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Straffe Beine

Bei Cellulitis auf Sport statt Kosmetik setzen

So schön der Gedanke an eine Creme gegen Hautdellen ist: Wer Cellulitis effektiv lindern will, kommt um Sport und eine gesunde Ernährung nicht herum.

Viele Frauen scheuen der Blick in den Ganzkörperspiegel, denn sie leiden unter hässlichen Dellen an Oberschenkeln und dem Po. Selbst sehr schlanke Frauen sind unabhängig vom Alter von Cellulitis, der umgangssprachlichen Orangenhaut, betroffen. Schuld daran sind die lieben Gene und die in ihnen verankerte typisch weibliche Struktur des Bindegewebes. Im Unterschied zu Männern, die häufig von Dellen verschont bleiben, ist ihnen die Veranlagung zu Cellulitis damit in die Wiege gelegt.

Cellulitis ist häufig genetisch vorprogrammiert

Die weibliche Haut ist im Gegensatz zur männlichen Haut sehr dehnbar und hat in der Unterschicht reichlich Fettzellen eingelagert. Außerdem sind die Kollagenfasern anders als beim Mann nicht netzartig miteinander verbunden, sondern verlaufen parallel zu einander. Dadurch können sich Fettzellen zwischen den Fasern vorbeizwängen. Solange sie klein sind, bleiben sie unsichtbar, wachsen sie jedoch, entstehen die typischen Dellen an den Oberschenkeln und dem Po.

Neben der genetischen Veranlagung können auch andere Faktoren Cellulitis begünstigen. Zu den häufigen Auslösern zählen hormonelle Faktoren, Stress, zu wenig Bewegung und eine ungesunde und fettreiche Ernährung. Auch Tabak und Nikotin können die unschöne Hauterscheinung begünstigen, weil sie die Blutgefäße verengen und damit den Stoffwechsel des Bindegewebes herabsetzten.

Wirksame Strategien gegen unschöne Dellen

Anne Hundgeburth, Hautärztin und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen, weiß, dass keine cellulitisgeplagte Frau die Flinte ins Korn werfen muss. Es gibt einige Maßnahmen, die die Hautstruktur verbessern und die Entstehung neuer Dellen herauszögern können. Ganz wichtig ist dabei eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Kohlenhydraten, wenig Fett und reichlich Flüssigkeit. Auch der Verzicht auf Durchblutungshemmer wie Koffein und Nikotin macht sich bezahlt.

Regelmäßige Bewegung wirkt sich gleich mehrfach auf das Hautbild aus. Ausdauersportarten erhöhen die Fettverbrennung und bringen die Fettzellen zum Schrumpfen. Außerdem wird die Durchblutung der Gewebe angeregt. Der Stoffwechsel der Haut läuft auf Hochtouren und die Struktur der Kollagenfasern verbessert sich. Sport strafft außerdem die Muskeln, was die Problemzonen optisch straffer wirken lässt. Um den bestmöglichen Effekt zu erreichen, am besten täglich für eine halbe Stunde trainieren.

Cremes können allenfalls unterstützend wirken

ie Kosmetikindustrie lockt mit einem breiten Angebot an Produkten, die den Traum von glatter, fester Haut verwirklichen sollen. Spezielle Wirkstoffe sollen Fettzellen schrumpfen und Wassereinlagerungen im Bindegewebe schwinden lassen. Andere Anbieter setzen auf eine Unterstützung der Mikrozirkulation in der Haut, was sich in elastischeren Kollagenfasern niederschlagen soll. Wieder andere Produkte sollen die Durchblutung des Bindegewebes in die Höhe treiben oder die Vermehrung der Fettzellen drosseln.

Bisher konnte in keinem Test eine Creme ausgemacht werden, die tatsächlich gegen Dellen hilft. Keine Creme kann bis zum Ursprung der Cellulitis in die Unterhaut eindringen, sondern allenfalls eine bessere Durchblutung der oberen Hautschicht erreichen. Dennoch sind Cremes nicht gänzlich nutzlos. Beim Aufbringen auf der Haut macht sich der Massageeffekt bezahlt. Massagen regen die Durchblutung und den Abtransport von Wasser an und können so zu einer Linderung der Cellulitis beitragen. Für diesen Zweck reicht jedoch eine einfache Bodylotion.


Quelle: Nach Informationen des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen
Autor: Sibylle Fünfstück
Stand: Jul 29, 2009


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