Schlafstörungen

Regeln helfen dem Baby beim Durchschlafen

Schlafstörungen bei Babys können für Eltern zu einem Alptraum werden. Natürlich ist es normal, wenn Babys anfangs nicht durchschlafen. Aber wachen die Kleinen nachts immer wieder schreiend auf, wird die fehlende Erholung zu einer Belastungsprobe für die ganze Familie. Mit einigen Regeln können Babys jedoch zu einem gesunden Schlafrhythmus finden.

Jeden Abend das gleiche Spiel: Stundenlang hockt die Mutter neben dem Bettchen, bis das neun Monate alte Baby endlich eingeschlafen ist. An durchschlafen ist jedoch nicht zu denken. Kaum hat sie das Kinderzimmer verlassen, ist die Kleine auch schon wieder aufgewacht. Erst die Nähe und Liebkosungen der Mutter lassen das Kind wieder zur Ruhe kommen. Unzählige Male wiederholt sich dieses Prozedere in der Nacht. Und selbst der Nachmittagsschlaf am nächsten Tag findet nur noch bruchstückhaft statt. Am Ende liegen die Nerven blank.

Dieser Teufelskreis lässt sich nach Meinung von Experten der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in Marburg nur durch die Einhaltung von Regeln durchbrechen. Wichtig sei, dass Eltern die Schlafstörungen ihrer Kinder möglichst frühzeitig erkennen und gegensteuern. Denn schon ab dem sechsten Lebensmonat kann ein Baby das Durchschlafen lernen – mindestens neun Stunden ohne Unterbrechung –,  sind die Forscher überzeugt.

Schaukeln, Füttern und Umherfahren sind keine Lösungen

Wichtig ist vor allen Dingen die Einhaltung fester Schlafenszeiten. Rituale können dem Baby beim Durchschlafen helfen. Sie machen es leichter, sich für die Nacht von ihren Eltern zu trennen und die richtige Entspannung zu finden. Väter und Mütter sollten aber darauf achten, dass sich die Babys nicht an Hilfestellungen gewöhnen. Die Kleinen müssen auch von alleine ein- und durchschlafen können. Eltern sollten es deshalb vermeiden, das Baby durch Füttern, Schaukeln oder im-Arm-Halten zum Einschlafen zu bewegen. Besser ist es, wenn Babys lernen, Ruhephasen mit Dingen wie Plüschtieren oder Lieblingsdecken zu assoziieren, die immer in ihrer Nähe sind. Eine falsche Einschlafhilfe kann auch das stundenlange Umherfahren mit dem Auto oder Kinderwagen sein. Denn die Kleinen gewöhnen sich daran, nur durch Bewegung einzuschlummern.

Durchschlafen: Das Baby nicht immer gleich aus dem Bett holen

Grundsätzlich müssen auch Eltern nach Ansicht der Experten lernen, standhaft gegenüber ihren dem Baby zu sein und Grenzen zu zeigen – dann klappt es auch irgendwann mit dem Durchschlafen. Dazu gehört vor allen Dingen, das aufgewachte Baby nicht regelmäßig beim ersten Schrei auf den Arm zu nehmen und zu trösten. Je älter die Kinder werden, desto wichtiger sei es, dass sie ohne die Anwesenheit der Eltern zu einem gesunden Schlaf finden. Lassen sich die Probleme langfristig nicht lösen, sollte ein Hausarzt zu Rate gezogen werden.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 09. April 2002

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