Geburt & Kaiserschnitt

Die Hausgeburt

Nur knapp ein Prozent aller Kinder in Deutschland wird zu Hause geboren. Dabei ergab eine Studie, dass eine Hausgeburt genauso sicher ist wie eine Geburt im Krankenhaus. Wenn bei Mutter und Kind aber gesundheitliche Risikofaktoren bestehen, wird von einer Hausgeburt abgeraten.

Die Hausgeburt
Eine Hausgeburt muss gut vorbereitet werden
(c) George Doyle

Die intime und entspannte Atmosphäre bei der Hausgeburt ist sicherlich nicht mit der in der Klinik zu vergleichen. Möglicherweise ist das der wesentliche Grund, warum Hausgeburten meist komplikationslos verlaufen und fast nie Schmerzmittel notwendig sind. Die werdende Mutter befindet sich in vertrauter Umgebung, in der sie sich auskennt und völlig ungehemmt sein kann. Keiner macht ihr Vorschriften, wie sie sich verhalten und wie sie ihre Wehen beatmen soll. Bei längeren Wehenpausen kann sie sich leichter ablenken und nach der Hausgeburt können die Eltern mit ihrem Kind so umgehen, wie sie es intuitiv für richtig halten.

Weitere Vorteile der Hausgeburt:

  • Auf die Klinikroutine brauchen Eltern keine Rücksicht zu nehmen.
  • Die Geschwister können an der Geburt teilnehmen.
  • Eine selbst gewählte Hebamme betreut die Kreißende während der Hausgeburt und bleibt die ganze Zeit bei ihr.
  • In der Klinik wird bei jeder zweiten Frau bei der Entbindung ein Dammschnitt gemacht. Bei Hausgeburten bekommt diesen Entlastungsschnitt gerade Mal jede zehnte Frau.
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Vorbereitung für eine Hausgeburt

  • Vier Wochen vorher gibt Ihnen Ihre Hebamme Anweisungen für die Vorbereitung des Geburtszimmers.
     
  • Die Schwangere muss mit den Vorgängen der Geburt so vertraut sein, dass sie sich zu Hause wirklich sicher fühlt. Meist ist eine Hausgeburt bei der Geburt des zweiten Kindes leichter. Ein Erfahrungsaustausch mit anderen Frauen, die ihr Kind zu Hause auf die Welt gebracht haben, kann Unsicherheiten und Ängste abbauen.
     
  • Die betreuende Hebamme sollte erfahren sein, also mindestens zwei Jahre Erfahrungen an einem geburtenstarken Krankenhaus gesammelt haben und auch schon Hausgeburten betreut haben.
     
  • Um bei einem medizinischen Notfall schnell reagieren zu können, sollte Ihr Arzt vor der Hausgeburt informiert und in greifbarer Nähe sein. Auch eine schnell erreichbare Klinik in Wohnortnähe ist wichtig.
     
  • Das Entbindungszimmer sollte leicht zu säubern sein. Nach der Hausgeburt wird es eine Menge Wäsche geben und das kann sehr belastend für die Mutter sein. Eine Hilfe im Hauhalt bis mindestens zwei Wochen nach der Geburt sollte auf jeden Fall eingeplant werden.
     
  • In den ersten zehn Tagen nach der Hausgeburt hilft Ihre Hebamme bei der Nachsorge. Trotzdem ist die Gefahr, sich in den eigenen vier Wänden zu viel zuzumuten, groß, vor allem, wenn noch ältere Kinder zu versorgen sind. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Familie die Belastungen, die auf Sie zukommen ab, und teilen Sie die notwendigen Arbeiten auf.

Mögliche Komplikationen bei der Hausgeburt

Bei einer Hausgeburt können Geburtsstillstand, Blutungen bei der Mutter oder Sauerstoffmangel beim Kind auftreten, warnen die Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und des Berufsverbandes der Frauenärzte, Professor Klaus Friese und Christian Albring. In Deutschland müsse fast jede zehnte Schwangere, die ihre Entbindung als Hausgeburt begonnen hat, während der Geburt wegen Komplikationen in ein Krankenhaus gebracht werden. In mehr als der Hälfte dieser Fälle sei dann ein Kaiserschnitt oder der Einsatz einer Saugglocke oder Zange nötig. Zu schweren Komplikationen wie Hirnschäden, Armlähmungen, Lungenproblemen oder Knochenbrüchen des Kindes kamen bei den Hausgeburten in 9,3 von 1000 Fällen vor. Nach Entbindungen in der Klinik waren es 5,3 von 1000.

Wann von einer Hausgeburt abgeraten wird

Wenn bei Mutter und Kind gesundheitliche Risikofaktoren wie beispielsweise chronische Erkrankungen und Schwangerschaftsvergiftung bestehen, wird der betreuende Arzt und die Hebamme von einer Hausgeburt jedoch dringend abraten.

In folgenden Situationen ist eine Hausgeburt nicht möglich:

  • Komplikationen während früherer Schwangerschaften
  • Zu kleines mütterliches Becken, so dass der Kindskopf nicht passieren kann
  • Beckenendlage oder Querlage des Kindes
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Drohende Frühgeburt
  • Andauern der Schwangerschaft über mehr als zehn Tage über den Entbindungstermin hinaus
  • Medizinische Probleme, die Mutter und Kind gefährden können, wie Bluthochdruck, Eisenmangel, Diabetes der Mutter, aktive Herpes-Virus-Erkrankung der Mutter, Vermehrung des Fruchtwasservolumens, vorzeitige Plazentalösung, vor dem Muttermund liegender Mutterkuchen (placenta praevia) oder Schwangerschaftsvergiftung (Eklampsie)

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Letzte Aktualisierung: 15. November 2007

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