Biokosmetik
Natürlich creme ich
Kosmetikprodukte mit Rohstoffen aus biologischem Anbau sollen der Natur und unserer Haut guttun. Doch was steckt wirklich hinter den „grünen“ Werbebotschaften?
In vielen Bioläden brauchen Kosmetikprodukte auf Naturbasis ebenso viel Platz wie die Lebensmittel. Die Nachfrage ist groß, der Umsatz nicht viel kleiner. Im vergangenen Jahr konnte sich die "grüne" Kosmetik über einen Jahresumsatz von üppigen 672 Milliarden Euro freuen. Stiftung Warentest wollte wissen, ob Biokosmetik ihrem guten Ruf gerecht wird, und hat zahlreiche Produkte unter die Lupe genommen.
Das steckt in den "grünen" Produkten
Wie der Name schon sagt, soll Naturkosmetik mit natürlichen Rohstoffen aus der Natur pflegen. Dazu gehören Pflanzenextrakte wie Wachse, Fette, Öle, Kräuterextrakte oder Aromen, die aus kontrolliert biologischem Anbau oder Wildsammlung stammen und durch besonders schonende Verfahren gewonnen werden. Ob die Creme jedoch wirklich so natürlich ist, wie die Werbebotschaften vermitteln, erkennt der Verbraucher oft erst auf den zweiten Blick. In den letzten Jahren haben Hersteller zahlreiche Siegel ersonnen, die Produkte mit echten Naturrohstoffen ausweisen sollen. Nur obliegt es den Herstellern selbst, zu entscheiden, was "echte" Naturkosmetik im Einzelnen bedeutet.
Eine erste Orientierungshilfe bieten die Siegel "BDIH-Kontrollierte Naturkosmetik", "NaTrue" und "Ecocert", die an strenge Auflagen gebunden sind. Auch die Liste der Inhaltsstoffe gibt Aufschluss. Stiftung Warentest berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe, dass in den wenigsten Naturkosmetika 100% Bio stecken. Der Grund: Nicht alle Pflanzen sind in ausreichender Anzahl in Bioqualität auf dem Markt vorhanden. Mit 95% den höchsten Anteil an biologisch angebauten Rohstoffen gewährleistet das Siegel "NaTrue". Auch hier finden sich jedoch Emulgatoren und waschaktive Tenside aus Rohstoffen, die mit Bio nicht viel am Hut haben.
Gute Verträglichkeit für normale Haut
Ein großer Pluspunkt von Pflegeprodukten mit natürlichen Inhaltsstoffen ist ihre gute Verträglichkeit. Hautreizungen und andere Nebenwirkungen kommen aufgrund des Verzichts von synthetischen Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen kaum vor. Allergiker sollten jedoch trotzdem vorsichtig, denn ätherische Öle, Kamille und Teebaumöl können bei ihnen zu heftigen Hautirritationen führen. Hinsichtlich ihrer Wirkung kann es die "grüne" Kostmetik mit konventionellen Produkten aufnehmen. Die meisten der von Stiftung Warentest untersuchten Cremes sorgten für eine gute Feuchtigkeitsbalance der Haut.
Natürliche Pflege für jeden Hauttyp
Das Sortiment an Naturkosmetik ist nicht weniger üppig als das herkömmlicher Pflegeprodukte. Für wirklich jeden Hauttyp ist mehr als nur ein Kraut gewachsen und ins Cremetöpfchen gewandert. Pflegeprodukte für unreine Haut enthalten entzündungshemmende und antibakterielle Wirkstoffe. Dazu zählen etwa Sonnenhut, Ringelblumenöl, Tonerde und Pfefferminze. Trockene bis rissige Haut dürstet nach einer Extraportion Feuchtigkeit. Diese spenden ihr natürliche Inhaltsstoffe wie Avocado-, Wildrosen-, Mandel- und Olivenöl. Normale Haut freut sich über Honig, Aloe vera, Jojobaöl und Sheabutter, während reife und sensible Haut mit Aprikosenkern-, Macadamianuss-, Hanf-, Nachtkerzenöl sanft gepflegt wird.









