Pflege-Tipps

So helfen Sie Angehörigen mit Blasenschwäche

So helfen Sie Angehörigen mit Blasenschwäche
Der Toilettengang zu festen Uhrzeiten kann helfen, Einnässen zu verhindern.
Getty Images/iStockphoto

Angehörige, die ein Familienmitglied mit Blasenschwäche pflegen, stehen vor körperlichen und psychischen Belastungen. Verschiedene Maßnahmen können helfen, die Blasenschwäche in den Griff zu bekommen und die Pflege zu erleichtern.

Menschen mit Blasenschwäche oder Harninkontinenz, so der medizinische Fachausdruck, schämen sich oft für ihr Leiden. Deshalb ist es wichtig, auf die psychische Situation des Betroffenen einzugehen und Verständnis zu zeigen. Reden Sie mit Ihrem Angehörigen möglichst offen über seine Probleme, seine Ängste. Dies bringt die Situation auf eine sachliche Ebene und hilft meist dem Pflegenden und dem Betroffenen, damit umzugehen.

Blasenschwäche ist kein Schicksal

Blasenschwäche sollte nicht als unvermeidliches Altersschicksal hingenommen, sondern muss als Symptom einer Störung oder Erkrankung abgeklärt werden. Nur so kann Blasenschwäche möglichst erfolgreich behandelt werden. Die Ursachen sind sehr verschieden und entsprechend unterschiedliche Therapieoptionen gibt es.

Üben, üben: Kontinenztraining

Beim Kontinenztraining fordern Sie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen auf, regelmäßig Wasser zu lassen, und zwar auch dann, wenn er kein Bedürfnis verspürt. Dabei sollte der erste Toilettengang des Tages gleich morgens nach dem Aufwachen erfolgen – ganz egal, ob eine Toilette, ein Toilettenstuhl, eine Urinflasche oder ein Steckbecken benutzt werden. Den zweiten Toilettengang regen Sie eine halbe Stunde nach dem Frühstück an. Im weiteren Tagesverlauf stehen alle zwei bis drei Stunden Toilettengänge auf dem Trainingsplan. Halten Sie den Trainingsplan konsequent ein!

Nach einigen Wochen hat sich der Pflegebedürftige meist daran gewöhnt, zu diesen festen Zeiten Wasser zu lassen und das Einnässen ist überwunden. In der Folgezeit kann der Zeitplan gelockert werden. Beginnen Sie immer zehn Minuten später mit dem Harninkontinenz-Training. In der nächsten Woche wieder zehn Minuten später. Ziel ist es, ein drei- bis vierstündiges Zeitintervall zu erreichen. Wichtig: Ermuntern Sie Ihr Familienmitglied und zeigen Sie Verständnis dafür, wenn es einmal nicht geklappt hat. Schimpfen Sie nicht, denn das verunsichert den Kranken.

Miktionskalender führen

In einem Miktionskalender notieren Sie die Entleerungszeiten der Blase und messen die Urinmengen und die Trinkzeiten und -mengen. So stellen Sie fest, wann in der Regel eine Blasenentleerung erfolgt. Sie können nun Ihr Familienmitglied anhalten, die Blase vor diesen Zeiten zu entleeren. Auf diese Art kann es gelingen, das Einnässen zu verhindern. Kann Ihr Angehöriger aufstehen, sollten Sie ihn entsprechend zur Toilette geleiten. Ist er bettlägerig, reichen Sie eine Urinflasche oder ein Steckbecken. Sie ersparen Ihrem Familienmitglied das Schamgefühl, eingenässt zu haben und Sie brauchen keine Kleidung und Bettwäsche zu wechseln.

Saugfähige Einlagen

Wenn diese Maßnahmen bei Blasenschwäche nicht das gewünschte Ergebnis bringen, können saugfähige Einlagen, Inkontinenzslips, Kondomurinale, Katheter und andere Hilfsmittel benutzt werden. Von Ihrem Arzt, dem ambulanten Pflegedienst, in Apotheken und im Sanitätsfachhandel werden Sie individuell und kompetent beraten.

Selbsthilfegruppen bei Blasenschwäche

Sinnvoll kann es sein, sich mit anderen Betroffenen über die Blasenschwäche auszutauschen. Die Gesellschaft für Inkontinenzhilfe kann Ihnen die Adressen von Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe mitteilen.

Die besten Helfer bei Blasenentzündung
1 von 11
  • 100547192.jpg
    Das oberste Gebot: trinken, trinken, trinken

    Das Wichtigste bei einer Blasenentzündung ist das sorgfältige Ausspülen der Keime. Da hilft nur viel trinken. Zwei bis drei Liter Wasser oder ungesüßter Tee am Tag dürfen es schon sein. Und auch wenn es schwerfällt: Man sollte die Blase erst dann entleeren, wenn sie voll ist. Dann werden die Harnwege am effektivsten gereinigt.

    (c) Getty Images/Hemera

  • 135320389.jpg
    Meerrettich hilft gegen Schmerzen

    Meerrettich wird schon seit Jahrhunderten gegen verschiedenste Krankheiten eingesetzt. Seine antibakterielle Wirkung kommt uns auch zugute, wenn die Harnwege betroffen sind. Täglich ein Teelöffel geriebener Meerrettich hilft bei akuten Schmerzen, aber auch vorbeugend. Wem das zu scharf ist, der kann aus der Wurzel auch einen Sud zubereiten und täglich einige Löffel davon trinken. Integriert man das Würzmittel langfristig in seinen Speiseplan, kann man auf natürliche Weise bakterielle Erkrankungen vermeiden. Gehen die Schmerzen nach ein bis zwei Tagen nicht zurück, sollte dennoch unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

    (c) Getty Images/iStockphoto

  • 126504061.jpg
    Sellerie zur Entwässerung

    Sellerie enthält viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Dank seines hohen Kaliumgehalts fördern die Stängel die Entwässerung und wirken dadurch reinigend. Das Gemüse kann entweder roh verzehrt oder in der Maschine zu einem Saft gepresst werden. Hilft auch vorbeugend gegen das Wachstum von Bakterien.

    (c) Getty Images/Zoonar RF

  • MD002020.jpg
    Keimtötendes Sitzbad mit Teebaum

    Teebaum ist ein wahrer Alleskönner unter den Heilpflanzen. Meistens wird das ätherische Öl des Strauches verwendet, das sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden kann und vor allem bei Entzündungen den Schmerz lindert. Bei Harnwegserkrankungen wirkt ein lauwarmes Sitzbad, das mit ein bis zwei Tropfen Teebaumöl angereichert ist, keimtötend. Anschließend gut abtrocknen und am besten in einen warmen Bademantel kuscheln.

    (c) Spike Mafford

  • 113495363.jpg
    Mit der Kraft der Kamille

    Es gibt wohl fast kein Kraut, das so vielseitig einsetzbar ist wie die Kamille. Auch Entzündungen der Harnorgane können durch die Blüten gelindert werden. Dreimal täglich eine Tasse Kamillentee wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und fördert die Harnproduktion. So werden die Bakterien hinausgeschwemmt. Krampflösend kann auch ein warmes Sitzdampfbad mit Kamillenblüten sein.

    (c) Getty Images/iStockphoto

  • 153500259.jpg
    Zwiebel stärkt die Blase

    Innerlich stärkt sie das Immunsystem und wirkt antibakteriell. Doch auch äußerlich angewendet entfaltet sie ihre entzündungshemmende Wirkung. Warme Zwiebelwickel, wie wir sie von Mittelohrentzündungen kennen, helfen auch im Blasenbereich. In kleine Stücke geschnitten kurz andünsten und in ein Leinensäckchen oder zwischen zwei Tücher geben. Auf den Bauch legen und mit einem Wolltuch zudecken.

    (c) Getty Images/iStockphoto

  • 92281427.jpg
    Propolis - das natürliche Medikament

    Propolis ist eine harzartige Masse, die von Bienen produziert wird, um Krankheiten aus ihrem Stock fernzuhalten. Eingenommen wird es meist als Tinktur, pur oder auf einem Stück Würfelzucker. Die Fläschchen gibt es in der Apotheke. Fünf Tropfen mehrmals am Tag sind eine natürliche antibakterielle Alternative zu verschreibungspflichtigen Medikamenten.

    (c) Thinkstock

  • Fuß_Bad_getty_96655691.jpg
    Aufsteigende Fußbäder

    Bei einer Blasenentzündung braucht der Körper vor allem eines: Wärme. Ein ansteigendes Fußbad hilft beim Entkrampfen. Dafür die Füße in eine Schüssel mit heißem Wasser stellen (circa 35 Grad). Nach und nach vorsichtig heißeres Wasser zugeben. Nach 15 Minuten abtrocknen.

    (c) iStockphoto

  • 137584926.jpg
    Holunder, das Vitamin-C-Wunder

    Reich an Vitamin C sind die schwarzen Holunderbeeren, die einen leckeren Saft ergeben. Einfach reichlich Beeren in einem Topf mit wenig Wasser einkochen und die Masse kräftig durch ein Tuch drücken. Einige Esslöffel täglich (unverdünnt) wirken harntreibend und entzündungshemmend und unterstützen so den Heilungsprozess. Achtung: Rohe Holunderbeeren können Übelkeit und Bauchkrämpfe verursachen!

    (c) Getty Images/iStockphoto

  • 142336781.jpg
    Brunnenkresse-Tee reinigt

    Brunnenkresse wirkt harntreibend und zugleich antibakteriell. Aufgebrüht mit heißem Wasser ergibt das frische Wildkraut einen wohltuenden Heiltee (zehn Minuten ziehen lassen), der die Blase von Bakterien reinigt. Während einer Schwangerschaft sollte man allerdings auf Brunnenkresse verzichten, da sie die Wehen vorantreiben kann.

    (c) Getty Images/iStockphoto

  • Neues Bild.jpg
    Die aktuelle "LandApotheke" mit 'Überlieferten Rezepten' und und und...

    Diese und viele weitere hilfreiche Hausmittel, Gutes aus der Natur-Apotheke und Tipps von Experten finden Sie in der aktuellen Ausgabe der LandApotheke (seit 17.10.2012 im Handel erhältlich). Plus: Wandtafel mit den Heilpflanzen im Winter.

    (c) LandApotheke

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 24. September 2009
Durch: Ruth Sharp / Lifeline

Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Neueste Fragen aus der Community
Neueste Artikel

Zum Seitenanfang