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Rezeptpflichtig oder Rezeptfrei?

Welche Medikamente bekommt man ohne Rezept?

Arzneimittel, die rezeptfrei erhältlich sind, eignen sich zur Behandlung von Beschwerden, die auch für einen medizinischen Laien leicht zu erkennen sind. Es ist zum Beispiel nicht unbedingt notwendig, einen leichten Schnupfen zuerst von einem Arzt diagnostizieren zu lassen. Zudem sollten die Medikamente leicht zu dosieren sein und bei Fehlanwendungen keine schweren gesundheitlichen Störungen hervorrufen.

Ob Arzneimittel rezeptpflichtig oder rezeptfrei sind, das hängt davon ab, welche Risiken von ihnen ausgehen können. Rezeptfreie Arzneimittel müssen dementsprechend gewisse Anforderungen erfüllen. Sie müssen beispielsweise für Erkrankungen gedacht sein, die auch ein medizinischer Laie erkennen kann. Meist sind das leichtere und vorübergehende gesundheitliche Störungen wie zum Beispiel eine Erkältung.

Verständlich, dass im Gegensatz dazu Medikamente zur Behandlung ernsterer und/oder chronischer Erkrankungen rezeptpflichtig sind. Ein gutes Beispiel dafür ist der Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit. Die Erkennung und Behandlung dieser Erkrankung gehört in die Hände eines Arztes.

Die Kontraindikationen rezeptpflichtiger Arzneimittel müssen auch für einen Laien nachvollziehbar sein. Kontraindikationen sind Situationen oder Zustände, in denen das Arzneimittel nicht angewendet werden darf. In den Kontraindikationen können auch Personengruppen aufgeführt sein, für die das Medikament nicht geeignet ist. Beispielsweise Kinder unter 6 Jahren oder Schwangere. Sind diese Kontraindikationen nicht klar oder setzen sie eine ärztliche Diagnose voraus, fällt das Arzneimittel unter die Rezeptpflicht.

Bestimmte Arzneimittel gegen einen Bluthochdruck darf man nicht anwenden, wenn die Kaliumkonzentration im Blut zu hoch ist. Abgesehen davon, dass Bluthochdruck von vorneherein kein Fall für die Selbstmedikation ist: Wie hoch die Kaliumkonzentration im Blut ist, kann man ohne vorherige ärztliche Untersuchung mit Blutabnahme nicht wissen. Ein weiterer wichtiger Punkt bei rezeptfreien Arzneimitteln sind die Nebenwirkungen. Sie müssen so beschaffen sein, dass ein Anwender sie erkennen und angemessen darauf reagieren kann. Indem er das Mittel absetzt oder zumindest die Dosis reduziert.


Autor: Springer Medizin
Stand: Nov 13, 2007


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