OP statt Diät?
Abnehmen auf Rezept
Viele Menschen mit massivem Übergewicht sind verzweifelt, haben unendlich viele Diäten in ihrem Leben hinter sich und wissen einfach nicht mehr, wie sie ihr Übergewicht wieder in akzeptable Bahnen lenken können. Heute gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit medikamentöser Unterstützung oder einem chirurgischen Eingriff das Thema Übergewicht aktiv anzugehen.
Orlistat verhindert die Fettverdauung
Der Wirkstoff Orlistat wirkt im Darm. Es gibt das Medikament in Pillenform auf Rezept in der Apotheke zu kaufen. Orlistat blockiert die Fett spaltenden Enzyme im Darm. So werden zirka 30 Prozent der verzehrten Nahrungsfette unverdaut über den Darm ausgeschieden. Den Patienten gelingt es auf diese Weise, innerhalb eines Jahres im Durchschnitt zehn Kilo ihres Gewichts zu reduzieren. Nebenwirkungen sind unangenehme Fettstühle, wenn zu viel Fett gegessen wird, Blähungen und eventuell Darmkrämpfe.
Wann sind Medikamente sinnvoll?
Sicher bieten Medikamente mit diesen Wirkstoffen eine Hilfe, besonders zu Beginn der Abnahme. Parallel zur Einnahme sollten die Patienten im Rahmen eines Basisprogramms das Ess-Verhalten umstellen und für regelmäßige Bewegung sorgen. Zu beachten ist allerdings die Leitlinie der deutschen Adipositas Gesellschaft: Adipositas wird als chronische Erkrankung mit hoher Rückfallneigung angesehen. Daher sollte ein nicht erfolgreiches Basisprogramm durch eine medikamentöse Therapie ergänzt werden.
Chirurgische Eingriffe: Augen zu und durch?
"Wenn nichts mehr hilft, hilft das Skalpell". Dies ist leicht gesagt und schwer getan. Operative Eingriffe wie das Einsetzen eines Magenbandes, die Verkleinerung des Magens oder das Einsetzen eines Magenballons sind risikoreiche, kostspielige Operationen, die nicht ohne Folgen bleiben.
Nach der Operation muss auch hier auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung geachtet werden. Der Magen hat jetzt ein Fassungsvermögen von zirka 400 bis 600 Millilitern. Dies bedeutet für die Praxis, dass nur noch ganz kleine Mengen zu einer Mahlzeit gegessen werden können. Wenn jedoch Eis, gezuckerte oder alkoholische Getränke oder andere flüssige und sämige Lebensmittel mit hohem Kaloriengehalt verzehrt werden, bringt einer dieser Eingriffe keinen großen Nutzen. Hinzu kommt, dass Verdauungsprobleme, Sodbrennen oder auch eine Milchzuckerunverträglichkeit Folgen des Eingriffs sein können.





