Antrag und Widerspruch

Für Schwerbehindertenausweis zum Versorgungsamt

Frau schreibt in Tagebuch
Dass Sie einen Antrag stellen möchten, können Sie dem Versorgungsamt formlos mitteilen.
(c) Stockbyte

Der Antrag für einen Schwerbehindertenausweis wird beim zuständigen Versorgungsamt gestellt.

Der Antrag für einen Schwerbehindertenausweis wird beim zuständigen Versorgungsamt gestellt. In einigen Bundesämtern sind auch die Landesämter für Gesundheit und Soziales oder die Landratsämter zuständig.

Antragsstellung

Es genügt zunächst ein formloses Schreiben, in dem der Wunsch der Antragstellung geäußert wird, oder ein Anruf. Das zuständige Versorgungsamt ist z.B. über folgenden Internetseite zu finden: www.versorgungsaemter.de. Bei vielen Ämtern kann der Antrag auch online heruntergeladen werden.

Das Versorgungsamt sendet ein Antragsformular zu, welches sorgfältig ausgefüllt werden sollte. Im Antrag müssen u.a. alle mit der Behandlung betrauten Ärzte genannt und von ihrer Schweigepflicht gegenüber dem Amt entbunden werden. Besonders wichtig ist es, die Nachteile aufzuführen, die dem Antragsteller durch seine Erkrankung im Alltag entstehen. Dazu gehören Probleme bei so alltäglichen Dinge wie Körperpflege, Ankleiden, Nahrungszubereitung, Haushaltsführung und Fortbewegung.

Alle Probleme sollten ausführlich geschildert werden, notfalls auch auf beigefügten Zusatzblättern. Dies dient dazu, dass der Sachbearbeiter sich ein möglichst umfassendes Bild der Situation des Antragstellers machen kann. Nach einigen Wochen (es kann vereinzelt auch bis zu sechs Monate dauern) sendet das Versorgungsamt den Bescheid zu, bei festgestellter Schwerbehinderung (Grad der Behinderung GdB von mind. 50) zusammen mit dem Schwerbehindertenausweis. Die Dauer dessen Gültigkeit beträgt in der Regel fünf Jahre, kann im Einzelfall aber auch unbefristet sein.

Widerspruchsmöglichkeit

Wird der Antrag vom Versorgungsamt abgelehnt oder fällt der zuerkannte GdB nach Meinung des Antragstellers zu gering aus, kann innerhalb von vier Wochen Widerspruch eingelegt werden. Hierbei ist die angefochtene Entscheidung mit Datum und Aktenzeichen zu benennen und eine Begründung zum Widerspruch anzugeben.

Der Widerspruch kann mit ärztlichen Attesten untermauert werden, die ggf. auch nachgereicht werden können, um zunächst die Frist des Widerspruchs zu wahren. Das zuständige Amt überprüft daraufhin die Entscheidung des Versorgungsamtes und erteilt einen erneuten Bescheid.

Verschlechtert sich der Gesundheitszustand dauerhaft, kann beim Versorgungsamt jederzeit ein Verschlimmerungsantrag gestellt werde, so dass der GdB der Krankheitsdynamik angepasst bleibt.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 05. Januar 2009
Quellen: [1] www.integrationsaemter.de [2] Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & CO KG, SGBIX, 2004

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