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Bad, Bäder & Sauna

Sauna: Wo Schwitzen ein Genuss ist

Seit gut 50 Jahren hat sich die finnische Sauna einen festen Platz in der deutschen Bäderlandschaft erobert. Heute ist sie in fast jedem Fitness-Center und Sportclub zu finden. Da die Sauna jedoch den Kreislauf sehr belastet, sollte der Besucher sich an einige Verhaltensregeln halten. Auch ist es ratsam, Erschöpfungssignale jeglicher Art stets ernst zu nehmen.

Je höher die Bank, desto heißer

Sauna bedeutet wörtlich Erdgrube. Die ursprünglich aus dem Ural stammenden Finnen haben ihr Heißluftbad in Erdhöhlen genommen, ehe sie Blockhütten dafür errichteten. Die Sauna ist ein trockenes Heißluftbad - bei minimaler Luftfeuchtigkeit wird die Badekabine auf bis zu 100 Grad Celsius erhitzt. Mittlerweile sind Saunaöfen nur noch selten mit Birkenholz beheizt, sondern meist elektrisch betrieben. Man sitzt oder liegt auf Holzbänken, die in unterschiedlicher Höhe in der Kabine angebracht sind. Je weiter oben sich die Bank befindet, desto höher ist die Temperatur. Aufgrund der extrem trockenen Luft kann man die Temperaturen von 95 bis 100 Grad gut aushalten.

Nur mit warmen Füßen in die Kabine

Auch für die Sauna gilt: Zuerst die Reinigung. Wichtig ist, sich nach der Dusche gründlich abzutrocknen, denn Restfeuchtigkeit auf der Haut verzögert das Schwitzen. Die Füße sollten warm sein, wenn man die Sauna betritt; bei kalten Füssen hilft ein warmes (40 bis 43 Grad Celsius) Fußbad. Für den ersten Saunagang reichen acht Minuten aus. Man wählt seinen Platz je nach Lust und Verfassung höher oder niedriger und setzt sich entspannt hin, mit vorgeneigtem Oberkörper und geneigtem Kopf, und stützt sich mit den Armen auf den Knien ab. Oder man liegt auf dem Rücken, die Beine angewinkelt.

Auf jeden Gang folgt ein Kaltwasserguss

Wie rasch die Schweißproduktion einsetzt, ist individuell verschieden. Manche beginnen schon nach einigen Minuten zu schwitzen, bei vielen dauert es länger. Zuweilen setzt der eigentliche Transpirationsprozess erst beim zweiten Saunagang ein.

Nach jedem Saunagang folgt die Abkühlung mit Kaltwassergüssen. Güsse sollten immer zum Herzen hin erfolgen, also von den Fußgelenken, rechts beginnend, die Beine entlang zum Rumpf und von den Handgelenken zu den Schultern. Danach folgt die kalte Dusche oder der Gang ins Tauchbecken.

Langsam abkühlen

Für die Abkühlungsphase sollte man sich mindestens so viel Zeit lassen wie zuvor beim Erwärmen. Es ist besser, dabei langsam vorzugehen, statt gleich nach Verlassen der Saunakabine ins eisige Tauchbecken zu springen. Nach dem Abkühlen folgt eine Ruhepause, während der die Füße warmgehalten werden sollten. Der zweite Saunagang kann bis zu 15 Minuten dauern.

Finnen schwören auf Aufgüsse

Eine beliebte Prozedur ist der Aufguss: Mit einer Holzkelle wird dabei Wasser auf den heißen Ofen gegossen, das mit Zischen sofort verdampft. Es treibt für einen kurzen Moment die Luftfeuchtigkeit nach oben und befördert dadurch das Schwitzen. Für die Wirkungsweise der Sauna ist der Aufguss jedoch nicht unbedingt erforderlich; Puristen behaupten sogar, er widerspreche den Prinzipien des Saunabades. In Finnland gehören Aufgüsse jedoch unbedingt zum Vergnügen.

Die Sauna-Etikette verlangt, die Mitbadenden zu fragen, ehe man einen Aufguss macht. Der Aufguss wird idealerweise erst beim zweiten Gang vorgenommen; dabei sollte nicht zu viel Wasser zum Einsatz kommen. Zwei bis drei Kellen Aufguss für eine sechs- bis acht-Personenkabine sind ausreichend. Auch Zusätze aus ätherischen Ölen sollten sparsam dosiert werden. Es eignen sich Kiefer- und Birkenessenzen oder auch Orangenblüte für Liebhaber südlicher Aromen. Minze und Eukalyptus mit ihrem kühlenden Effekt gehören nicht in die Sauna.

Kreislaufkranke sollten vorher zum Arzt gehen

Regelmäßiger Saunabesuch hilft nachweislich gegen Schlafstörungen, beugt Erkältungskrankheiten vor, unterstützt den Effekt von Diäten zur Gewichtsreduktion und verbessert die Kondition.

Herz- und Kreislaufkranke sollten die Sauna nur nach Rücksprache mit einem Arzt besuchen. Auch bei akuten Infektionen und Erkältungen ist die Sauna zu meiden.

Sonst kann sich jeder, der möchte, das Vergnügen gönnen - auch Kinder. Wichtig ist, sich an die Regeln zu halten und den Signalen des eigenen Körpers zu vertrauen. Wer sich unwohl fühlt, verlässt besser früher die Kabine, statt eine vorgeschriebene Anzahl von Minuten auszuhalten. Sportlicher Ehrgeiz, was Länge und Häufigkeit der Saunagänge betrifft, schadet mehr als er nützt.

Von Warmwasseranwendungen wie Duschen oder Whirlpool zwischen den Saunagängen ist abzuraten, ebenso von der Benutzung von Seife, die nur die Haut auslaugen würde. Die Kaltwasseranwendungen, Güsse oder Duschen während der Abkühlungsphase reichen aus, um den Schweiß abzuspülen, den der Körper in der Sauna produziert.

Kreislauf nicht zusätzlich belasten

Überschüssige körperliche Energie sollten Sie vor dem Saunabesuch bei Jogging, Fitnesstraining, Squash oder Schwimmen ausleben, denn zwischen den Saunagängen sind Muskelanstrengungen zu meiden. Die Anforderungen, die die Sauna an den Kreislauf und den Organismus stellt, reichen als Reize vollkommen aus. Strenge Saunagänger verwerfen auch Bürstenmassagen und sogar die Benützung des Quast, eines Büschels aus Birkenzweigen. Damit wird in Finnland während des Saunagangs auf die Haut geschlagen, um die Schweißproduktion zu stimulieren.

Übrigens: Die so genannte "Bio-Sauna" ist keine Sauna, sondern ein Schwitzbad und ähnelt mit ihren 50 Grad Raumtemperatur und 50 Prozent Luftfeuchtigkeit dem russischen Dampfbad.


Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 19, 2007


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