Wohlfühltipps
Mit Alpha-Relaxing auf Entspannen schalten
Auch Handarbeit ist Kopfarbeit. Das begreift schnell, wer Alpha-Relaxing ausprobiert. Mittels Übungen, die "Handarbeit" oder "Große Körperreise" heißen, lehrt die Methode das bewusste Umschalten von Anspannung auf Entspannung. Alpha-Relaxing ist leicht zu lernen und dann überall praktizierbar. Gefragt ist nur die eigene Vorstellungskraft.
Julia W. drückt den Startknopf des CD-Players, setzt sich in ihren Wohnzimmersessel und schließt die Augen. Eine Männerstimme erklingt. "Handarbeit. Können Sie sich den Raum zwischen Zeigefinger und Daumen jeder Hand vorstellen?" Pause. "Zwischen Zeigefinger und Mittelfinger?" Pause. "Zwischen Mittelfinger und ..." Julia W. versucht es. Zuerst sieht sie nur etwas Dunkles vor sich, aber schon bald wird die Vorstellung klarer. Sie nimmt den Raum zwischen ihren Fingern tatsächlich wahr. Rund acht Minuten dauert diese erste Übung auf der CD zum Buch "Alpha-Relaxing" von Heinz-Peter Röhr. Aber bereits nach wenigen Minuten bemerkt Julia W. erste Wirkungen. "Die Hände wurden warm, dann begann es in den Fingern zu kribbeln." Nach acht Minuten öffnet Julia W. die Augen wieder. "Ich fühle mich ruhiger", resümiert sie.
Entspannungstrick: Sich Leere vorstellen
Auf den ersten Blick erinnert Alpha-Relaxing stark an Autogenes Training. Schließlich beruht auch diese Entspannungsmethode auf der Vorstellungskraft des Einzelnen. Doch anders als beim Autogenen Training stellt sich der Übende nicht die einzelnen Teile seines Körpers vor, sondern den Raum dazwischen oder darum herum, also Leere. Möglicherweise erleichtert das manchem das Abschalten. Aber Alpha-Relaxing hat noch weitere Vorteile gegenüber dem Autogenen Training. Einmal erlernt, ist es in fast jeder Situation anwendbar. Nicht einmal die Augen müssen geschlossen werden. Ganz im Gegenteil. Beim Training von Alpha-Relaxing wird gezielt geübt, mit offenen Augen auf Entspannung umzuschalten. So bemerken die Menschen um einen herum das kurze Abtauchen und Auftanken beinahe gar nicht.
In drei Phasen zu mehr Gelassenheit
Um Alpha-Relaxing zu lernen, empfiehlt Röhr täglich 20 Minuten zu üben. Die beste Zeit dafür sei morgens und abends vor dem Mahlzeiten. Denn nach dem Essen setze eine gewisse Trägheit ein, die der nötigen Aufmerksamkeit entgegenwirke. Insgesamt verläuft das Training in drei Stadien.
- Erste Phase: In dieser Intensivphase wird Alpha-Relaxing "installiert". Ziel ist es, Alpha-Relaxing zu einem "Programm im Gehirn" werden zu lassen. Wer regelmäßig übt, erreicht die Integration nach etwa einer Woche. Danach kann Phase zwei beginnen.
- Zweite Phase: Alpha-Relaxing wird in den Alltag integriert. Dabei soll gelernt werden, die Entspannungsmethode auch mit offenen Augen anzuwenden. Röhr rät, es zunächst in einfachen Situationen auszuprobieren, z.B. bei einem Spaziergang oder beim Betrachten eines Bildes. Ziel dieser Phase ist es, in jeder beliebigen Situation auf Alpha-Relaxing umschalten zu können.
- Dritte Phase: Alpha-Relaxing steht als Handlungsmöglichkeit im Alltag zur Verfügung. Das Training kann nun noch erweitert werden durch "Meditation in den leeren Raum". Ziel ist es, die persönliche Meditationspraxis zu schulen, um im Weiteren zu noch tieferer Entspannung, Gelassenheit und Wohlbefinden zu gelangen.
Wirkung von Alpha-Relaxing ist messbar
"Alpha-Relaxing ist tiefe Erholung für Geist und Körper. Die gesamte Muskulatur entspannt sich spürbar. Dies ist mithilfe des EMG, einem Messgerät zur Erfassung der Muskelspannung nachweisbar", sagt Röhr. Dieser Effekt halte nach dem Ende der Übung an. Auch das Gehirn befinde sich in einem entspannten Zustand und erzeuge die dafür typischen Schwingungen, die Alpha-Wellen. Daher der Name des Trainings.









