Schwangerschaft

Sport in der Schwangerschaft

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Sport in der Schwangerschaft ist durchaus förderlich
Getty Images/iStockphoto

Sport bekommt werdenden Müttern ausgesprochen gut. Wichtig ist jedoch, dass die Frauen den Grad der Belastung ihrem Befinden anpassen.

Grundsätzlich sind die meisten Sportarten auch während der Schwangerschaft zu empfehlen, solange das Training mit der gebotenen Vorsicht und ohne übertriebenem Ehrgeiz erfolgt. Den richtigen Sport in der Schwangerschaft zu finden, ist dabei gar nicht so schwer.

Gelenke schonen beim Sport

Ideal für Schwangere sind gelenkschonende Sportarten wie beispielsweise Walken, Nordic Walking oder Radfahren an der frischen Luft. Sportarten im Wasser, wie beispielsweise Aquafitness, Auqajogging oder Aquaspinning sind ganz besonders zu empfehlen. Denn deren positive Effekte konnten in Studien nachgewiesen werden: eine verringerte Wassereinlagerung (Ödeme) in den Beinen und die Möglichkeit, sich anzustrengen ohne das Baby zu belasten (Immersionseffekt).

Prinzipiell zu bevorzugen sind Bewegungsabläufe, die kein besonderes Maß an Gleichgewichtssinn erfordern. Denn es gilt zu bedenken, dass der zunehmend dicker werdende Bauch den Schwerpunkt des Körpers verlagert und somit das Koordinationsvermögen empfindlich stören kann. Außerdem sind durch hormonelle Veränderungen die Bänder von Schwangeren lockerer, wodurch die Verletzungsgefahr zunimmt.

Sprints und Sit-ups möglichst meiden

Aktivitäten mit hohem Sturzrisiko sind deshalb zu vermeiden, etwa alpines Skifahren oder Reiten. Aber auch Sportarten wie Fuß-, Basket- oder Volleyball, bei denen es häufig zu Zusammenstößen mit Gegnern oder Mitspielern kommt, sind nicht unbedingt zu empfehlen. Abzuraten ist auch von Sportarten, die Hüpfen, Springen oder Sprints erfordern, sowie von Bewegungen, die Druck auf den Bauch verursachen. Etwa Kniebeugen oder Sit-ups sind für Schwangere deshalb tabu. Besser im Liegestuhl ruhen als auf dem Tennisplatz schwitzen sollten werdende Mütter jedoch auch an heißen Tagen mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Geeignete Sporarten auf einem Blick

Welcher Sport sich besonders in der Schwangerschaft empfiehlt und welche Bewegungsdisziplinen Schwangere nur mit Vorsicht oder gar nicht ausüben sollten, listet die nachfolgende Tabelle auf.

Beachten Sie bitte, dass Sport in der Schwangerschaft nicht die Schwangerschaftsgymnastik ersetzen kann. Dort lernen Schwangere spezielle Atemtechniken und erhalten eine gezielte Vorbereitung auf die Geburt.

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Geeignete Sportarten für Schwangere

 

Bei bestehende Erkrankungen zunächst mit dem Arzt sprechen

Doch es gibt durchaus auch Gründe, um körperliche Anstrengungen während der Schwangerschaft zu meiden. Bestimmte Erkrankungen schränken die Sportfähigkeit ein. Zu ihnen zählen:

  • Bluthochdruck
  • Asthma
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Zuckerkrankheit (Diabetes)
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Unter- oder Übergewicht
  • Infektionen (auch, wenn sie seit kurzer Zeit ausgestanden sind)

Falls Sie von einer dieser Krankheiten betroffen sind, ist eine Beratung und Einschätzung durch den behandelnden Arzt vor dem Trainingsbeginn unbedingt erforderlich. Das gilt auch für Schwangere, bei denen Komplikationen drohen - etwa Blutungen, ein Absenken der Plazenta, vorzeitige Wehen, Abgänge oder Frühgeburten - beziehungsweise solche Komplikationen schon einmal aufgetreten sind.

Frauen, die in der Vergangenheit bereits eine Fehlgeburt hatten oder bei denen sich mehr als ein Kind im Mutterleib entwickelt (so genannte. Mehrlingsschwangerschaften), sollten generell keinen Sport ohne Rücksprache mit einem Gynäkologen ausüben.

Treten folgende Symptome während des Sports auf, empfiehlt es sich, die körperliche Aktivität sofort zu beenden:

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Auch in der Schwangerschaft gilt: Erst aufwärmen, dann trainieren.
Getty Images/BananaStock RF

Tipps für schwangere Sportlerinnen

  • Vor dem Training sollten Sie sich fünf Minuten aufwärmen, fünf Minuten Dehnübungen machen und sich mindestens 15 Minuten Zeit gönnen, um Herz und Kreislauf auf die Belastung einzustimmen.
  • Kontrollieren Sie die Pulsfrequenz während Belastungsspitzen. Die tolerierbare Grenze liegt bei 140 Schlägen pro Minute.
  • Tragen Sie bequeme Kleidung, einen stark stützenden Büstenhalter und für die jeweilige Sportart auch adäquates Schuhwerk.
  • Trinken Sie Wasser vor, während und nach der Trainingseinheit.
  • Wenn Sie Übungen am Boden sitzend oder liegend durchführen, sollten Sie nur langsam aufstehen, um Schwindelattacken zu vermeiden.
  • Verausgaben Sie sich nicht zu übermäßig! Sie sollten während der Aktivität noch genug Puste haben, um sich normal zu unterhalten.
  • Unterbrechen Sie das Training und suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn sich Symptome wie (Unterleibs)Schmerzen, vaginale Blutungen beziehungsweise Ausfluss, Frösteln, Herzklopfen, Kurzatmigkeit, geschwollene Gelenke oder Lidödeme bemerkbar machen.
  • Nach der Entbindung sollten Sie auf jeden Fall eine intensive Rückbildung machen. Melden Sie sich bei einer Hebamme oder einem Trainingsinstitut an. In der Regel ist der Beckenboden erst nach sechs bis neun Monaten wieder voll belastbar. Deshalb ist zunächst Beckenboden-schonender Sport zu empfehlen.

Autor: Jessica Schmid / Redaktion Lifeline
Letzte Aktualisierung: 17. August 2009
Durch: rs
Quellen: Online-Informationen des Psychologischen Instituts (Abt. für Gesundheit & Sozialmedizin) der Deutschen Sporthochschule Köln: www.sportundschwangerschaft.de. (Stand: September 2010) Online-Informationen des Berufsverband der Frauenärzte e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: http://www.frauenaerzte-im-netz.de (Stand: Juni 2008) Lange-Ernst, M.-E.: Fit auch mit Bauch - Sport und Bewegung in der Schwangerschaft. Pressemitteilung des Berufsverband der Frauenärzte e.V. (16.08.2006)

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