Haut & Hauttypen
Die Haut: Kontaktstelle zwischen Innen und Außen
Die Haut ist das größte und schwerste Sinnesorgan des Menschen, denn es macht ein Sechstel des Körpergewichtes aus. Ausgebreitet würde es eine Fläche von etwa zwei Quadratmetern ergeben. Doch mit nur wenigen Millimetern Dicke ist die Haut relativ dünn. Die obere Schicht hat einen Durchmesser von nur einem Millimeter. Haut gibt dem Körper Schutz und Halt. Sie atmet sogar: Die Hautatmung ist mit einem Prozent am Gasaustausch beteiligt.
Barriere gegen Bakterien und Pilze
Die Körperhülle dient als Barriere gegen schädigende Umwelteinflüsse und Verletzungen. Sie hält bei widrigen klimatischen Bedingungen und körperlichen Anstrengungen die Körperkerntemperatur konstant. Ebenso kann die Haut Strahlung, Fremdstoffe, Bakterien und Pilze abwehren.
Wärme
Feinste Blutgefäße durchziehen die Haut. Steigt die Temperatur an der Oberfläche oder auch im Körperinneren (zum Beispiel bei Fieber), weiten sich die Blutgefäße: Der Körper gibt Wärme nach außen ab, damit der Körperkern nicht überhitzt. Bei sinkender Temperatur verengen sich die Blutgefäße. Der Körper kann so die Wärme halten, die er für das Funktionieren aller Körpersysteme braucht.
Wasser und Fette
Über die Hautporen verliert der Mensch durch das wärmeregulierende Schwitzen täglich etwa einen halben Liter salzhaltiges Wasser, bei sehr starker Anstrengung fließen sogar bis zu zehn Liter Schweiß durch die Haut.
Das von Talgdrüsen produzierte Fett hält die Haut geschmeidig. Der Mix aus Feuchtigkeit und Fett erzeugt einen Hautfilm (Hydro-Lipid-Film), der den pH-Wert der Haut im leicht sauren Bereich (etwa 5,5-6) hält. Auf diese Weise können schädigende Bakterien, Pilze und Chemikalien die Haut nicht angreifen.
Hautfette bestehen aus Ceramiden, Cholesterol und freien Fettsäuren. Sie binden Wasser und halten die Haut damit feucht und geschmeidig. Wasser, das zum Beispiel beim Duschen auf die Haut gelangt, perlt hingegen ab.
Filtersystem
Die Haut wirkt wie ein riesengroßer Filter. Er ist in der Lage, Medikamente und Giftstoffe auszuscheiden und umgekehrt gelangen entlang der Haarfollikel über die Haut Stoffe in das Körperinnere. So können Heilsubstanzen mittels Salben, Cremes und Bädern über das Hautsystem in den Blutkreislauf gelangen.
Sinnliche Wahrnehmung
Die Haut ermöglicht sinnliche Wahrnehmung. Sie ist die Kontaktstelle zwischen Innenwelt und Außenwelt. Sensorische Rezeptoren leiten Informationen als Nervenimpuls verschlüsselt zum Gehirn weiter. Es gibt spezielle Rezeptoren für Schmerz, Druck, Kälte und Wärme. Bei der Berührung spielen die Haare eine besondere Rolle, denn jedes Haar ist Teil des empfindlichen Tastorgans. Der Mensch hat eine so feine Wahrnehmung, dass er Gewichtsunterschiede von wenigen tausendstel Gramm empfinden kann. Sogar Schallwellen sind über die Haut fühlbar. Beim Ausfall des Gehörsinns schärft sich besonders dieser Sinneskanal.
Rätsel für die Forscher
Vieles ist der Wissenschaft bisher über das größte Sinnesorgan des Menschen verborgen geblieben. So konnten Forscher bisher nicht herausfinden, warum Menschen beim Anhören eines Stückes Kreide, das über eine Schiefertafel kratzt, ein Schauer über den Rücken läuft. Auch sind die genauen Mechanismen des Rotwerdens bisher ungeklärt. Das Rotwerden gehört zu den Körperreaktionen, die willentlich nicht beeinflussbar sind.
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