Geschwollene Beine
Wenn der Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät
Schwellungen, die gehäuft an den Beinen auftreten, können Folge von langem Sitzen oder Stehen sein. Nicht immer sind die Ursachen jedoch harmloser Natur.
Die Knöchel sind angeschwollen, die Waden spannen - die meisten Menschen haben sich bereits mit Schwellungen an den Beinen herumgeplagt. Die sogenannten Ödeme werden von den Betroffenen häufig als harmlos erachtet, und in der Tat sind sie häufig Folge von Bewegungsarmut. Doch nicht immer verschwinden diese bald wieder. Denn auch gravierende Erkrankungen der Niere oder des Herzens können sich in Ödemen bemerkbar machen. Lang anhaltende Ödeme sollten daher unbedingt von einem Arzt untersucht und behandelt werden.
Wie Ödeme entstehen
Ödeme bilden sich zumeist, wenn die Kapillaren Wasser in das Gewebe durchsickern lassen. Erhöhter Druck in den Kapillaren verhindert, dass das Wasser zurück in den Blutstrom gelangt. Weil nun zu wenig Wasser im Blut ist, halten die Nieren weiteres Wasser zurück, um den Wassermangel auszugleichen. Dadurch kann mehr Flüssigkeit durch die Kapillaren sickern, und die Nieren werden zu einem vermehrten Wasserrückhalt angeregt. Als Folge dessen bilden sich kleine bis große Schwellungen in der betroffenen Region.
Viele Faktoren können die Entstehung von Ödemen begünstigen. So kann sich infolge von Bewegungsarmut ein Blutstau in den Beinen entwickeln, der mit einem erhöhten Druck der Kapillaren einhergeht. Auch heißes Wetter, Hormonschwankungen und eine stark salzhaltige Kost können den Übertritt von Flüssigkeit aus dem Blut in die Gewebe begünstigen. Ödeme können jedoch auch als Nebenwirkung zahlreicher Medikamente auftreten. Liegt der Schwellung keine dieser Ursachen zugrunde, verschwindet sie häufig bereits nach wenigen Tagen wieder.
Wann ein Arzt konsultiert werden muss
In den meisten Fällen sind Ödeme völlig unbedenklich. Meistens verschwinden sie innerhalb von 24 Stunden wieder. Bei länger anhaltenden oder wiederkehrenden Schwellungen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dringend erforderlich ist der Besuch beim Arzt, wenn die Beine plötzlich anschwellen und die Schwellungen von einem Hitzegefühl der Beine oder Schmerzen begleitet werden. Wenn zusätzliche Symptome wie Fieber, Kurzatmigkeit oder Brustschmerzen auftreten, ist besondere Eile geboten.
Auch wenn eine ernsthafte Ursache ausgeschlossen wurde, sollten Ödeme nicht unbeobachtet bleiben. Eine lang anhaltende Schwellung kann schmerzhaft werden und Juckreiz und Hautausschlag mit sich bringen. Außerdem erhöht sie das Risiko für Infektionen und Druckgeschwüre. Ein besonderes Risiko für diese Komplikationen ist bei einer diagnostizierten Zuckerkrankheit und Krebs gegeben.
Wie man selbst entwässern kann
- Wenn die Beine schwer sind und spannen, helfen Wassertreten in kaltem Wasser und Fußbäder, die abwechselnd warm und kalt sind.
- Das Hochlagern der Beine entlastet die Venen und fördert den Abfluss der Wasseransammlungen aus den Extremitäten.
- Bei salzarmer Kost hält der Körper weniger Wasser zurück und der Wasseraustausch wird begünstigt.
- Sportarten wie Joggen, Walken, Radfahren und gezieltes Muskeltraining unterstützen den Blutfluss zum Herz und fördern den Abtransport von Schadstoffen aus den Geweben.
- Kompressionsstrümpfe sorgen für einen hohen Druck auf die Beine und verhindern dadurch Wasseransammlungen in den entsprechenden Regionen.
- Diuretische Mittel können vom Arzt verschrieben werden, um die Entwässerung durch die Nieren zu steigern.









