzwelligen UV-B-Strahlen, wobei die energiereichen UV-B-Strahlen als Mitursache für Hautkrebs gelten. Solarienbetreiber propagieren die künstliche Sonne als "sicher", da die UV-B-Strahlung in Solarien weitgehend herausgefiltert wird.

Was den Besuchern jedoch meist vorenthalten bleibt, ist der übernatürlich erhöhte UV-A-Anteil in den Strahlen der Besonnungsgeräte. Denn im Normalfall bräunt die UV-A-Strahlung weniger, deshalb muss die Strahlendosis vervielfacht werden. Damit nimmt gleichzeitig auch die schädigende Wirkung der UV-Strahlen zu.

"Dieses ergibt bei gleicher Bräunung das gleiche Risiko für Spätfolgen, gleich welche UV-Strahlen verwendet werden," warnt die Strahlenschutzkommision (SSK). UV-A-Strahlen dringen in tiefere Hautschichten ein und sorgen so für eine vorzeitige Hautalterung und Faltenbildung. Der gut gebräunte Solarienbesucher mag davon zunächst nichts merken, sieht dafür aber Jahre später im wahrsten Sinne des Wortes "alt" aus. Doch nicht nur das: "Nach neuesten Erkenntnissen trägt auch UV-A-Strahlung zur Hautkrebsbildung bei," sagt Priv. Doz. Dr. med. Christiane Bayerl vom Unversitätsklinikum Mannheim.

Vorbräunen vor dem Urlaub ist gefährlich

Die Hersteller der Besonnungsgeräte werben vor allem mit dem Aspekt, dass die Haut durch das "sichere" Vorbräunen im Solarium "trainiert" und so vor einem gefährlichen Sonnenbrand im Urlaub geschützt werde. Das ist aber falsch.

Die Haut reagiert auf UV-Bestrahlung mit zwei Schutzmechanismen: Zum einen mit der Pigmentierung der Haut, der Bräune, zum anderen mit einer Verdickung der obersten Hautschichten, der so genannten Lichtschwiele. Die Lichtschwiele verhindert Sonnenbrand. Allerdings kann die Bildung der Lichtschwiele nur durch die in Solarien meist ausgefilterte UV-B-Strahlung entstehen. Die Folge: Der vorgebräunte Urlauber benutzt weniger Sonnenschutzmittel und zieht sich erst recht Verbrennungen zu.

Auch die Heilung bestimmter Krankheiten oder Depressionen könne durch das Solarium "therapiert" werden - sagen die Hersteller. Diese Ansicht ist umstritten. Wer dennoch nicht auf einen Kurzurlaub unter den Bräunungsröhren verzichten will, sollte zumindest darauf achten, ein seriöses Solarium zu finden und bestimmte Verhaltensregeln einzuhalten.

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Autor: Springer Medizin
Stand: Jun 11, 2001


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