Singles & Flirten
Per E-Mail zum Partnerglück
Traumprinz gefällig?! Kein Problem im Zeitalter des Internets! Partnerschafts-vermittlungen sind hier in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Bindungswillige Singles lassen sich mit Name und Anschrift bei der jeweiligen Flirtline registrieren und können ihr Profil mit Hobbys und Wünschen zum Partner (groß, klein, blond, humorvoll, zärtlich...) eingeben und das Formular abschicken. Die Kontaktwünsche werden ihnen per Mail vom jeweiligen Anbieter zugesandt. Ob sie ein Kontaktgesuch beantworten, bleibt den Auftraggebern selbst überlassen. Klappt das?
Steffi, 31 und seit einem Jahr Single, wollte ihrem Glück auf die Sprünge helfen. Wenn der Traumprinz nicht zu ihr kommen wollte, dann müsste sie ihn eben selbst finden! "1,78 Meter große, blonde Redakteurin aus Berlin, die gerne Bruce Springsteen hört und Nudeln mit Zucker mag, sucht intelligenten, humorvollen Mann, mit dem sie Pferde stehlen kann." So lautete ihr Anzeigentext. Zum Schluss noch ihre Hobbys sowie Wünsche zu den Charaktereigenschaften des Partners.
Viele Mails gleich aussortiert
Lange musste Steffi nicht warten: Bereits am nächsten Tag hatte sie 15 Zuschriften auf ihre Anzeige erhalten. "War natürlich jede Menge Schrott dabei", grinst sie rückblickend. Zehn Mails wurden sofort aussortiert: "Entweder strotzten die Mails nur so vor Rechtschreibfehlern, oder die Typen waren 45 Jahre alt oder sogar noch älter." Einige Mails, die ihr vom Wortlaut her gefielen, beantwortete sie gleich. Manchmal habe sich ein scheinbar netter Typ dann aber doch im wahrsten Sinne des Wortes als Fehlanzeige entpuppt. Die Verfasser von anfänglich netten Mails hätten mit Machosprüchen um sich geworfen, andere hätten zu schnell Adresse und Telefonnummer haben wollen.
Die ersten Dates
Von 25 Zusendungen innerhalb von drei Wochen blieben Steffi sieben Männer "erhalten". Sechs davon aus ihrer Wahlheimat Berlin, mit denen sich Steffi auch traf. Meistens stimmte jedoch das Bild, das sie sich von einem Mann gemacht hatte, nicht mit seinem äußeren Erscheinungsbild überein. Einer sei bereits geschieden gewesen, hatte eine achtjährige Tochter und sich gerade von seiner Freundin getrennt. Davon habe er in seinen Mails nichts erwähnt. Ein anderer habe beim abendlichen Candellight-Dinner nur von sich und seinem Beruf als Programmierer erzählt... Übrig blieb Jan, 30, selbstständiger Webdesigner. Allerdings auch mit einem Handicap: Er war zwei Zentimeter kleiner als die 1,78 Meter große Steffi. Außerdem blond. "Ich stand doch immer mehr auf Dunkelhaarige", gesteht Steffi.
Da hat's gefunkt!
Trotzdem: Die Chemie stimmte, und Jan und Steffi trafen sich weiterhin. Sie gingen zusammen ins Kino, trafen sich zum Essen oder zum Shopping. Sie hatten Spaß zusammen und entdecken viele Gemeinsamkeiten. "Irgendwann hat's dann nach ein paar Treffen echt gefunkt", meint Steffi, und ihre Augen strahlen verliebt. Bei Jan war's genauso. Die beiden sind seit einem halben Jahr ein glückliches Paar.
Per Mail zum Partnerglück - Eher die Ausnahme?
Allerdings, gibt Steffi zu, sei es wohl doch eher die Ausnahme, nette Single-Männer per Mail-Kontakt kennen zu lernen. "Viele benutzen die Kontaktanzeigen nur, um sich zu profilieren, und nicht, um wirklich jemanden kennen zu lernen."
Viele der Männer versteckten sich beim Schreiben hinter einer Maske. Wenn man diese Typen dann in Natura treffe, entpuppe sich so mancher schreibende Romantiker als egoistischer Prahlhans, sagt Steffi. Trotzdem sei das Internet eine gute Möglichkeit, um neue Kontakte zu knüpfen und ein bisschen per E-Mail zu flirten. "Das ist gut fürs Ego. Schließlich wissen die Männer nicht, wie du aussiehst und wer du wirklich bist. Wer ein bisschen schüchtern ist, kann auf diese Weise auch Hemmungen vor dem anderen Geschlecht abbauen."
Und vielleicht hat man oder frau ja doch Glück und findet, so wie Steffi, den Prinz oder die Prinzessin über's Netz. Noch ein letzter Tipp von ihr: "Nicht immer so auf Äußerlichkeiten achten! Wenn die Chemie stimmt, ist das oft schon die halbe Miete und der Weg zum Glück zu zweit nicht mehr weit."









