Geburtsvorbereitung

Wann ist die Entbindung in einer Spezialklinik angezeigt?

Bestimmte Gegebenheiten erhöhen das Risiko für Geburtskomplikationen, dies muss auch bei der Auswahl der Klinik berücksichtigt werden.

Nicht immer kann eine normale Geburt erwartet werden. Manchmal macht es die eigene Krankengeschichte oder der Schwangerschaftsverlauf notwendig, dass zur Geburt eine spezialisierte, geburtshilfliche Klinik, ein so genanntes Perinatalzentrum, aufgesucht wird. Schwerwiegende Herz-, Nieren- oder Lungenerkrankungen beispielsweise erfordern einen technischen und personellen Aufwand, der nicht von allen Kliniken geleistet werden kann.

Zudem spielt die Reife des Kindes zum Zeitpunkt der Geburt bei der „Klinikentscheidung eine wichtige Rolle. Kinder, die vor der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche (SSW) geboren werden, gelten als Frühgeborene und bedürfen der speziellen Überwachung während und nach der Entbindung. Je unreifer ein Kind ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Behandlung in einer spezialisierten Klinik für Neugeborene (neonatologische Abteilung) erfolgen muss.

Unter anderem folgende besondere Befunde machen die Entbindung in einem Perinatalzentrum notwendig:

  • Eine drohende Frühgeburt vor vollendeter 36. SSW
  • Eine Zwillingsgeburt vor vollendeter 34. SSW
  • Eine höhergradige Mehrlingsgeburt (Drillinge usw.)
  • Eine Infektion in der Gebärmutter (intrauterine Infektion) oder die Rhesusfaktorkrankheit (Morbus hämolyticus fetalis)
  • Schwere Wachstumsverzögerungen oder Fehlbildungen beim Ungeborenen aufgrund von Mangelversorgung
  • Schwere schwangerschaftsbedingte oder chronische Erkrankungen der Mutter
  • Chronische Infektionen
  • Insulinbedürftiger Diabetes
  • Drogenabhängigkeit

Die Geburt eines unreifen Kindes stellt meist spezielle Anforderungen an die Ärzte und das gesamte Geburtshelferteam. Auch dies ist ein Grund dafür, dass unreife Kinder in einer Geburtsklinik mit großer Erfahrung in der Versorgung und Betreuung von Frühgeborenen zur Welt kommen sollten.

Autor: PD Dr. Andreas Luttkus
Letzte Aktualisierung: 30. April 2008

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