Hydrotherapie und Balneotherapie
Die heilende Kraft des Wassers
Nicht nur Wasserratten kommen bei der Hydrotherapie auf ihre Kosten, denn das nasse Element kann selbst chronische Beschwerden von Körper und Geist lindern.
Wasser ist Lebenskraft. Seit Jahrtausenden vertrauen Menschen auf die heilende Kraft des erfrischenden Elements und trinken oder baden gegen körperliche oder seelische Beschwerden an. Schon die alten Griechen und Römer vereinten ausgiebige Badefreuden und Gesundheitsvorsorge und verantworten damit gewissermaßen die Geburtsstunde der Wellnessbewegung. Doch erst in den letzten Jahrhunderten gelang es eifrigen Forschern und Therapeuten, zu ergründen, was genau das frische Naturelement für unsere Gesundheit tun kann.
Als regelrechter Wasserdoktor ging der Pfarrer Sebastian Kneipp in die Geschichte ein. Er legte die Grundlage für ein naturheilkundliches System, das auch heute noch Anwendung findet. Seine legendären Wasseranwendungen sollen über Wärme- und Kälterreize oder spezielle Badezusätze alle Körperfunktionen beeinflussen und das seelische Gleichgewicht wiederherstellen.
Hydrotherapie und Balneotherapie
Der Oberbegriff Hydrotherapie (Wassertherapie) umfasst alle äußerlichen Anwendungen von Wasser und Wasserdampf unterschiedlicher Temperaturen. Ziel der Hydrotherapie ist es, chronische Erkrankungen zu lindern und das körperliche und seelische Befinden dauerhaft zu verbessern. Für eine langfristige Wirkung wird die Wassertherapie über mehrere Wochen bis Monate angewendet. Eine kurzzeitige Therapie kann akute Beschwerden wie Schmerzen oder Kreislaufbeschwerden in die Flucht schlagen.
Die Bädertherapie (Balneotherapie) setzt auf die Heilbehandlung mit medizinischen Bädern. Alles was es dafür braucht ist Wasser, das mit mineralischen oder auch pflanzlichen Inhaltsstoffen versetzt wird, denen eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen wird. Dazu zählen etwa Kohlensäure, Kohlendioxid, Jod, Schwefel, Kochsalz, Radon oder Moor. Die gesundheitliche Wirkung der Balneotherapie ist relativ gut erforscht und erprobt. In der Regel werden die Behandlungen in Kurkliniken oder Sanatorien in Kurorten durchgeführt, doch auch in der eigenen Badewanne lässt sich für ein Heilbad nutzen.
Die Anwendungsgebiete
Wasser lässt sich vielseitig anwenden und hat entsprechend zahlreiche Wirkungen auf Körper und Geist. Je nach Behandlung können zur Linderung folgender Beschwerden beitragen:
- Erkrankungen des Bewegungsapparates
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen oder Bluthochdruck
- chronische oder akute Schmerzen
- Asthma
- Hauterkrankungen wie Akne, Schuppenflechte und Neurodermitis
- Infektanfälligkeit
- Stress und Ruhelosigkeit
- chronische rheumatische Erkrankungen
Die gängigsten Anwendungen
Güsse sind Bestandteil der Kneippkur. Wie bei vielen anderen Wasser-Anwendungen wird ein Temperaturreiz auf den Körper ausgeübt. Während bei Güssen druckfreie wechselwarme Wasserstrahlen zum Einsatz kommen, sind es bei der Behandlung mit Wickeln heiße, warme oder kalte Umschläge oder auch Packungen. Bei Wechselbädern wiederum werden Körperteile abwechselnd in warmes und kaltes Wasser getaucht. Auch das Wassertreten ist Teil der Kneippkur und erfordert etwas mehr Körpereinsatz als etwa Güsse, denn man schreitet langsam durch ein flaches Wasserbecken, wobei sich stets nur ein Fuß zur gleichen Zeit im Wasser befindet. Ruhiger geht es bei Waschungen zu, bei denen einzelne Körperteile oder auch der ganze Körper mit einem groben, feuchten Frotteetuch abgerieben wird.









