Ursachen
Was ist eine Autoimmunerkrankung und wie kann sie entstehen?
Unsere Umwelt ist von einer Vielzahl von Mikroorganismen besiedelt: Viren, Bakterien und Pilze. Weil potentielle Krankheitserreger in unserem Körper nichts zu suchen haben, fahndet das Immunsystem ständig nach Eindringlingen. Es verfügt über Mittel, fremde Zellen zu erkennen und effizient zu zerstören.
Doch wenn es außer Kontrolle gerät, können die Folgen schwerwiegend sein.
Normalerweise unterscheidet das Immunsystem zwischen Fremd und Eigen. Manchmal kommt es jedoch vor, dass diese Erkennung nicht mehr in jedem Fall funktioniert. Dann richtet es sich gegen den eigenen Organismus, daher spricht man von einer Autoimmunerkrankung (auto heißt selbst). Beispiele dafür sind rheumatische Erkrankungen, manche Fälle des Typ-I Diabetes und wahrscheinlich auch die Multiple Sklerose. Warum das Immunsystem fehlerhaft reagiert, ist bislang noch nicht in allen Einzelheiten geklärt.
Möglicherweise findet diese Autoimmunreaktion nur statt, wenn das Immunsystem zusätzlich in der Vergangenheit eine bestimmte Infektion durchgemacht hat, etwa durch Viren. Multiple Sklerose ist aber keine ansteckende Krankheit. Das zerstörerische Potential des Immunsystems richtet sich dadurch gegen das Myelin, und führt so zur Entzündung und Schädigung in Form eines Herdes.
Die vererbten Eigenschaften eines Menschen spielen offensichtlich eine Rolle bei der Krankheitsentstehung. Es ist aber nicht so, dass ein Patient mit Multipler Sklerose, die Erkrankung zwangsläufig an die eigenen Kinder weiter gibt. Kinder von Multiple Sklerose Erkrankten haben lediglich ein etwas höheres Risiko als die Normalbevölkerung, zu erkranken.
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