Piercing & Tattoo
Tätowieren: Körperkult mit Risiko
Tattoos sind angesagt wie nie: Zwei Millionen Deutsche haben sich schon ihr persönliches Markenzeichen in die Haut pieksen lassen. Die Ära der kleinen Delfine und Rosen wird dabei offenbar abgelöst von immer größeren und technisch aufwendigeren Körperbildern. Besonders beliebt bei Frauen sind derzeit große, mysteriöse Zeichen in der Hüftgegend. Doch solche Verzierungen bergen Risiken.
Körperbild für die Ewigkeit - Wie wird eine Tätowierung gemacht?
Beim klassischen Tätowieren werden Farbpigmente mit Hilfe von Nadelstichen in die Haut gebracht. Je nach Hauttyp werden dabei Tiefen zwischen ein und drei Millimeter erreicht. Damit das Tattoo auf Dauer hält, wird die Farbe auf die so genannte Lederhaut aufgetragen, das ist die mittlere von insgesamt drei Hautschichten. Um eine konstante Stichtiefe zu erzielen, wird heute mit elektrischen Tätowierapparaten gearbeitet, in denen die Nadeln bis zu 3.000-mal pro Minute auf- und abschnellen.
Welche Gesundheitsrisiken birgt das Tätowieren?
Oberstes Gebot beim Tätowieren ist Hygiene: Wenn nicht steril und mit Einwegnadeln gearbeitet wird, sind Entzündungen und Infektionen vorprogrammiert. Als Tattoo-Kunde sollte man sich grundsätzlich darüber klar sein, dass Tätowieren immer auch einen operativen Eingriff in den Körper darstellt. Das heißt:
- Selbst wenn steril gearbeitet wird, sind örtliche Infektionen möglich. Diese gehören zum Operationsrisiko.
- Über das Blutserum können Krankheiten, insbesondere Viruserkrankungen wie Aids und Hepatitis übertragen werden. Für
Diabetiker sind Tätowierungen ungeeignet, da Wunden bei Zuckerkranken schlecht heilen.
- Vor allem in knalligen Rot- und Gelbtönen werden Azoverbindungen - so genannte Teerfarbstoffe - verwendet. Wenn sich diese Farben im Körper lösen, können sie
Krebs erregend sein.
- Auch Farben mit natürlichen Mineralpigementen können fatale Auswirkung auf den Körper haben: Schwermetalle wie Nickel, Kadmium und Chrom wirken im Körper giftig und können teils schwere
Allergien auslösen.
- Muttermale sollte man nicht übertätowieren: Eventuelle bösartige Veränderungen sind später so nicht mehr sichtbar.









