Beruf und Gesundheit
Anspruchsvolle Jobs machen träge
Menschen, die in ihrem Job stark gefordert werden und häufig unter Stress leiden, können sich am Feierabend häufig nicht mehr zum Sport aufraffen.
Oder andersherum: Arbeitstätige, die es am Abend noch ins Fitnessstudio schaffen, schieben im Job entweder eine ruhige Kugel oder sind besonders willensstark. Das jedenfalls vermuten kanadische Wissenschaftler von der Mc Master University in der Zeitschrift "Psychology and Health". Sie wollen herausgefunden haben, dass Menschen nur ein gewisses tägliches Maß an Willensstärke gegen Stress besitzen. Sind diese Reserven aufgrund besonderer geistiger Anstrengungen und emotionellen Aufgaben schon im Laufe des Tages aufgebracht, erliegen die meisten ihrem inneren Schweinehund und verbringen einen trägen Feierabend auf der Couch.
Die Forscher entwarfen einen Test, bei dem die Probanden besonders viel Willenskraft und Selbstkontrolle benötigten. Nach einer anspruchsvollen Aufgabe, bei der Reaktionsgeschwindigkeit und Abstraktionsvermögen gefragt waren, sollten die Probanden die Trainingsschuhe schnüren und sich sportlich verausgaben. Im Ergebnis zeigte sich, dass sich jene Probanden, die sich beim Test besonders konzentriert hatten, im Anschluss am schlechtesten zum Sport motivieren konnten. Anders die Teilnehmer einer Kontrollgruppe, denen keine geistig anspruchsvolle Aufgabe gestellt worden war. Sie hatten keine Motivationsprobleme, als es ans Trainieren ging.
Menschen mit geistig anspruchsvollen Jobs, die sich jetzt über diesen vermeintlichen Freifahrschein für gemütliche Abende freuen, haben die Rechnung ohne die Forscher gemacht. Denn die berichten weiter, dass sich Willenskraft wie ein Muskel trainieren lässt. Wer regelmäßig den inneren Schweinehund austrickst und sich zu sportlicher Bewegung aufrafft, kann dadurch seine Selbstkontrolle erhöhen. Gute Strategien gegen die Verlockungen der Trägheit seien etwa das Musikhören vor dem Training oder aber sportliche Betätigung in der Gruppe.









