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Piercing & Tattoo

Bio und Henna: Vergängliche Tattoos

"Bio-Tattoos" und Henna-Tätowierungen sind Körperbilder mit Verfallsdatum: Im Gegensatz zu den klassischen Tätowierungen verschwinden die Kunstwerke nach einigen Jahren beziehungsweise Wochen wieder. Solche Tattoos sind bunt, schrill und schön - aber leider oft auch gefährlich. Hautärzte warnen: Manche Farben enthalten krebseerzeugende Stoffe. Andere können schlimme Allergien auslösen.

"Bio-Tattoos" und Mehndis - Was ist das?

Bei den so genannten Bio-Tattoos werden die Farben mit einer rotierenden Nadel nur knapp unter die oberste Hautschicht gebracht. Die Pigmente sollen sich nach etwa 3-5 Jahren durch die natürliche Schuppung der Haut wieder auflösen. Wie lange das Tattoo hält, hängt vom Alter der Haut und von ihrer Pflege ab. Aber auch von der chemischen Stabilität der Farbpigmente.

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Mehndi ist der indische Name für die Hennapflanze: In Asien, Afrika und dem Orient hat das Färben mit Henna und das Bemalen von Körper, Hand- und Fußflächen eine lange Tradition. Seit einigen Jahres gelten Mehndis auch in Deutschland als schick: Diese so genannten Henna-Tattoos gibt es als Lösung, Paste oder auch als Henna-Stift zu kaufen. Die Farben werden nicht mit Nadelstichen unter die Haut gebracht, sondern mit einem Pinsel oder Spritzbeutel aufgetragen. Die Motive bleiben bis zu drei Wochen auf der Haut.

Je bunter, desto heikler - Gesundheitsrisiken von "Bio-Tattoos"

Der Ausdruck Bio-Tatoo ist trügerisch: Zum Teil verwenden Visagisten und Kosmetikerinnen für so genannte Bio-Tatoos die gleichen Farben wie die echten Tätowierer. 23 solcher Farben hat die Zeitschrift Ökotest ins Labor geschickt. Das erschreckende Ergebnis: Fast alle Farben, die unter die Haut gestochen werden, sind gefährlich. Sie geben Krebs erzeugende Stoffe ab.

Dieser Warnung schließt sich auch Dr. Oliver Dörzapf von der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Dermatologie an: Das Risikopotential bei Bio-Tattoos ist seiner Meinung nach sogar höher als bei klassischen Tätowierungen. Allergien und Ekzeme kommen häufiger vor und verlaufen stärker. Der Grund: Natürliche Farben sind chemisch längst nicht so stabil, wie künstlich hergestellte - das heißt, die so genannten Bio-Farben zersetzen sich schneller, schädliche Stoffe gelangen auf diesem Weg in die Blutbahn. Je nach Hauttyp und -zustand können die verwendeten Farben außerdem in Fettzellen eindringen und so über Jahrzehnte sichtbar bleiben.

"Wie mit einem Brandeisen markiert" - Henna-Tattoos können Allergien auslösen

Auch Henna-Tattoos können gefährlich werden: Das Deutsche Ärzteblatt berichtet in seiner Juli-Ausgabe (2001) von mehreren Patienten, die unter schweren Verätzungen der Haut litten, nachdem sie sich im Urlaub Henna-Tattoos hatten machen lassen. Einige verspürten ein starkes Brennen schon kurz nach dem Auftragen. Trotz des Abwaschens war die Haut darunter aufgeplatzt, anschließend bildeten sich millimeterhohe, stark entzündete Blasen auf der Kontaktstelle. Die Betroffenen berichten, ihr Arm sei "wie mit einem Brandeisen markiert" gewesen. Angesichts solch schlimmer Kontaktallergien raten viele Ärzte von Henna-Tattoos ab.

Wer seinen Körper trotzdem schmücken möchte, sollte die Verträglichkeit des Hennas vorher testen. Dazu reicht es, eine kleine Menge an der Unterseite des Unterarms auszuprobieren. Treten Irritationen auf, am besten direkt zum Arzt.


Autor: Springer Medizin
Stand: Aug 24, 2007


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