Schminken & Make-up
Was eine gute Kosmetikerin ausmacht
Heizungsluft und Außentemperaturen um Null Grad haben die Haut im Winter strapaziert. Der Besuch einer Kosmetikerin gehört deshalb für viele Frauen zum Frühjahrsprogramm. Doch nicht überall sind qualifizierte Hände am Werk - schließlich reicht für die Eröffnung einer Kosmetikpraxis schon ein Gewerbeschein. Eine kleine Checkliste erleichtert jedoch die Wahl des Instituts.
Ausbildung
Eine umfassend ausgebildete Kosmetikerin hat ihr Handwerk zwei Jahre lang an einer Schule gelernt - vorzugsweise an einer staatlich anerkannten. Das Zertifikat hängt sie in der Regel gut sichtbar in ihrem Institut auf. Es gibt auch Crash-Kurse für Kosmetikerinnen. Doch in sechs oder zwölf Wochen sind die Finessen der Hautbehandlung kaum zu erlernen. Von Titeln wie "Fachkosmetikerin" und "Diplom-Kosmetikerin" sollten sich Kundinnen nicht blenden lassen: Sie sind keine Garantie für eine zweijährige Ausbildung.
Ein Hinweis auf mangelnde Ausbildung kann die Verwendung des Wortes 'Salon' sein. Eine voll ausgebildete Kosmetikerin würde ihr Geschäft zumindest nie so nennen, sondern immer 'Praxis' oder 'Institut'.
Hygiene
Eine gewissenhafte Kosmetikerin hat in ihrer Praxis ein Desinfektionsbad und einen Sterilisator für die Instrumente stehen. Kanülen zum Öffnen von Mitessern und Talgeinlagerungen (Milien) sollte sie nur einmal benutzen, also für jede Patientin frisch aus der sterilen Verpackung schälen, sagt Elisabeth Rowe, Hautärztin in Berlin-Zehlendorf. Auch sollten gebrauchte Handtücher nicht zum Trocknen auf der Heizung herumliegen.
Anamnese
Die Kosmetikerin muss die Krankengeschichte (Anamnese) und den Lebensstil ihrer Kundin kennen, um sie richtig behandeln zu können. Unter welchen Krankheiten leiden Sie? Rauchen Sie? Nehmen Sie die Pille oder andere Medikamente? Haben Sie Allergien? Alles dieses sollte eine gute Kosmetikerin fragen. Sie notiert sich die Anamnese und den Zustand der Haut auch auf einer Karteikarte.
Hautdiagnose
Vor der ersten Behandlung sollte die Kosmetikerin auch eine Hautdiagnose stellen. Sie verwendet dafür ein Objektglas, mit dem sie vorsichtig über die Haut fährt. An der spärlichen oder reichen Ansammlung von Fett- und Wassertröpfchen kann sie dann auf die Spannkraft (Tonus) und den Feuchtigkeitsgehalt (Turgor) der Haut schließen. Um sich ein umfassendes Bild zu machen, betrachtet sie die Haut zusätzlich durch eine Lupe.
Massage
Eine kompetente Kosmetikerin massiert auch das Gesicht ihrer Kundin. "Das bringt Entspannung. Zudem wird durch das Quetschen der Zellen die Kollagenbildung angeregt", sagt Elisabeth Rowe. Frauen und Männern mit Abszessen und schwerer Akne sollten allerdings nicht massiert werden.
Unseriöse Versprechen
"In zehn Tagen sind Ihre Falten vermindert." Versprechen dieser Art entlarven eine Kosmetikerin als unseriös. Denn sie kann keine Falten reduzieren. Aber: Gute Pflege kann vorbeugend wirken.
Auch das Angebot, Altersflecken und Warzen entfernen zu können, schafft wenig Vertrauen: Eine gute Kosmetikerin kennt ihre Grenzen und überlässt solcherlei drastische Maßnahmen der Hautärztin.
Der Preis
Eine Behandlung sollte mindestens 50 Euro kosten. Anderenfalls könne eine Kosmetikerin gar keine vernünftige Arbeit leisten, sagt Elisabeth Rowe. Gelegentlich werde ein deutlich niedrigerer Preis auch durch den Verkauf von Crèmes und Lotionen kompensiert. "Das führt aber zu einem großen Verkaufsdruck, der für die Kundin sehr unangenehm ist."









