Barrett-Ösophagus
Sodbrennen: Zellveränderungen recht häufig
Sodbrennen, Schluckstörungen und Oberbauchschmerzen - die Symptome der Refluxkrankheit sind unangenehm. Was aber manche Reflux-Patienten fast noch mehr belastet, ist die Furcht vor einem Ösophaguskarzinom (Speiseröhrenkrebs). Schließlich kann der ständig zurückfließende Magensaft die Schleimhaut der Speiseröhre so sehr angreifen, dass es zu Zellveränderungen kommt.
Bei 10 bis 20% aller Patienten mit Refluxkrankheit wird das für die Speiseröhre charakteristische flache Epithelgewebe (Plattenepithel) teilweise durch würfelförmiges Zylinderepithel ersetzt, mit dem auch der Magen auskleidet ist. Mediziner bezeichnen eine Speiseröhre, in der sich das Gewebe auf diese Art verändert, als Barrett-Ösophagus.
In 1% der Fälle wird der Barrett-Ösophagus zum Karzinom
Es ist wichtig, einen Barrett-Ösophagus früh zu erkennen, da er als Krebsvorstufe gilt: Das Risiko ein Karzinom zu entwickeln, erhöht sich um das 40fache, berichtet Prof. Rudolf Arnold von der Phillips-Universität Marburg in der Fachzeitschrift "Der Internist". Trotzdem besteht kein Anlass zur Panik: Die allermeisten Frauen und Männer mit Barrett-Ösophagus haben keine reduzierte Lebenserwartung aufgrund ihres Speiseröhrenleidens.
Seit Anfang der 70er-Jahre haben die Barrett-Ösophagus-Fälle in den Industrienationen um ein Zehnfaches zugenommen. Dies könnte unter anderem mit der stetig steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung zusammenhängen: Ein Barrett-Ösophagus wird umso wahrscheinlicher, je älter der Patient, so Arnold. Am weitesten verbreitet ist die Erkrankung unter den 70-Jährigen.
Fast alle Patienten haben eine Hernie
Neben einem fortgeschrittenen Alter ist auch die Hiatushernie ein entscheidender Risikofaktor für den Barrett-Ösophagus: Bei fast 90% aller Patienten schiebt sich der Magen oder ein Anteil des Magens - manchmal auch ein weiteres Bauchorgan - durch das Zwerchfell in den Brustraum. Dies geschieht an der Stelle des Zwerchfells, an der sich die Öffnung für die Speiseröhre befindet.
Refluxbeschwerden finden sich überraschenderweise längst nicht bei allen Patienten mit Barrett-Ösophagus: Ärzte haben die Schleimhautveränderungen auch schon bei Patienten beobachtet, die weder über Sodbrennen, noch über Schluckstörungen oder Oberbauchbeschwerden klagten. "Allerdings ist der Barrett-Ösophagus bei Patienten mit ausgeprägten Symptomen einer Refluxkrankheit häufiger", schreibt Arnold.





