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Gesund Arbeiten

Die ersten 100 Tage am Arbeitsplatz

Neu am Arbeitsplatz: Da heißt es, das Unternehmen kennen zu lernen und sich einarbeiten. Doch wer mit Kollegen und Vorgesetzten nicht klarkommt, hat schlechte Karten. Neueingestellte müssen auch ungeschriebene Spielregeln und Hackordnungen beachten. Wer vor Eifer Kollegen und Vorgesetzten ignoriert, kann selbst schnell zum Mobbing-Opfer werden.

Wer meint, nur Leistung zählt, Kollegen seien nicht so wichtig, liegt gefährlich falsch. "Ein Neuer, der Kollegen ignoriert, übersteht die Anfangsphase nicht", warnt der Personalberater und Autor mehrer Bewerbungsratgeber, Hans Friedrich. Denn die Kollegen bestimmen das Arbeitsklima. Sie können den Neuling fördern und unterstützen, aber auch seine Arbeit sabotieren. Ein paar Regeln erleichtern die ersten Kontakte.

Tipps für den guten Start

Die sozialen Spielregeln beachten. Ein Arbeitsteam hat sich meist lange zusammengerauft. Es haben sich ungeschriebene Normen, eine informelle Hackordnung herausgebildet, in der die Macht anders verteilt ist als nach der offiziellen Hierarchie. Ein Neuer, der sich über diese Spielregeln hinwegsetzt, sorgt für Unruhe.

Kontakte zu anderen Mitarbeitern suchen. Besonders in der Anfangsphase empfiehlt es sich, viele Kontakte herzustellen. Am einfachsten geht das, indem der Neue die Kollegen um Rat oder Hilfe bittet. Auch ist es oft von Vorteil, sich einen Paten, Starthelfer oder Mentor zu suchen. Der Mentor kann den Neuling nicht nur beraten, sondern auch vor Fehltritten bewahren.

Fachwissen und Kompetenzen nicht hervorkehren. Obwohl ein Neuer vielleicht gute Ideen und Verbesserungsvorschläge hat, sollte er damit in der Anfangszeit zurückhaltend sein. Denn die Kollegen fühlen sich schnell bevormundet oder kritisiert. Besser ist es, Tipps nur bei Nachfrage zu geben.

Sympathie wecken. Da Gemeinsamkeiten verbinden, sollten Neulinge am Anfang Ähnlichkeiten zwischen ihren Interessen oder Arbeitsweisen und denen ihrer Kollegen herausstellen. Auch unattraktive Zusatzaufgaben zu übernehmen, verschafft Sympathie. Auf Dauer darf sich ein Neuling allerdings nicht ausnützen lassen.

Der erste Eindruck zählt. Deshalb sollten sich Neulinge gepflegt kleiden und frisieren. Eine vorgeschriebene Kleiderordnung ist unbedingt einzuhalten. Ein gewinnendes Lächeln und etwas Small-Talk lockern die Atmosphäre.

Dem Arbeitsplatz nicht sofort eine persönliche Note aufdrücken. Der neue Arbeitsplatz (besonders im Büro) sollte nicht gleich nach dem persönlichen Geschmack eingerichtet werden. Neue sollten erst einmal alles beim Alten lassen. Sie können nach und nach etwas verändern.

Gerüchte vermeiden. Neue, die in Lebensstil oder Arbeitsweise von der Norm abweichen, sollten dies erläutern. So kann der angebotene Kaffee abgelehnt werden, wenn dies mit einem säureempfindlichen Magen begründet wird. Eine Erklärung muss keine Rechtfertigung sein. Doch wer seine Eigenheiten nachvollziehbar macht, beugt Missverständnissen und Gerüchten vor.

Aus Streit heraushalten. Konflikte zwischen Kollegen können viele Ursachen haben, die ein Neuling anfangs aber noch nicht durchschaut. Neulinge sollten sich deshalb weder einmischen, noch Partei ergreifen.

Sich nicht provozieren lassen. "Die Kollegen testen erst einmal, was sich der Neue gefallen lässt", weiß der Diplom-Psychologe Claus-Peter Müller. Mit allen Mitteln wird versucht, die Grenzen auszuloten. Jetzt heißt es mitunter Zähne zusammenbeißen. Dennoch sollte sich der Neue Hilfe suchen, wenn die "Tests" und Schikanen überhand nehmen.

Flexibel bleiben. Manchmal nützen die besten Ratschläge nichts. Bevor ein Neuling zum Mobbingopfer wird, sollte er die Probezeit als solche begreifen. Manchmal hilft eben nur, sich nach einer anderen Abteilung oder einem anderen Arbeitsplatz umzusehen.

Klug sein statt klein machen

Ein Rat zum Schluss: "Es geht nicht darum, sich klein zu machen und bedingungslos an die Wünsche anderer anzupassen", sagt Professor Andreas Gourmelon aus Gelsenkirchen. Er empfiehlt stattdessen, taktisch klug vorzugehen, erst einmal Verbündete zu gewinnen und dann erst aus einer gesicherten Position heraus eigene Ideen einzubringen und Interessen zu verwirklichen.


Autor: Springer Medizin
Stand: Jun 19, 2007


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