Meditation
Tropho-Training: Entspannung im Alltag
Stress mit dem Partner, Ärger mit den Nachbarn, Hektik im Beruf - das innere Gleichgewicht des Menschen ist schnell gestört. Aber auch leichter wiederherzustellen, als gemeinhin angenommen wird. Das jedenfalls behauptet Dr. Jakob Derbolowsky, der mit seinem Tropho-Training ein alltagstaugliches Entspannungsinstrument entwickeln wollte. Blitzentspannung leicht gemacht?
Der Begriff "trophotrop" bezeichnet in der Medizin einen Zustand, in dem sich der menschliche Körper regeneriert und neue Energien sammelt. Automatisch geschieht dies sonst nur im
Großer Anspruch, bescheidene Übungen
Derbolowsky ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Psychotherapie und Umweltmedizin und obendrein noch Leiter einer privaten Akademie für Psychopädie in Germering. Der Anspruch, den er mit seinem Therapiekonzept verbindet, zielt denn auch auf eine Vielzahl unterschiedlicher Aspekte: "Mit Tropho-Training fördern Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit und erschließen sich dauerhaft Wege zu Entspannung, Regeneration und Freude. Sie eröffnen innere Kraftquellen für erfolgreiche Stressbewältigung und gelassenes Selbstbewusstsein - selbst in schwierigen Situationen."
Klingt gut, wenn auch nicht ganz unkompliziert. Die Realität allerdings sieht tatsächlich sehr, sehr einfach aus. Denn um mit Derbolowskys "Siebenmeilenstiefeln zu zielgerichteter Entspannung" zu beginnen, muss der Gestresste zunächst nicht mehr tun, als bequem dazusitzen, die eigene Atmung zu kontrollieren und dieselbe als regelmäßigen Energiefluss wahrzunehmen. Bei der zweiten Übung stellen sich die Teilnehmer eine Waagschale vor, die die Anforderungen der Umwelt und die Rechte der eigenen Persönlichkeit langsam ins Gleichgewicht bringt.
Schritt drei besteht aus einer Art Autosuggestion, die durch das mehrmalige Wiederholen des Satzes "Ich bin ganz ruhig" innere und äußere Gelassenheit bewirkt. Anschließend soll der mentale Kontakt zwischen Geist und Organismus durch die Konzentration auf bestimmte Körperteile verstärkt werden, deren Dasein und Funktion genau "beobachtet" wird. Auch bei der fünften Übung lauscht der Mensch in sich hinein, registriert die Genauigkeit der eigenen Herzschläge und empfindet schließlich Dankbarkeit über die "kostbaren Geschenke" Atmung, Blutfluss usw.
In der vorletzten Übung vergeben die Teilnehmer dann Bezeichnungen, die das Unterbewusstsein durch positive Begriffe beeinflussen. Sätze wie "Mein lieber Leib, du bist strömend warm!" sollen die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele weiter intensivieren. Zu guter Letzt werden all diese Selbsterfahrungen in heiteren Zusammenfassungen wie "Ich liebe und akzeptiere mich, so wie ich bin!" oder "Ich bin ein fröhlicher, ein dankbarer Mensch!" gebündelt.
Das Geheimnis liegt in der Sauerstoffzufuhr
Dass Derbolowskys Tropho-Training tatsächlich zur Entspannung beitragen kann, liegt aus medizinischer Sicht an den Atem- und Entspannungsübungen, die für eine vermehrte Sauerstoffzufuhr sorgen und die Durchblutung anregen. Über den geistigen Hintergrund, der in Seminaren und mittlerweile sogar an Volkshochschulen vorgestellt wird, muss sich dann jeder Interessierte sein eigenes Urteil bilden.









