Junge Mütter, die stillen, brauchen Zeit für sich

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Junge Mütter, die stillen, sollten sich auch etwas Zeit für sich nehmen
Getty Images/Hemera

"Ich komm' gar nicht mehr raus." Dies ist wohl eine der häufigsten Klagen junger Müttern, die stillen. Manche glauben, ihre Situation hinnehmen zu müssen. Doch damit tun sie noch nicht einmal ihrem Baby einen Gefallen: Eine Mutter, die regelmäßig ausgeht, ist meistens ausgeglichener und findet es leichter, sich auf ihr Kind einzustellen. Auch der Partner profitiert.

Sicherlich: Nach Club-Besuchen bis in die frühen Morgenstunden ist jungen Müttern, die stillen, eher nicht zumute. Doch gerade Stillende können einen gewissen Ausgleich gut gebrauchen, denn sie fühlen sich oft an Haus und Baby gefesselt. So sehr sie sich Nachwuchs gewünscht haben: Eine leichte Unzufriedenheit tritt von Zeit zu Zeit fast immer auf.

Junge Mütter, die stillen, sollten ein Vergnügen in Wohnortnähe wählen

Damit der erste Ausgang nicht im Desaster endet, sollte er wohl geplant sein: Junge Mütter, die stillen, pumpen am besten zuvor Milch ab – entweder mit einer Handpumpe oder einer elektrischen, die es in Apotheken tageweise zu leihen gibt. Ratsam ist zudem, ein Vergnügen in der Nähe zu wählen und ein Mobiltelefon mitzunehmen. Schlimmes kann unter diesen Umständen nicht passieren. Sollte das Baby herzzerreißend schreien, ist die Mutter schnell zur Stelle. Vielleicht schafft sogar der Babysitter oder der daheim gebliebene Vater, das Kleine zu beruhigen.

Restaurantbesuch auch mit Baby möglich

Manche junge Mütter, die stillen, möchten ihr Kind aber selbst für wenige Stunden nicht verlassen. In diesem Fall ist immer noch ein Abendessen bei Freunden möglich: Die Eltern können das Kind in der Tragetasche in einem ruhigen, rauchfreien Zimmer abstellen. Wer befürchtet, das Schreien nicht zu hören, nimmt am besten ein Babyphone mit. Auch gegen Café- oder Restaurantbesuche ist nichts einzuwenden, wenn Luft und Lärmpegel akzeptabel sind. Sollte das Kind bei Ankunft schlafen, wählen die Eltern nach Möglichkeit einen ruhigen Platz oder stellen das Kind an einem gut einsehbaren Ort ab.

Paarbeziehung braucht Pflege

Gerade ein gemeinsamer Restaurant-, Café- oder auch Kinobesuch mit Partner ist jungen Müttern, die stillen, sehr ans Herz zu legen: Endlich dürfen sie wieder Paar sein, endlich kreisen die Gespräche nicht um Wundpflege, Windeleinkauf und die Organisation von Waschmaschinenfüllungen. Manche Frau mag einwenden, dass die alte Zweisamkeit ruhig einige Monate warten könne – schließlich gebe es jetzt Wichtigeres. Doch die Paarbeziehung braucht auch in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt Pflege. Eine Mitarbeiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat in Einzelgesprächen mit Vätern und Müttern festgestellt, "dass Krisen gleich im Anschluss an die Klinik fast regelhaft vorkamen".

Junge Mütter in der Beziehungskrise

So ist es zum Beispiel gerade für Partner von jungen Müttern, die stillen, schwierig, ihren Platz zu finden. Sie fühlen sich aus der engen Beziehung zwischen Mutter und Kind leicht ausgeschlossen. Hinzu kommt: Vielen Frauen ist in dieser Zeit nicht nach sexuellen Intimitäten; in den ersten sechs Wochen nach der Geburt sollten Paare aus medizinischen Gründen ohnehin auf Geschlechtsverkehr verzichten. Mancher Mann reagiert in dieser Situation mit Rückzug. "Häufig wird erstmals getrenntes Schlafen eingeführt, wodurch in vielen Beziehungen ein Knacks entsteht, den ältere Paare als eine Art Wurzel für weitere Konflikte anführen", heißt es im Buch "Stillen und Muttermilch" der BZgA.

Eltern tun also gut daran, auch in den ersten Wochen und Monaten etwas zu unternehmen, um ihr Paargefühl am Leben zu halten. Dies ist alles andere als egoistisch, denn eine gute Beziehung der Eltern macht auch das Kind glücklich.

Autor: Springer Medizin
Veröffentlicht am: 08. September 2003
Letzte Aktualisierung: 23. November 2011
Quellen: "Stillen und Muttermilch", herausgegeben von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln, 2001

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