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Gesund Arbeiten

Computerarbeit: Mäuse machen Arme müde

Mit flinken Fingern wird das kleine Gerät hin- und hergeschoben. Wohl mehrere tausend Mal am Tag macht es Klick. Die Arbeit mit der Maus ist bewegungsarm und monoton. Das hat Folgen: Bei jedem vierten Bildschirmarbeiter treten Beschwerden in Händen, Armen und Nacken auf, so die Technische Hochschule Darmstadt. Ärzte bezeichnen diese Symptomatik als Repetitive Strain Injury.

Der Computer ist vielleicht eine der wichtigsten Erfindungen überhaupt: Er erleichtert die Arbeit, kann irrsinnig viele Daten speichern, ist Gedächtnis, Terminplaner und Ordner in einem. In Deutschland arbeiten rund 20 Millionen Menschen mit Kollege Computer zusammen. Tendenz steigend. Der Nachteil: Es handelt sich um eine sehr eintönige Tätigkeit. Probleme sind also programmiert. Fünf Millionen Menschen leiden in Deutschland an Repetitive Strain Injury (RSI) - auch Mauskrankheit genannt.

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Stress und schlechte Haltung lösen Repetitive Strain Injury aus

Das ständige Klicken der Maus führt zu allerkleinsten Verletzungen im Gewebe. Es entstehen Narben und damit Schäden am Bewegungsapparat von Hand, Arm, Schulter und Nacken. Neben der monotonen Arbeit sind vor allem Stress, schlechte Körperhaltung und Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes die Auslöser.

Denn nicht zu unterschätzen ist der Faktor Spaß an der Arbeit. Das haben Untersuchungen an der Universität von Surrey gezeigt, die die Europäische Union in Auftrag gegeben hat: Computerspieler sind trotz stundenlanger exzessiver Bedienung von Keyboard, Joystick oder Maus weniger RSI-gefährdet als Menschen, die beruflich und freudlos den ganzen Tag am Rechner arbeiten müssen.

Ruderbewegungen sind Gift

Die Mauskrankheit sollte so früh wie möglich behandelt werden, anderenfalls kommt es zu chronischen Beschwerden. Erste - und meist auch wirksame - Maßnahme, ist eine Ă„nderung des Arbeitsplatzes. Gute ergonomische Bedingungen sind das Wichtigste. Die Betätigung der Maus darf nicht in Ruderbewegungen ausarten. Besser ist ein kleiner Radius und eine geringe Belastung des Handgelenks. Das lässt sich jedoch nur umsetzen, wenn die Maus einwandfrei funktioniert und die Sensoren nicht verschmutzt sind.

Auch sollte der Computerarbeiter:

  • die Maus immer locker in der Hand halten.


  • die Doppelklick-Geschwindigkeit reduzieren.


  • die Gelenke warm halten.


  • auf Computerspiele weitestgehend verzichten.

Zu den physikalischen Maßnahmen zählen Wärme- und Kältebehandlungen, Bestrahlung, Bewegungsbäder, Massagen und Gymnastik. Medikamentös lässt sich der Mausarm mit Schmerzmitteln (Analgetika) und unter Umständen auch mit Kortisonpräparaten therapieren. Ganz neu ist die Behandlung mit dem Bakteriengift Botulinumtoxin, das für eine Enspannung der Muskeln sorgt.


Autor: Springer Medizin
Stand: Apr 29, 2007


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