Abstillen

Schnelles Abstillen: So wird es erträglich

Tipps gegen Milchstau und Brustentzündung

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Muss die Brustfütterung abrupt beendet werden, so sollten einige Dinge berücksichtigt werden.
Dmitriy Melnikov © www.dgmphoto.ru

Stillt eine Frau von einem Tag auf den anderen ab, ist dies für ihr Kind extrem belastend. Aber auch der Mutter tut abruptes Abstillen nicht gut: So kann der plötzliche Abfall des milchbildenden Hormons Prolaktin Depressionen auslösen oder verstärken. Vor allem aber entsteht leicht ein Milchstau, der in manchen Fällen zu einer Brustentzündung (Mastitis) führt.

Manchmal muss eine Mutter mit dem Brustfüttern ganz plötzlich aufhören - etwa wegen einer Operation, hochdosierter Medikamente oder einer verfrühten Rückkehr in den Beruf. Doch sie tut gut daran, sich während dieser Zeit genau zu beobachten: Empfindet sie ein Druckgefühl in der Brust? Kommt die Milch nicht richtig raus? Beantwortet sie diese Fragen mit Ja, spricht dies für einen Milchstau. Wenn sie sich zudem matt und fiebrig fühlt, hat sich die Brust möglicherweise schon entzündet.

Mit Quarkwickel gegen Milchstau

"Das Wichtigste in solch einer Situation ist, dass die Milch raus kommt", sagt Kirsten Knuth, Stillbeauftragte des Hebammenverbandes Rheinland-Pfalz. Warme Wickel helfen dabei, da sie das Drüsen- und Gangsystem der Brust weit stellen und so den Milchabfluss fördern. Die Frau muss zusätzlich mit sanften Fingerbewegungen nachhelfen und die Brust von oben nach unter ausstreichen. Von einer Milchpumpe ist abzuraten, da sie Milchproduktion stimuliert. Nach dem Ausstreichen heißt es: mit Quark kühlen. Das beugt einer Mastitis vor und verhindert, dass allzu viel Milch in die Brust nachfließt. Gegen Milchstau hilft außerdem:

  • die Brüste mit einem engen Tuch hochbinden
  • nur noch einen halben Liter am Tag trinken
  • Salbei- oder Pfefferminztee trinken - sie bewirken, dass sich die Milchdrüsen zusammenziehen
  • die Brust mit Zypressen-, Zitronen oder Salbeiöl einreiben.

Sollten alle diese Hausmittel nicht wirken, muss die Frau ein Medikament einnehmen, das die Prolaktin-Produktion hemmt. Dies kann allerdings zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Kreislaufstörungen, Übelkeit und Erbrechen führen.

Dem Baby geht eine Quelle für Trost und Nähe verloren

Gegen überstürztes Abstillen spricht aber nicht nur die große Gefahr eines Milchstaus. "Abruptes Abstillen kann auch ein emotionales Trauma beim Baby auslösen. Denn Stillen ist mehr als eine Art der Ernährung, es stellt für das Baby eine vertraute Quelle für Nähe und Trost dar", sagt Gabi Hohmann, 2. Vorsitzende der La Leche Liga Deutschland. In dieser Situation ist es daher sehr wichtig, dass die Mutter ihr Kind weiterhin Nähe und Wärme spüren lässt. So sollte sie es während des Fütterns unbedingt im Arm halten und nicht - weil es vielleicht praktischer ist - in eine Autobabyschale oder Wippe setzen.

Die Stunde des Vaters

Gerade für den Vater ist die Zeit des Abstillens eine gute Gelegenheit, eine erste innige Beziehung zu seinem Kind aufzubauen. Er lernt die ersten feinen Greifbewegungen seines Babys kennen und kann sein Lächeln erwidern. Und das Baby gewöhnt sich an den Geruch des Vaters, sein Gesicht und seine Stimme. Natürlich hat der Vater auch zuvor sein Kind im Arm gehalten und liebkost. Aber ein Grundbedürfnis des Kindes zu stillen, verleiht dem Zusammensein noch einmal eine ganz andere Qualität.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 26. März 2008

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