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Muttermilch ist die beste Babynahrung

Kein Lebensmittel ist so perfekt an die Bedürfnisse des Babys angepasst wie Muttermilch. Wie das Stillen am besten klappt, wie lange man stillen sollte und wie sich Muttermilch abpumpen und aufbewahren lässt, erfahren Sie hier.

Was tun bei Stillproblemen?
Keine Sorge, wenn es anfangs mit dem Stillen nicht so klappt. Mit den richtigen Tipps lassen sich Probleme lösen.
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Kein Lebensmittel ist so perfekt an die Bedürfnisse des Babys angepasst wie Muttermilch. Wie das Stillen am besten klappt, wie lange man stillen sollte und wie sich Muttermilch abpumpen und aufbewahren lässt, erfahren Sie hier.

Stillen ist in den ersten Lebensmonaten die beste Nahrung für das Baby. Die Muttermilch ist von Natur aus genau auf die Anforderungen Ihres Babys zugeschnitten. Neben dem besonders günstigen Energiegehalt und Nährstoffprofil der Muttermilch sind darin zudem Substanzen enthalten, die das Immunsystem stärken, vor Allergien schützen und den Aufbau einer natürlichen Darmflora unterstützen.

Mütter können ihr Baby so oft stillen, wie sie möchten. Sie werden feststellen, dass es alle zwei bis drei Stunden Nahrung zu sich nimmt, also acht bis zehn Mahlzeiten pro Tag. Nach etwa einem Monat wird das Baby nur noch alle vier Stunden gefüttert werden wollen und nach drei Monaten sogar noch länger durchhalten. Jedes Baby hat jedoch seine eigenen Ansprüche und einen individuell unterschiedlichen Appetit.

Stillen regt Bildung der Muttermilch an

Der Zeitraum, bis die Muttermilch vorhanden ist, variiert. Nach der Geburt und während der folgenden Tage schläft das Neugeborene meist viel und ist zufrieden mit der Vormilch (Kolostrum), die schon zum Zeitpunkt der Geburt in der mütterlichen Brust vorhanden ist. Sie enthält viele Schutzstoffe und hat einen abführenden Effekt. Dadurch wird der kindliche Darm vom dunkelgrünen bis schwarzen Kindspech (Mekonium) entleert und auf die Nahrung vorbereitet, die in den nächsten Tagen in Form der Muttermilch zugeführt wird.

Es ist normal, dass das Neugeborene in den ersten Tagen fünf bis sieben Prozent (maximal zehn Prozent) seines Geburtsgewichts verliert. Innerhalb von zehn bis 14 Tagen haben die meisten Neugeborenen das Geburtsgewicht wieder erreicht.

Nicht wundern: Das Aussehen der Milch verändert sich. Anfangs sieht sie gelb, fast cremig aus. Nach 14 bis 21 Tagen wird sie dünner, fast bläulich. Das entspricht dem Aussehen der endgültigen Muttermilch. Beim Leertrinken der Brust hat sie wieder eine cremigere Konsistenz.

Erst das Saugen an der Brustwarze bringt die Milchbildung richtig in Schwung. Dabei werden zwei Hormone ausgeschüttet:

  • Prolaktin ist das Schlüsselhormon für die Milchbildung. Es wird in der Hirnanhangsdrüse der Mutter bereits während der Schwangerschaft gebildet. Über den Blutweg erreicht Prolaktin die Brustdrüse und regt hier die Muttermilchbildung an.

  • Oxytocin ist das Hormon für den Milchfluss. Oxytocin wird ebenfalls in der Hirnanhangsdrüse gebildet und nach dem Saugen des Kindes freigesetzt. Das Hormon sorgt dafür, dass die Milch aus den Drüsen über die Milchgänge zur Brustwarze fließt.

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Tipps, um die Bildung der Muttermilch zu beschleunigen

Trotz automatischer Reflexe kann es dauern, bis das Zusammenspiel zwischen Mutter und Kind richtig klappt. Um die Bildung der Muttermilch zu beschleunigen, helfen folgende Tipps:

  • viel trinken, zum Beispiel Mineralwasser, Kräutertee, Milchbildungstee, säurearmen Fruchtsaft (Apfelsaft), Gemüsesaft, Saftschorlen. Wichtig ist, dass der Tee keinen Salbei enthält, da dieses Kraut eine hemmende Wirkung auf die Milchbildung haben kann. Tee aus Anis, Kümmel und Fenchel dagegen fördern die Milchbildung.

  • Stress vermeiden: Er hemmt das Milchflusshormon Oxytocin.

  • Abends vor dem Stillen ein Bad nehmen oder die Brust warm abduschen. Das Brustgewebe wird weicher und lockert sich. Der Säugling kann die Brustwarze besser mit dem Mund umfassen und das Stillen fällt leichter. Reicht die Zeit für Baden oder Duschen nicht, helfen auch Kompressen mit feucht-warmen Tüchern.

  • Die Brust mit Hautöl massieren. Wichtig ist, die Brustwarzen bei der Massage auszusparen. Die Talgdrüsen der Brustwarze sondern selbst eine ölartige Flüssigkeit ab, die entzündungshemmende Stoffe enthält. Achtung: Die Brust nicht kurz vor dem Stillen einreiben, da der fremde Ölgeruch das Baby verwirren kann.

Das Kind zum Stillen richtig anlegen

Ihr Kind sollte innerhalb der ersten Stunden nach der Geburt angelegt werden. So gehts:

  • Machen Sie es sich beim Stillen so bequem wie möglich, damit Sie entspannt sind.

  • Ihr Kind muss zum Stillen wach sein. Wenn es in der ersten Zeit nach der Geburt noch schläfrig ist, sollten Sie es vor dem Stillen wecken.

  • Stellen Sie sich gerade bei den ersten Versuchen auf eine längere Dauer beim Stillen ein.

  • Legen Sie sich alles, was Sie während des Stillens benötigen, vorher zurecht. Wenn Sie im Bett stillen möchten, benötigen Sie meist zwei Kissen im Rücken, auf dem Stuhl oder Sessel brauchen Sie unter Umständen einen Fußschemel.

  • Nehmen Sie Ihr Kind so in die Arme, dass es auf der Seite liegt. Mit seinem Gesicht, seiner Brust, seinem Bauch und seinen Knien sollte es sich Ihnen ganz zuwenden. Sein Kopf sollte in Ihrer Armbeuge und sein Arm in Ihrer Taille liegen. Halten Sie es so, dass Ihre Hand sein Gesäß oder seinen Oberschenkel umfasst.

  • Mit der freien Hand halten Sie Ihre Brust so, dass Sie mit den Fingern den Warzenhof nicht berühren, damit das Kind genug vom Warzenhof erfassen kann.

  • Heben Sie Ihre Brust mit den Fingern unterhalb und dem Daumen oberhalb der Brust an. Mit Ihrer Brustwarze streicheln Sie ganz sanft die Unterlippe Ihres Kindes. Ihre Brustwarze sollte seine Lippen kaum berühren, sie auf keinen Fall drücken, sonst macht das Kind den Mund nicht auf.

  • Wenn es den Mund weit aufmacht (ähnlich wie beim Gähnen), können Sie die Brustwarze schnell in die Mitte von seinem Mund halten und Ihr Kind ganz nah an sich heranziehen, so dass es mit seiner Nasenspitze Ihre Brust berührt.

  • Ziehen Sie es an seinem Gesäß so lange an sich heran, dass es mit seinen Knien Ihren Körper berührt. Dadurch bekommt es seitlich Luft durch die Nase. Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Nase Ihres Kindes nicht frei ist, dann ziehen Sie sein Gesäß noch näher an sich heran oder heben Sie mit der Hand die Brust etwas hoch.

  • Versuchen Sie nicht, durch Druck mit dem Daumen auf die Brust Atemraum zu schaffen, denn dadurch ziehen Sie die Brustwarze mitunter aus dem Mund des Kindes.

  • Zunächst sollten Sie das Kind an beiden Seiten anlegen. Bei der nächsten Mahlzeit wird die Reihenfolge des Anlegens gewechselt.

Dauer: Wie lange stillen?

Die Dauer des Stillens kann bei jedem Kind, aber auch von Mahlzeit zu Mahlzeit unterschiedlich lang sein, eine allgemeingültige Empfehlung lässt sich schwer geben. Es hat sich jedoch bewährt, anfangs bei jeder Mahlzeit mindestens 20 Minuten zu stillen. Die Milchmenge hängt allerdings nicht von der Stilldauer ab. Wenn das Stillen richtig in Gang gekommen ist, genügt dem Kind oft eine Seite (abwechselnd), an der es sich satt trinkt.

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Die Häufigkeit des Stillens richtet sich wie die Dauer nach dem Appetit des Kindes. Ein gesundes Kind weiß, was es braucht. Je öfter es angelegt wird (und je gründlicher die Brust entleert wird), desto mehr Milch wird produziert. Besonders in Zeiten intensiven Wachstums ist der Nahrungsbedarf sehr hoch, zum Beispiel wenn die Gewichtsabnahme nach der Geburt überwunden ist und nochmals nach etwa sechs Wochen. Dann meldet sich Ihr Kind unter Umständen alle zwei Stunden, auch nachts. Nächtliches Stillen sollte ohne großen Aufwand geschehen, damit das Kind besser zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden lernt und Sie sich nicht zu sehr verausgaben.

Wenn das Kind jedes Mal an der Brust einschläft oder sich selten meldet, zum Beispiel weil sich durch den normalen Blutabbau nach der Geburt zu viel gelber Farbstoff angesammelt hat (Ikterus, Hyperbilirubinämie), kann es sein, dass es zu viel Gewicht verliert und schlecht zunimmt. Dann müssen Sie es zum Stillen sanft wecken, am besten, indem Sie es windeln, ausziehen, Handflächen und Fußsohlen massieren, langsam aufsetzen (mehrmals), den Körper und das Köpfchen mehrfach hin und her rollen.

Wann ist Beikost nötig?

Ausschließlich Stillen ist für die Mehrzahl der Säuglinge für die ersten sechs Lebensmonate ausreichend. Danach kann mit dem Abstillen begonnen werden. Wann Ihr Kind zusätzlich Beikost (feste Nahrung) benötigt, hängt davon ab, wie gut es gedeiht und ob es bereit ist, vom Löffel zu essen. Beikost sollte in der Regel nicht später als zu Beginn des 7. Lebensmonats und keinesfalls vor dem Beginn des fünften Monats gegeben werden.

Mehr zum Thema Beikost erfahren Sie in diesem Artikel.

Statt Stillen: Muttermilch abpumpen und aufbewahren

Bei einer Trennung von Mutter und Kind oder wenn die Mutter einmal Erholung braucht, ist regelmäßiges Abpumpen zum Aufbau und zur Aufrechterhaltung der Milchbildung nötig. Das Abpumpen sollte mindestens sechs bis acht Mal innerhalb von 24 Stunden stattfinden, davon einmal nachts.

Wenn Sie die Wahl haben, fangen Sie am besten erst nach der sechsten Lebenswoche damit an, Ihrem Kind Muttermilch aus der Flasche zu geben. Erst wenn das Kind die Brust gut annimmt, sollte die Flasche zum Einsatz kommen. Zu lang sollten Sie jedoch auch nicht warten. Denn wenn ein Kind über viele Monate nur die mütterliche Brust bekommt, lehnt es die Flasche später häufig ab.

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Vorgehen beim Abpumpen der Muttermilch

Ist die Mutter vom Kind getrennt, kann man Folgendes tun, um den Milchfluss vor dem Abpumpen anzuregen:

  • an das Baby denken
  • etwas trinken
  • sich fließendes Wasser vorstellen oder laufen lassen
  • summen
  • Brust vor dem Abpumpen mit feuchtem, warmem Tuch wärmen
  • Brust während des Abpumpens sanft massieren

Muttermilch lässt sich am leichtesten mit einer elektrischen Pumpe abpumpen. Davor sollten Sie sich die Brust unter fließend warmem Wasser waschen.

  • Setzen Sie sich jetzt bequem hin und achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung nicht die Brust berührt.

  • Die ersten Tropfen Muttermilch (etwa ein Teelöffel voll) sollten vor dem Abpumpen mit der Hand abgedrückt und verworfen werden, da sie sehr viele Keime enthalten können.

  • Dann erst soll der Trichter angesetzt werden. Wählen Sie den niedrigsten Sog der Pumpe.

  • Achten Sie darauf, dass die Brustwarze in die Mitte des Trichters zeigt und nicht an der Trichterwand wundgerieben wird.

  • Es ist effektiver, die Muttermilch häufiger abzupumpen, als die Pumpzeit zu verlängern. Ein Doppelpumpset steigert die Milchproduktion und spart Zeit. Pumpen Sie anfangs alle drei bis vier Stunden mit einem Doppelabpumpset insgesamt 15 Minuten.

  • Die letzten Milchtropfen auf der Brust sind als Hautschutz wichtig und können antrocknen.

  • Säubern Sie nach jedem Abpumpen das Pumpset und kochen Sie es aus.

Muttermilch aufbewahren

Gießen Sie die Muttermilch in eine Flasche, die Sie mit Namen, Datum und Uhrzeit versehen und stellen Sie diese sofort in den Kühlschrank, am besten an die kälteste Stelle (meistens Hinterwand, nicht Kühlschranktür). Für den Transport sollte eine Kühltasche verwendet werden.

Muttermilch ist kostbar. Sie sollten auch kleinste Mengen aufheben. In der Klinik werden die Portionen nicht zusammengeschüttet. Zu Hause können Sie jedoch frische, abgekühlte Milch auf eine gekühlte oder schon eingefrorene Portion aufbringen. An der kältesten Stelle des Kühlschranks hält sich abgepumpte Muttermilch etwa 48 Stunden, im Vier-Sterne-Gefrierschrank bis zu sechs Monate.

Mutter stillt Baby mit Flasche
Das Füttern von Muttermilch aus der Flasche sollte erst nach der sechsten Lebenswoche beginnen.
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Muttermilch für die Flasche bleibt dank natürlicher Konservierungsstoffe bis zu 72 Stunden frisch, wenn sie bei maximal +4 Grad im Kühlschrank aufbewahrt wird. Bei Zimmertemperatur gelagerte Muttermilch sollte spätestens nach acht Stunden mit der Flasche verfüttert werden.

Muttermilch einfrieren

Im Gefrierfach bei -19 Grad ist Muttermilch mindestens sechs Monate haltbar. Fürs Einfrieren eignen sich sterile Gefäße, zum Beispiel Glasflaschen. Um Beschädigungen des Glases zu verhindern, sollten Sie den Deckel erst fest zudrehen, wenn die Milch eingefroren ist – denn Milch dehnt sich beim Gefrieren aus. Wenn das Kind älter als sechs Monate ist, können Sie herkömmliche Gefrierbeutel benutzen.

Im Handel können Sie außerdem spezielle Milchaufbewahrungsbeutel kaufen. Sie bestehen aus zwei Lagen und sind mit Nylon ausgekleidet, was ein Haftenbleiben der Milchfette verhindert. Ein weiteres Plus der Beutel ist, dass sie bereits sterilisiert sind.

Muttermilch auftauen und erwärmen

Zunächst sollte die gefrorene Muttermilch bei Zimmertemperatur langsam aufgetaut werden. Wenn sie einmal aufgetaut ist, lässt sie sich noch weitere 24 Stunden gekühlt lagern, bevor sie mit der Flasche gefüttert wird. Reste sollten nicht noch einmal eingefroren, sondern entsorgt werden.

Nach dem Auftauen kann die Muttermilch im Wasserbad langsam auf 36 Grad aufgewärmt werden. Diese Methode ist besonders schonend und wichtige Nährstoffe bleiben erhalten. Die Mikrowelle dagegen zerstört die wertvollen Bestandteile. Außerdem wird die Milch in der Mikrowelle nicht gleichmäßig warm und das Kind kann sich verbrühen.

Bevor Sie die erwärmte Muttermilch Ihrem Säugling geben, sollten Sie die Flasche vorsichtig schütteln. So löst sich das Fett von der Oberfläche und die Bestandteile werden gut vermischt.

Vorteile der Muttermilch: Stillen stärkt den Immunschutz

In der Muttermilch befinden sich alle für das Wachstum des Säuglings wichtigen Nährstoffe und weitere wertvolle Bestandteile für die Gesundheit des Babys:

  • Bakterien für den Aufbau der Darmflora: Durch Stillen wird der Darm des Säuglings vor allem von Bifiduskeimen besiedelt (auch Bifidusflora genannt). Auch Kinder, die mit an Muttermilch angepasster Flaschennahrung ernährt werden, haben in den ersten drei Lebensmonaten hauptsächlich Bifiduskeime in der Darmflora, allerdings in viel geringerer Menge. Der in Muttermilch enthaltene Milchzucker (Laktose) wirkt sich günstig auf das Vorhandensein und die Vermehrung dieser Mikroorganismen aus. Stillen ist also ein guter Immunschutz.

  • Gesunde Fette: Rund 50 Prozent des Energiebedarfs des Babys werden durch Fette der Muttermilch gedeckt. Der hohe Fettgehalt der Muttermilch sorgt für eine gleichmäßige Gewichtszunahme des Babys. Muttermilchfett enthält mehr als 150 verschiedene Bausteine. Eine besondere Aufgabe hat dabei die Linolsäure: Sie aktiviert das Immunsystem des Säuglings bei einer sich anbahnenden Infektion, so dass er die Krankheit schneller überwinden kann. Die ungesättigten Fettsäuren der Muttermilch sind außerdem wichtig für die Entwicklung des Gehirns und Nervensystems.

  • Kohlenhydrate: Reife Muttermilch enthält etwa 40-mal mehr komplexe Kohlenhydrate als jede Flaschennahrung. Diese Mehrfachzucker dienen nicht nur als Energielieferanten für das Kind, sondern auch als Nahrung für die erwünschten Darmbakterien. Gleichzeitig wird das Wachstum von Keimen, die eine Infektion oder Blähungen auslösen können, gebremst.

  • Eiweiß: Das in Muttermilch enthaltene Eiweiß besteht zu 65 Prozent aus Molkeneiweiß (Albumin und Globulin). Es gerinnt im Magen feinflockig und ist deshalb fürs Baby leicht verdaulich. Molkeneiweiß enthält essenzielle Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Viele Eiweißkomponenten sind unentbehrliche Transportmittel für Mineralstoffe und Vitamine. Muttermilch enthält außerdem Aminosäuren, die eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Nervensystems spielen (Cystin und Taurin). Zusätzlich gehen winzige Mengen der Eiweiße aus der mütterlichen Ernährung unverändert in die Muttermilch über. Man nimmt an, dass diese frühzeitige Gewöhnung an bestimmte Proteine Lebensmittelallergien vorbeugt.

  • Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente: Alle wichtigen Mikronährstoffe sind in Muttermilch enthalten – vorausgesetzt, die Mutter ernährt sich ausgewogen und isst genügend frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Lediglich Vitamin D und Fluorid sollten prophylaktisch zusätzlich zur Muttermilch gegeben werden.

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Wenn Stillen nicht möglich ist: Pre-Nahrung

Kann oder möchte eine Mutter ihr Kind nicht stillen, lässt sich die Muttermilch durch zwei Arten der Babynahrung ersetzen, die mit "Pre" und "1".

  • Die Pre-Anfangsnahrung wird auch adaptierte Milchnahrung genannt, da der Nährstoffgehalt weitestgehend an die Muttermilch angepasst ist. Pre-Nahrung wird in den ersten vier Lebensmonaten als Muttermilchersatz ohne Mengenbeschränkung (ad libitum) gegeben oder kann auch als Ergänzung neben dem Stillen angeboten werden, wenn die Mutter nicht ausreichend Milch zur Verfügung stellen kann.

  • Die Säuglingsanfangsnahrung 1 ist in ihrer Nährstoffzusammensetzung ebenfalls an Muttermilch orientiert. Unterschiede zur Baby-Nahrung Pre bestehen allerdings beim Eiweiß- und Kohlenhydratgehalt. Die Säuglingsanfangsnahrung 1 wird deshalb auch als teiladaptierte Säuglingsnahrung bezeichnet. Möchten die Eltern nicht ad libitum füttern, sondern die Fütterungszeiten einplanen können, ist diese Säuglingsanfangsnahrung zur alleinigen Flaschenernährung einsetzbar.

Nahrung für das allergiegefährdete Baby

Falls das Baby allergiegefährdet ist und die Mutter nicht stillt, empfiehlt es sich, hypoallergene Nahrung einzusetzen. Von allergiegefährdeten Säuglingen spricht man, wenn bei Vater, Mutter oder Geschwistern eine Allergie vorliegt. Oft werden die Ersatzmilch-Produkte für allergiegefährdete Babys auch HA-Nahrung (HA = hypoallergen) genannt. Die hier enthaltenen Eiweißstoffe sind kleiner als in normaler Säuglingsanfangsnahrung und deshalb für allergiegefährdete Kinder besser verträglich.

Probleme beim Stillen: Tipps

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es mit dem Stillen nicht gleich klappt. Aufregung, Freude, Unruhe, die neue Situation zu Hause und häufig auch die Unsicherheit der Eltern haben Einfluss auf die vielleicht schon gut in Gang gekommene Milchproduktion. An diesen Tagen bekommt das Kind nicht genügend Milch und schreit.

Geben Sie Ihrem Kind beim Stillen viel Zuwendung, legen Sie sich mit ihm ins Bett. Ihr Kind wird sich schnell an die neue Situation gewöhnen und eine ausreichende Milchbildung wird bald wieder einsetzen. Geben Sie weiterhin beide Brüste zu jeder Mahlzeit und legen Sie es öfters an.

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Das Stillen ist dann erfolgreich, wenn das Kind nichts anderes erhält. Auch an heißen Tagen brauchen gesunde, gestillte Kinder weder Tee noch Wasser.

Stillprobleme können auch durch Milchstau und wunde oder entzündete Brustwarzen entstehen:

Stillprobleme durch Brustwarzenentzündung

Schmerzende, wunde Brustwarzen entstehen leicht durch falsches Anlegen des Kindes, Hautreizungen durch Stoffe, Wasch- und Pflegemittel oder bei langen Stillmahlzeiten ohne Positionswechsel. Das hilft:

  • Legen Sie Ihr Kind häufiger, dafür aber richtig an. Ein weniger hungriges Kind strapaziert die Brustwarzen nicht so stark und Sie haben weniger Probleme beim Stillen.

  • Stillposition wechseln: auf der weniger schmerzenden Seite anfangen zu stillen.

  • am Ende der Stillmahlzeit die Milch auf der Brustwarze antrocknen lassen. Darin sind entzündungshemmende Stoffe enthalten, die schmerzlindernd wirken.

  • die Brüste zwischen den Mahlzeiten trocken halten: Stilleinlagen häufig wechseln und nur solche ohne Plastikzusatz verwenden. Baumwollwäsche tragen, die bei mindestens 60 Grad gewaschen wird.

  • Rotlicht-Behandlungen: Das Rotlicht erwärmt und lockert das Brustdrüsengewebe. Der Vorteil der Rotlichtbehandlung ist, dass die Brustwarzen anders als bei warmen Umschlägen oder Kompressen nicht feucht werden. Denn Feuchtigkeit kann die Warzen noch weiter reizen.

  • Lassen Sie den BH nach dem Stillen so lange wie möglich offen, damit viel Luft an die Brustwarzen kommt.

  • Benutzen Sie keinen Alkohol und auch keine Seife, um die Brustwarzen zu reinigen. Die Haut wird dadurch trocken und noch empfindlicher.

  • Bei trockenen und rissigen Warzen kann man etwas hochgereinigtes, rückstandsfreies Lanolin auftragen, das vor dem Stillen nicht weggewischt werden muss.

Stillprobleme durch Milchstau

Eines der häufigeren Probleme beim Stillen ist Milchstau. Er entsteht, wenn das Kind mehrmals hintereinander weniger trinkt als zuvor. Das hat verschiedene Ursachen, doch häufig liegt es an einer Behinderung des Milchabgabereflexes durch mangelnde Ausschüttung von Oxytocin zum Beispiel durch Stress der Mutter oder körperliche Anstrengung. Obwohl das Kind saugt, bleibt dann ein Teil der Milch in der Brust zurück. Auch ein falsch sitzender BH kann Teile der Brustdrüse einschnüren und die Entleerung verhindern. Das hilft:

  • häufiges Anlegen des Babys: Das Kind sollte immer an der gestauten Brust angelegt werden und die Stelle des Milchstaus nach Einsetzen des Milchspendereflexes ganz sanft in Richtung Brustwarze ausgestrichen werden.

  • vor dem Stillen: warme Umschläge, Wärmflasche

  • nach dem Stillen: kalte Kompressen, zum Beispiel mit Eisbeuteln oder gefrorenen Kirschkernen. Achtung: Gefrorenes mit einem Tuch umwickeln.

  • In schwereren Fällen ist die Brust so prall, dass der Säugling nicht angelegt werden kann. Hier muss die Milch am Anfang vor dem Stillen mit der Hand ausgedrückt oder sogar abgepumpt werden.

  • Häufig ist Stress der Auslöser eines Milchstaus. Entspannung ist daher die beste Maßnahme.

  • Still-BHs immer eine Nummer größer kaufen. Druck auf das Drüsengewebe kann zu Einschnürungen der Milchgänge führen.

Dauern die Stillprobleme durch den Milchstau länger als einen Tag und treten Fieber, Übelkeit und Gliederschmerzen auf, sollte dringend der Arzt aufgesucht werden.

Wie verhindert man unkontrolliertes Abfließen der Milch?

Wenn Ihr BH nass wird und es in den Brustwarzen "kribbelt", das heißt Milch außerhalb der Mahlzeiten abfließt, so ist das zunächst ein gutes Zeichen. Der Reflex, der Milch aus der Brust freigibt, hat angefangen zu funktionieren.

Sie können das Abfließen der Milch bremsen, indem Sie mit dem Handrücken fest gegen die Brustwarzen drücken, bis das "Kribbeln" aufhört. Unkontrolliertes Abfließen der Milch gehört meist zu den vorübergehenden Problemen beim Stillen, kann aber bei Frauen, die viel Milch haben, während der gesamten Stillzeit anhalten.

Die richtige Ernährung während der Stillzeit

Stillende Mütter brauchen zusätzlich zu ihrem Grundbedarf von täglich etwa 2.000 Kalorien (kcal) zusätzlich 500 bis 600 kcal, um etwa 780 Milliliter Milch bilden zu können.

Die Empfehlungen für eine gesunde Ernährung sind auch für die Stillzeit geeignet. Das heißt, die Ernährung während der Stillzeit sollte ausgewogen sein, viel Obst und Gemüse, wenig Fette, ausreichend wertvolle Kohlenhydrate (zum Beispiel in Vollkornprodukten), Milchprodukte sowie Fleisch, Fisch und Eier in Maßen enthalten.

Ernährungsregeln: So essen Sie sich gesund und fit

Während der Stillzeit ist wegen des möglicherweise hohen Gehalts an Methylquecksilber der Verzehr von folgenden Fischarten einzuschränken: Haifisch, Schwertfisch, Hecht, Rochen, Seeteufel, Thunfisch, Steinbeißer und Bonito. Allerdings ist der Genuss dieser Fischarten nur bedenklich, wenn diese regelmäßig in größeren Mengen (ab 100 Gramm) gegessen werden.

Es empfiehlt sich, zu jeder Stillmahlzeit ein Glas mit natrium- und kohlensäurearmem Mineralwasser, Kräutertee, Früchtetee, Buttermilch oder Fruchtsaft bereitzustellen. Salbei- und Pfefferminztee hemmen die Milchbildung.

Nach der Entbindung brauchen die meisten Mütter zusätzlich Eisen, um den Blutverlust während der Geburt auszugleichen. Stillende Mütter sollten täglich 100 Mikrogramm Jod einnehmen, damit das Kind davon genug über die Muttermilch erhält. Bei vegetarisch oder vegan lebenden Müttern empfiehlt sich zusätzlich die Ergänzung von Vitamin B12.

Wenn das Kind unter Blähungen leidet

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Manche Säuglinge bekommen Blähungen, wenn die Mutter Kohlgemüse oder Vollkornbrot isst. Sie sollten diese Nahrungsmittel jedoch nicht von vornherein weglassen. Sie werden merken, was Ihr Kind nicht verträgt. Eine besondere Stilldiät ist nicht nötig, sie kann sogar Schaden anrichten, wenn sie nicht ärztlich verordnet und überwacht wird.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind auf Lebensmittel, die Sie gegessen haben, allergisch reagiert, gehen Sie bitte zu Ihrem Kinderarzt und lassen dies abklären. Zur Vermeidung eines Säuglingsekzems wird stillenden Müttern empfohlen, täglich probiotischen Joghurt zu essen.

Welche Genussmittel sind erlaubt?

Nikotin: Wenn Sie in der Schwangerschaft das Rauchen aufgegeben haben, fangen Sie es bitte nicht wieder an! Säuglinge rauchender Mütter (aber auch Väter) haben ein erhöhtes Risiko für eine Vielzahl ernsthafter Erkrankungen. Wenn Sie es nicht schaffen aufzuhören oder bewusst weiter rauchen möchten, beherzigen Sie bitte folgende Regeln:

  • Mehr als fünf Zigaretten täglich sollte die Stillende unter keinen Umständen rauchen, denn je mehr Tabak sie konsumiert, desto größer sind die gesundheitlichen Risiken für das Kind.

  • nie in der Nähe des Kindes rauchen

  • vor dem Stillen eine lange Rauchpause einlegen, das reduziert die Schadstoffkonzentration der Milch.

Alkohol: Alkohol tritt in die Muttermilch über. Zehn Prozent davon gelangen in den Körper des Babys. Dort muss sich die Leber etwa doppelt so lang mit dem Alkohol herumplagen, weil die Leber eines Säuglings weniger gut entwickelt ist als die eines Erwachsenen. Außerdem wirkt sich Alkohol auf den Geschmack der Muttermilch aus und kann zu Stillproblemen führen.

Experten empfehlen daher höchstens gelegentlichen Alkoholkonsum von etwa ein bis zwei Gläsern Sekt pro Woche. Schwedische Forscher der National Food Administration in Uppsala kamen nach Auswertung einer Studie zu dem Schluss, dass der Alkoholgehalt in der Muttermilch nach etwa 60 bis 90 Minuten am höchsten ist, wenn er zum Essen getrunken wird. Daher sollten Frauen nach dem Alkoholgenuss mindestens zwei Stunden warten, bevor sie ihr Kind stillen.

Kaffee und Tee: Auf Kaffee und schwarzen oder grünen Tee muss man nicht vollständig verzichten. Allerdings geht auch das darin enthaltene Koffein in die Milch über und entfaltet dort seine anregende Wirkung. Viele Kinder reagieren darauf sehr munter und aufgedreht, andere bekommen Bauchweh oder Blähungen. Als groben Richtwert für stillende Mütter kann man maximal zwei bis drei Tassen Tee oder Kaffee empfehlen. Da jedes Baby individuell reagiert, sollte die Wirkung vorsichtig getestet werden.

Weitere Tipps für stillende Mütter

Stillende Mütter fühlen sich vor allem in den ersten Wochen oft müde und ausgemergelt. "Man muss bedenken, dass die Mütter nachts ein-, zwei- oder gar dreimal aufstehen und tagsüber – obwohl es immer empfohlen wird – auch nicht schlafen. Unter diesen Umständen würde fast jeder ein wenig matt aussehen", meint Hebammenlehrerin Ramona Busch aus Hamburg-Wandsbek. Viele Frauen haben weitere Kinder, um die sie sich zusätzlich kümmern müssen.

Eine Portion Gelassenheit und ein Nickerchen tagsüber sind die besten Maßnahmen. Außerdem braucht die Mutter Zeit für sich und sollte ihr Baby ab und zu dem Partner oder einem Babysitter überlassen. Regelmäßiges Ausgehen fördert die Ausgeglichenheit. Davon profitieren auch Kind und Partner.

Paarbeziehung und Sex in der Stillzeit

Auch gemeinsame Unternehmungen mit dem Partner, etwa ein Restaurant- oder Kinobesuch, ist jungen Müttern sehr ans Herz zu legen: Endlich dürfen sie wieder Paar sein, kreisen die Gespräche nicht um Wundpflege, Windeleinkauf und die Organisation von Waschmaschinenfüllungen.

Manche Frau mag einwenden, dass die alte Zweisamkeit ruhig einige Monate warten könne – schließlich gebe es jetzt Wichtigeres. Doch die Paarbeziehung braucht auch in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt Pflege. Eine Mitarbeiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat in Einzelgesprächen mit Vätern und Müttern festgestellt, "dass Krisen gleich im Anschluss an die Klinik fast regelhaft" vorkämen.

Gerade für den Partner ist es anfangs schwierig, den eigenen Platz zu finden. Er fühlt sich schnell aus der engen Beziehung zwischen Mutter und Kind ausgeschlossen. Vielen Frauen ist jetzt auch nicht nach sexueller Intimität. In den ersten sechs Wochen nach der Geburt sollten Paare aus medizinischen Gründen ohnehin auf Geschlechtsverkehr verzichten. Mancher Mann reagiert in dieser Situation mit Rückzug.

Eltern tun also gut daran, auch in den ersten Wochen und Monaten etwas zu unternehmen, um ihr Paargefühl am Leben zu halten. Dies ist alles andere als egoistisch, denn eine gute Beziehung der Eltern macht auch das Kind glücklich.

Haarausfall: ein Problem stillender Mütter?

Stillenden Müttern gehen nach der Geburt mitunter mehr Haare aus. Dabei handelt sich sich nach Angaben der BzGA jedoch nicht um krankhaften Haarausfall. Die Phasen des Haarzyklus verlaufen durch einschneidende Erlebnisse kurze Zeit synchron statt versetzt. Den Frauen komme es darum vor, als ob sie unter verstärktem Haarausfall litten. Über eine bestimmte Zeitspanne betrachtet verlieren sie jedoch nicht mehr Haare als normalerweise.

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