Hyperemesis gravidarum

Erbrechen in der Schwangerschaft

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Manchmal bleibt das Erbrechen länger als zwölf Wochen.
(c) Digital Vision

Erbrechen und Übelkeit kennen viele Frauen aus der eigenen Schwangerschaft. Meistens verschwinden die Beschwerden in der achten bis zwölften Schwangerschaftswoche. Es gibt aber auch Fälle, in denen das Erbrechen krankhaft ist: Dann leidet die Schwangere an "Hyperemesis gravidarum", einer schweren Form des Schwangerschaftserbrechens.

Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft werden als Gestosen bezeichnet. Schwangerschaftserbrechen (Emesis gravidarum) ist die häufigste dieser Erkrankung: Bis zu 20 Prozent aller Schwangeren sind von der harmloseren Form betroffen. Das "unstillbare" Erbrechen ist unter dem Begriff Hyperemesis gravidarum bekannt. An ihm leiden etwa zwei bis acht Prozent aller schwangeren Frauen. Die Symptome: Die Patientin erbricht mindestens drei- bis viermal täglich und verliert dadurch mehr als fünf Kilo Gewicht. Durch das häufige Übergeben verliert die Schwangere viel Flüssigkeit und Elektrolyte, zum Beispiel Kalium und Natrium. Der Allgemeinzustand der Patientin verschlechtert sich innerhalb weniger Tage: Sie ist benommen, ihre Temperatur erhöht sich und die Haut färbt sich gelblich. Hyperemesis gravidarum erfordert oft eine Behandlung im Krankenhaus.

Hyperemesis gravidarum: Sind Bakterien die Verursacher?

In einer Studie konnte der Wiener Gynäkologe Peter Frigo nachweisen, dass sich im Blut von über 90 Prozent der von Hyperemesis betroffenen Frauen Antikörper gegen das Bakterium Helicobacter pylori gebildet hatten. In der Kontrollgruppe fand der Wissenschaftler nur bei gut 46 Prozent Antikörper gegen das Bakterium. Seine Schlussfolgerung: Eine Infektion mit Helicobacter pylori kann Hyperemesis gravidarum verursachen.

Schwangerschaftserbrechen gezielt behandeln

Um Hyperemesis gravidarum zu bekämpfen, schlägt Frigo eine Behandlung mit Antibiotika vor. Am besten sollte schon vor einer Schwangerschaft ein Antikörpertest gemacht werden, um gegen das Bakterium anzukämpfen. Dem widerspricht Manfred Steiner, zukünftiger Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte. Er ist skeptisch hinsichtlich einer Antibiotikabehandlung. "In Deutschland sind viele schwangere Frauen an einer möglichst schonenden Behandlung interessiert, die meisten Frauen würden Antibiotika gar nicht nehmen", weiß Steiner aus seiner Praxis. Abgesehen davon seien längst nicht alle Antibiotika in der Schwangerschaft geeignet.

Außerdem seien die bisher angewendeten Medikamenten erfolgreich bei der Bekämpfung von Hyperemesis gravidarum, erläutert Steiner. Sie verminderten den Brechreiz und führten Elektrolyte zu. Auch eine vorbeugende Behandlung hält der Frauenarzt in Deutschland für nicht umsetzbar. Da nur wenige unter dieser schweren Form des Schwangerschaftserbrechens leiden, würden sich kaum alle Frauen vorbeugend behandeln lassen, meint Steiner. Eine Behandlung mit Antibiotika könne er sich allerdings vorstellen, wenn nichts anderes mehr helfe. Die aber sei immer vom Einzelfall abhängig, sagt Steiner.

Ob mit oder ohne Antibiotika: Schwangere Frauen, die sich mehrmals am Tag erbrechen und bis zu fünf Kilogramm abnehmen, sollten sich auf jeden Fall vom Arzt behandeln lassen, um zu schauen, ob eine Hyperemesis gravidarum vorliegt. Der geschwächte Körper und hohe Flüssigkeitsverlust kann für Mutter und Kind gefährlich werden.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 24. Juli 2007
Durch: Andreas Gill / Lifeline

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