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Gefahr im Alltag

Als Beifahrer die Nerven behalten

Auf dem Beifahrersitz fühlt sich nicht jeder wohl. Wer regelmäßig unter Angst leidet oder Aggressionen in sich aufsteigen spürt, wenn er nicht selbst das Steuer in den Händen hält, der sollte etwas zu seiner Entspannung tun. Damit die Autofahrt nicht zur Zerreißprobe für die Nerven wird, sollte sich ein gestresster Beifahrer bewusst ablenken - oder die Reise aktiv mitgestalten.

Beifahren ist nicht jedermanns Sache. Vor allem Männer tun sich nach einer Umfrage der ADAC-Motorwelt schwer damit, anderen das Steuer zu überlassen. Nicht selten stufen sie sich als absolute Könner am Lenkrad ein, halten von den Fahrkünsten anderer hingegen wenig. Als Beifahrer sind daher oft unerträglich. Sie reden dem Fahrer oder der Fahrerin ständig drein, belehren und kritisieren - und haben kaum ihre Nerven im Griff. Ständig befürchten sie, dass ihr Auto einen Schaden erleidet. Langsames, unsicheres und übervorsichtiges Fahren macht sie schnell wütend. Sie fühlen sich vom Steuer verbannt und erleben dies als Einschränkung ihrer Freiheit. Deshalb sind Männer mitunter sehr unangenehme und schwierige Beifahrer.

Frauen sind die besseren Beifahrer

Auch so manche Frau fühlt sich auf dem Beifahrersitz nicht wohl. Frauen reagieren jedoch meistens anders als Männer. "Frauen haben mehr Abstand zum Fahren und zum Fahrzeug", erklärt der Psychologieprofessor Rainer Schönhammer aus Halle/Saale. Er glaubt, dass viele Frauen durchaus Spaß am Autofahren haben, aber nicht wie Männer große Lust am Ausreizen des Fahrzeugs verspüren. Frauen sind distanzierter, sowohl hinter dem Lenkrad als auch auf dem Beifahrersitz. Deshalb können sie auch besser abschalten und sich entspannen. Sie mischen sich weniger ein und fühlen sich gefühlsmäßig weniger beteiligt als Männer. Frauen, sagt Schönhammer, überließen den Männern sogar gerne das Steuer, weil sie sich als Fahrerinnen unsicher und nicht souverän fühlten. Außerdem spürten sie Leistungsdruck, wenn andere ihnen beim Fahren zusehen und ihren Fahrstil beurteilen. Viele Frauen seien ohnehin gewohnt, immer auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen, da der Gatte das Fahren als sein Vorrecht betrachtet.

Tricks, um Ruhe zu bewahren

Obwohl Frauen scheinbar weniger Probleme mit dem Beifahrerstatus haben als Männer, leiden auch sie hin und wieder unter Ängsten und fühlen sich ausgeliefert. Der Stress auf dem Beifahrersitz entsteht nach Meinung von Psychologen dadurch, dass der Beifahrer - anders als der Fahrer - weder Einfluss noch Kontrolle auf das Geschehen besitzt. Er muss die Situation passiv erdulden und sein Schicksal in die Hand eines anderen legen. Beifahrer empfinden daher nicht selten Hilflosigkeit und Angst, die übrigens auch Flugzeugpassagiere befällt. In diesem Punkt unterscheiden sich Männer und Frauen kaum, sie zeigen es nur unterschiedlich. Wem regelmäßig die Nerven auf dem Beifahrersitz durchgehen, kann sich mit folgenden Tricks behelfen:

  • Lenken Sie sich ab und betrachten Sie aufmerksam die Landschaft, die an Ihnen vorbeizieht. Sie können sich auch durch ein Gespräch mit Ihren Mitinsassen auf andere Gedanken bringen.
  • Entspannen Sie sich. Schließen Sie die Augen, atmen Sie mehrmals tief durch und konzentrieren Sie sich auf ein Bild vor Ihrem inneren Auge oder auf eine ruhige Melodie.
  • Machen Sie sich nützlich und beteiligen Sie sich aktiv an der Reise. Studieren Sie die Karte, achten Sie auf Hinweisschilder und fragen Sie nach dem Weg.
  • Bleiben Sie locker. Versuchen Sie, Streit zu vermeiden, diplomatisch zu sein und zu lachen.
  • Lassen Sie sich nicht alles bieten. Wenn Sie bei einer besonders aggressiven und riskanten Fahrweise um Ihr Leben fürchten müssen, bleibt nur: Aussteigen, mit der Bahn fahren oder selbst das Steuer übernehmen.


Autor: Springer Medizin
Stand: May 7, 2003


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