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Barrett-Ösophagus

Barrett-Speiseröhre: Abtragen oft ratsam

Der Barrett-Ösophagus wird als Vorstufe des Speiseröhrenkarzinoms betrachtet. Viele Patienten wünschen sich darum eine hoch wirkungsvolle Therapie. Doch eine gesicherte erfolgversprechende Behandlung gibt es nicht. Sagen lässt sich nur so viel: Wenn das Zellwachstum bereits gestört es - also eine Dysplasie vorliegt - ist es ratsam, die betroffene Schleimhaut abzutragen.

Für Patienten mit Dysplasien in der Speiseröhre oder gar beginnendem Karzinom stellt das Abtragen (Ablation) eine echte Alternative zur Ösophagusentfernung dar. Die Schleimhautentfernung mit einer Schlinge, die über ein Endoskop in die Speiseröhre eingeführt wird, ist in diesen Fällen "die Therapie der Wahl", meint Prof. Rudolf Arnold von der Phillips-Universität Marburg in der Fachzeitschrift "Der Internist".

Die betroffene Schleimhaut kann auch durch Wärme oder Laser endoskopisch abgetragen werden. Doch kann der Arzt bei dieser Methode das entnommene Gewebe anschließend nicht untersuchen, da es zerstört wird. Ein Nachweis, dass es sich tatsächlich um eine Dysplasie oder ein Karzinom im Frühstadium gehandelt hat, ist somit nicht mehr möglich. Da jede endoskopische Ablation vom Arzt viel Erfahrung und Geschick erfordern, empfiehlt Arnold, sie nur in Spezialzentren vornehmen zu lassen.

Abtragen bei harmloserem Barrett-Ösophagus nicht sinnvoll

Wenn an verschiedenen Stellen in der Speiseröhre Schleimhautveränderungen auftreten, kommt eventuell noch eine Photodynamische Therapie in Frage. Doch diese Bestrahlung ist aufwändig, teuer und führt bei den Patienten oft zu Hautproblemen. Auch lässt sich das Barrett-Epithelgewebe durch die Photodynamische Therapie offenbar nicht vollständig entfernen, so Arnold.

Bei einem Barrett-Ösophagus ohne Dysplasie ist eine Ablation nicht sinnvoll. Es ist noch nicht bewiesen, dass sie tatsächlich einem Ösophaguskarzinom vorbeugen kann. "Als Vorsorgemaßnahme kann die Ablationsbehandlung daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen werden", schreibt Arnold.

Patienten mit einer relativ ungefährlichen Variante des Barrett-Ösphagus müssen somit auf Protonenpumpenhemmer (PPI) vertrauen, die den Säureausstoß im Magen hemmen. Diese Medikamente verringern zwar die Refluxsymptome wie Sodbrennen, Schluckbescherden und Oberbauchschmerzen. Doch haben sie auf den Barrett-Ösophagus nur begrenzt Einfluss, da das Zylinderepithel sich nicht vollständig in das für die Speiseröhre typische Plattenepithelgewebe zurückbildet.

Fundoplikatio-OP und Medikamente nicht völlig wirkungslos

Auch eine Fundoplikatio-Operation, bei der der Verschluss zwischen Speiseröhre und Magen wiederhergestellt wird, kann einen Barrett-Ösphagus nicht wirklich heilen, meint Arnold. Der Eingriff unterbindet das Zurückfließen der Magensäure und ist als therapeutische Maßnahme bei einer Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut (Ösophagitis) sehr geeignet. Doch auf die Rückbildung der Schleimhautzellen in einen normalen Zustand hat die Fundoplikatio anscheinend nur wenig Einfluss.

Trotzdem sind säurehemmende Medikamente oder Fundoplikatio bei einem Barrett-Ösophagus nicht völlig umsonst, meint Arnold. "Sowohl bei medikamentöser als auch bei chirurgischer Therapie wurde beobachtet, dass nach Rückgang der Säureexposition vereinzelt Plattenepithelinseln im Zylinderepithel entstehen können."


Quelle: "Der Internist"
Autor: Springer Medizin
Stand: Aug 19, 2007


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