Vorteile der Muttermilch
In der Muttermilch befinden sich alle für das Wachstum des Säuglings wichtigen Nährstoffe. Darüber hinaus wird das Baby mit so genannten Immunglobulinen versorgt. Diese Stoffe schützen das Kind vor Infektionen. Ein weiterer Vorteil: Die Muttermilch ist leicht verdaulich und führt seltener zu Magen-Darm-Störungen.
Fette in der Muttermilch
Rund 50 Prozent des Energiebedarfs des Babys werden durch die Fette in der Muttermilch gedeckt. Der hohe Fettgehalt der Muttermilch sorgt für eine gute und gleichmäßige Gewichtszunahme des Babys. Muttermilchfett enthält mehr als 150 verschiedene Bausteine. Eine besondere Aufgabe hat dabei die Linolsäure: Sie aktiviert das Immunsystem des Säuglings bei einer sich anbahnenden Infektion, so dass er die Krankheit schneller überwinden kann.
Die ungesättigten Fette der Muttermilch sind außerdem wichtig für die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems. Sie werden von der Darmwand leicht aufgenommen und fördern zudem die Aufnahme anderer fettlöslicher Substanzen wie einiger Vitamine. Muttermilch enthält auch fettspaltende Enzyme, die eine weitere Verwertung dieser Nährstoffe im Darm fördern. Brustkinder haben eine wesentlich höhere Cholesterinkonzentration im Blut als Flaschenkinder. Das ist scheinbar nötig, um bestimmte Enzymsysteme anzuregen, die im weiteren Verlauf des Lebens für den Cholesterinabbau zuständig sind. Studien haben gezeigt, dass gestillte Kinder als Erwachsene einen niedrigeren Cholesteringehalt im Blut aufweisen als nicht gestillte. Durch das Stillen können so eventuell spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt werden.
Kohlenhydrate
Auch enthält die reife Muttermilch etwa 40-mal mehr so genannte Mehrfachzuckerverbindungen als jede Flaschennahrung. Diese Kohlenhydrate dienen nicht nur als Energielieferanten für das Kind. Sie dienen auch als Nährstoff für die erwünschten Darmbakterien (Bifidusflora), die die Verdauungsarbeit verrichten. Gleichzeitig verhindern diese Zuckerverbindungen das Wachstum von unerwünschten Keimen im Darm, die eine Infektion oder Blähungen auslösen können.
Lactose, der wichtigste Zuckerbestandteil der Muttermilch, wird langsam vom Körper aufgenommen, was sich günstig auf das Hungergefühl des Babys auswirkt.
Eiweiß in der Muttermilch
Das in der Muttermilch enthaltene Eiweiß besteht zu 65 Prozent aus dem so genannten Molkeneiweiß (Albumin und Globulin). Es gerinnt im Magen feinflockig und ist deshalb fürs Baby leicht verdaulich. Molkeneiweiß setzt sich aus ganz speziellen Eiweißkörpern zusammen und enthält viele essentielle Aminosäuren, also nicht vom Körper selbst produzierbare Aminosäuren. Viele dieser Eiweißkomponenten sind unentbehrliche Transportmittel für Mineralstoffe und Vitamine.
Die Muttermilch enthält außerdem Aminosäuren, die eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Nervensystems spielen (Cystin und Taurin). Zusätzlich gehen winzige Mengen der Eiweiße aus der mütterlichen Ernährung unverändert in die Muttermilch über. Man nimmt an, dass diese frühzeitige Gewöhnung an bestimmte Eiweiße Lebensmittelallergien vorbeugt.
Die Eiweiße der Muttermilch bilden auch die Antikörper zur Immunabwehr. Da die reife Muttermilch relativ eiweißarm ist und nur die unbedingt benötigten Substanzen enthält, werden zudem die Nieren des Säuglings nur wenig belastet.
Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
Alle wichtigen Mineralstoffe und Spurenelemente sind in der Nahrungsquelle Muttermilch enthalten – vorausgesetzt, die Mutter ernährt sich ausgewogen und isst genügend frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte.
Lediglich das Vitamin D und Fluorid sollten prophylaktisch zusätzlich zur Muttermilch gegeben werden. Bei Vitamin D-Mangel wird der Einbau vom Kalzium in die Knochen gestört, was unter Umständen der Auslöser für Rachitis (Skelettdeformierung) sein kann. In unseren Breiten, in denen es im Winter nur wenig Sonne gibt und Dermatologen im Sommer von intensiver Bestrahlung abraten, sollten Babys deshalb im ersten Lebensjahr täglich Vitamin D bekommen. Ebenfalls ist eine zusätzliche Fluoridgabe sinnvoll, um das Kariesrisiko ihres Kindes zu verringern.
Mutter-Kind Kontakt während des Stillens
Neben den guten Stoffen der Muttermilch gibt der enge Kontakt zwischen Mutter und Kind während des Stillens dem Neugeborenen das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Das Urvertrauen in die Welt wird somit gefördert, meinen Psychologen. Falls das Stillen nicht möglich ist, heißt das nicht gleich, dass das Baby einen schlechteren Start ins Leben hat. Halten Vater und Mutter das Baby während der Flaschenmahlzeit liebevoll im Arm und füttern es mit Aufmerksamkeit und Zuwendung, wird derselbe Effekt wie beim Stillen erzielt.
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