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Gefahr im Alltag

Gift fürs Baden: Quallen

Endlich Meer! Sie stürzen in die Fluten und genießen das kühle Nass. Plötzlich zucken Sie zurück. Eine glibberige Masse hat Ihr Bein berührt. Eine Qualle. Der Kontakt mit den meisten dieser Tiere ist unangenehm, aber harmlos. Doch einige Quallen können starke Schmerzen hervorrufen, manche sogar lebensbedrohlich sein. Die Berührung mit einer Qualle sollte daher ernst genommen werden.

Quallen besitzen ein Nesselgift. Um Beute zu fangen oder sich zu verteidigen, setzen sie auf einen Schlag Hunderte von Nesselkapseln frei, die das Gift ausschütten. Kommt die menschliche Haut mit dem Nesselgift in Berührung, ist die Wirkung je nach Quallenart sehr unterschiedlich.

Das Gift der Feuerqualle beispielsweise, die vor allem in kühleren Meeren, auch in der Nordsee vorkommt, verursacht heftig juckende und brennende Blasen auf der Haut. Gefährlicher sind einige Quallen der tropischen und subtropischen Meere, wie die Leuchtqualle, die Kompassqualle und die Portugiesische Galeere. Berührungen mit ihnen können Übelkeit und starke Schmerzen verursachen. Die Haut kann große Blasen bilden, der Kreislauf versagen. Am gefährlichsten ist die Würfelqualle der Meere rund um Australien. Ihr Gift kann zu Herzstillstand führen.

Qualle berührt: Was tun?

Wenn Sie eine Qualle berühren, bleiben Sie ruhig, damit Sie sich nicht noch mehr in den Nesselfäden verfangen. Am besten spülen Sie die Stelle sofort mit Salzwasser ab. Verwenden Sie kein Süßwasser - es bringt die noch intakten Kapseln zum Platzen. Sand trocknet die auf der Haut klebenden Nesselfäden aus. Schaben Sie ihn nach einiger Zeit vorsichtig mit einem Spachtel ab.

Im Idealfall sollten Sie Essigwasser verwenden. Lassen Sie die vier- bis sechsprozentig Flüssigkeit dreißig Minuten auf die Hautstelle einwirken, aber nicht einreiben! Ersatzweise hilft auch Salmiaklösung, Backpulver oder Zucker, um die Nesselkapseln unschädlich zu machen. Kühlen lindert den Schmerz.

Das Gift kann den Kreislauf stark belasten. Daher sollten Sie sich mindestens einen Tag schonen. Einige Menschen reagieren allergisch auf das Nesselgift. Vor allem bei wiederholtem Kontakt kann der Kreislauf versagen - in diesem Fall spricht man vom so genannten Allergischen Schock. Wenden Sie sich in diesem Fall an eine Erste-Hilfe-Station oder einen Arzt. Auch bei großflächigen Vernesselungen sollten Sie unbedingt medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

So beugen Sie vor

Am Strand liegende Quallen können noch stundenlang Gift absondern. Sie sollten sie daher nicht anfassen. Wenn Sie wissen, dass es viele Quallen gibt, sollten Sie aufs Baden verzichten. Ansonsten gehen Sie mit Kleidung ins Wasser, zum Beispiel mit einem Tauchanzug. Schwimmen Sie nicht außerhalb der bewachten Zonen. Falls Sie allergisch auf das Gift reagieren, kann Ihnen niemand helfen.


Autor: Springer Medizin
Stand: Aug 21, 2007


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