Frau, Tablette einnehmend

Sodbrennen

Nicht ignorieren, sondern ernst nehmen!

Etwa ein Drittel der deutschen Erwachsenen hat laut einer Studie mit Sodbrennen zu kämpfen: einem unangenehmen Brennen in der Brust, das durch ein Aufsteigen der Magensäure in die empfindliche Speiseröhre verursacht wird. Häufiges Sodbrennen kann jedoch ohne Behandlung zu weiteren Erkrankungen führen. Um dem vorzubeugen und die Beschwerden zu lindern, hilft nur ein wirkungsvolles Eingreifen.

Bei Sodbrennen handelt es sich um das Leitsymptom der gastroösophagealen Refluxerkrankung: Überschüssige Magensäure steigt in die Speiseröhre auf und verursacht Schmerzen. Häufig funktioniert auch der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht mehr richtig und so kann der saure Mageninhalt in die empfindliche Speiseröhre zurückfließen. Eine große Zahl der Betroffenen ist von wiederkehrendem Sodbrennen betroffen, das heißt, sie leiden daran mehrmals im Jahr für länger als einen Tag. Um eine langfristige und nachhaltige Besserung zu erreichen, muss die Ursache des Problems angegangen werden, denn die Folgeerkrankungen können schwerwiegend sein: Bei jedem dritten Betroffenen kommt es zu Entzündungen der Speiseröhre, die zu einer dauerhaften Schädigung der empfindlichen Speiseröhre führen können. Bei 10% entwickelt sich eine so genannte Barrett-Schleimhaut, bei der sich die Speiseröhrenschleimhaut in Magenschleimhaut umwandelt. Dies kann die Vorstufe für Krebs sein, was jedoch nur selten der Fall ist.

Sodbrennen: oft verdrängt

Ein Hauptproblem ist, dass viele Sodbrennen-Geplagte keinen Arzt aufsuchen wollen und die Erkrankung verdrängen, obwohl sie sehr darunter leiden. Nur weniger als die Hälfte war wegen Sodbrennen schon einmal bei einem Arzt. Ebenfalls hat nur knapp jeder Zweite bereits Medikamente dagegen genommen. Vielen ist ihr Leiden peinlich: Sodbrennen, eine vermeintliche "Wohlstandserkrankung" undisziplinierter Menschen, die nur – so der Irrglaube – durch zu viel Essen oder übermäßigen Alkoholkonsum hervorgerufen werde. Dabei ist der Alltag durch die häufig starken Schmerzen deutlich eingeschränkt: Ob im Büro, auf Geschäftsreise, beim gemeinsamen Essen, beim Spielen mit den Kindern oder selbst beim Schlafen – Schmerzen und Unwohlsein werden zum fast ständigen Begleiter. Wenn die Betroffenen überhaupt einen Arzt aufsuchen, haben sie meist einen langen Leidensweg hinter sich und eventuell bereits Schäden an Speiseröhre oder Magen erlitten. Andere Patienten mit wiederkehrendem Sodbrennen gehen zwar offen damit um, sind sich jedoch nicht über dessen langfristige Folgen bewusst. Sie behelfen sich kurzfristig mit Antazida: Medikamente, die die Säure neutralisieren und bei seltenem Sodbrennen schnelle Linderung verschaffen. Sie haben jedoch keinen nachhaltigen Charakter, so dass das Sodbrennen schnell wiederkommen kann.

Protonenpumpeninhibitoren: langfristige Abhilfe bei wiederkehrendem Sodbrennen

Sodbrennen muss Betroffenen weder "peinlich" sein, noch müssen sie die Schmerzen hilflos hinnehmen: Eine langfristige Linderung verschaffen so genannte Protonenpumpeninhibitoren (PPIs), die seit Kurzem auch rezeptfrei in Apotheken erhältlich sind. Präparate, die beispielsweise den Wirkstoffe Pantoprazol enthalten, wirken ursächlich und direkt am Ort des Geschehens, indem der PPI im Magen die Produktion der Magensäure reduziert. Die Magensäure wird aber nach wie vor ausreichend produziert, um Nahrung zu verdauen. Wiederkehrendes Sodbrennen sollte so früh wie möglich therapiert werden, um eine effiziente und langfristige Besserung zu erzielen.

Quelle:GfK 2008, n=3.000, Erwachsene 18-69 Jahre, Deutschland.
Eckardt, V. Wie gefährlich ist Sodbrennen? Dtsch Arztebl 2002; 99(25): A-1754 / B-1484 / C-1382.
Nocon. M. Gesundheitsbezogene Lebensqualität bei gastroösophagealer Refluxerkrankung. Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Medizinischen Fakultät der Charité – Universitätsmedizin Berlin, 2006.
Wolfgarten E et al. Prävalenz von Refluxbeschwerden in der Kölner Normalbevölkerung. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 2007.


Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 8, 2009


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