Gesund Wohnen
Sick-Building: Wenn Innenräume krank machen
In bestimmten Räumen fühlt man sich einfach unwohl: Kopfschmerzen, Müdigkeit und Mattheit mindern unvermittelt Konzentration und Wohlbefinden. Wechselt man den Aufenthaltsort, sind die Beschwerden wie weggezaubert. Ursache des Unwohlseins ist oft die hohe Schadstoffbelastung in Innenräumen. Ärzte sprechen vom Sick-Building-Syndrom.
Vom Sick-Building-Syndrom (SBS) sprechen Ärzte dann, wenn das eigene Zuhause oder auch die Arbeitsstätte tatsächlich krank gemacht haben. SBS kann sich auf verschiedene Weise zeigen:
- Kopfschmerzen
- akute Atemwegsprobleme
- depressive Zustände
- allergische Hautreaktionen
- verminderte Leistungsfähigkeit
So unterschiedlich die Symptome sind, mit denen es SBS-Betroffene zu tun haben, eines haben sie gemeinsam - sie verschwinden, sobald man den Aufenthaltsort wechselt.
Doch wo liegen die Ursachen für SBS? Eine hohe Schadstoffbelastung im Raum kann verantwortlich sein. Die häufigsten Schadstoffe in Innenräumen sind Asbest, Formaldehyd, die so genannten PAK und Phthalate.
Asbest
Was ist das? Bezeichnung für eine Gruppe feinfaseriger Minerale.
Wo vorhanden? Asbestprodukte sind seit März 1990 verboten. In vielen älteren Gebäuden sind sie jedoch in Wandbeschichtungen oder Abdichtungen noch vorhanden. In der Wohnung kann Asbest in Nachtspeicheröfen (von vor 1979), Fußbodenbelägen (von vor 1981), Gasherd-Topfuntersetzern, Fensterbrettern, Blumenkästen oder Balkonverkleidungen vorkommen.
Welche Gefahren? Eingeatmete Asbestfasern können zu Lungenschrumpfungen (Asbestose), Lungen- und Bauchfellkrebs führen.
Wie vermeiden? Asbesthaltige Materialien sollten nur vom Fachmann entfernt werden.
Formaldehyd
Was ist das? Ein farbloses Gas mit stechendem Geruch.
Wo vorhanden? Spanplatten, Bauschaum, Kleber, Lacke, Farben, Fußbodenbeläge und Tapeten sind typische Quellen.
Welche Gefahren? Der wichtige Grundstoff der chemischen Industrie ist Allergie erregend, Schleimhaut reizend und wird als Krebs erregend eingestuft.
Wie vermeiden? Achten Sie beim Renovieren oder bei Hobby-Bastelarbeiten unbedingt auf schadstoffarme Produkte.
Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
Was ist das? Chemische Verbindungen, die Benzol enthalten. PAK kommen in fossilen Brennstoffen (Erdöl, Kohle) vor.
Wo vorhanden? PAK entstehen bei der (unvollständigen) Verbrennung von organischem Material. Tabakrauch, geräucherte und stark gebratene Speisen sind direkte Aufnahmepfade. Parkettkleber, Bitumen (Abdichtungsmasse) und ältere Trinkwasserleitungen des öffentlichen Versorgungsnetzes sondern PAK ab.
Welche Gefahren? Allergische Reaktionen und ein erhöhtes Krebsrisiko können die Folgen sein.
Wie vermeiden? Sie sollten schadhaftes Parkett ausbessern lassen, Tabakrauch meiden, Speisen schonend garen und auf den häufigen Verzehr von Geräuchertem verzichten. Die PAK-Konzentration im Trinkwasser wird überwacht.
Phthalate/Phtalsäureester
Was ist das? Weichmacher für Kunststoffe.
Wo vorhanden? Die Weichmacher werden wegen der Verwendung in Plastik-Spielzeugen kritisiert. PVC-Fußböden, Folie zum Verpacken von Lebensmitteln und allgemein Kunststoffprodukte sind weitere Quellen.
Welche Gefahren? Phtalate stehen im Verdacht, das Hormonsystem negativ zu beeinflussen.
Wie vermeiden? Zur Vermeidung sollten Sie Spielzeug aus unbelasteten, natürlichen Materialien kaufen. Der Kontakt von PVC zu Lebensmitteln sollte man grundsätzlich vermeiden.









