Haltung bewahren

Lassen Sie sich nicht hängen!

Sie sitzen an einem schönen sonnigen Tag im Café und beobachten Ihre Mitmenschen. Da fällt Ihnen eine Frau in den besten Jahren auf: Durchschnittsfigur - aber irgendwie auffällig. Bei genauerer Betrachtung stellen Sie fest, das es irgendwie an ihrer Ausstrahlung liegen könnte. Sie wirkt präsent, ganz im Hier und Jetzt, aufrecht, ist mal ernst und mal lacht sie, wirkt konzentriert und unverkrampft, die Augen sind strahlend und klar. Ihre Bewegungen sind das Gegenteil von abgehackt, eher fließend und organisch. Dabei wirkt sie nicht übertrieben.

Einseitig - bis zur Überspannung

Nun fragen Sie sich, woran das liegen mag. Sie selbst gehen nachdenklich nach Hause, setzen sich vor Ihren Computer, sitzen ein paar Stunden dort und spüren, wie Ihre Schultern nach vorne sacken, die Atmung immer flacher wird und langsam Spannung vom Nacken bis zu den Schläfen hochkriecht. Den Bildschirm nehmen Sie auch nur noch verschwommen wahr. Beim Aufstehen spüren Sie zudem, dass Ihre Wirbelsäule alles andere als biegsam reagiert.

Irgendwie muss sich im Laufe Ihres Erwachsenenlebens etwas verändert haben. Der Körper reagiert nicht mehr flexibel und situationsangemessen, mal mit mehr Muskelspannung, mal weniger. Auch der Sport im Fitnessstudio ändert nichts an dem wiederkehrenden Überspannungsgefühl in Ihren Muskeln. Der Körper fühlt sich immer noch irgendwie verzogen an - wie ein altes, windschiefes Haus.

Schaut man sich Kinder an, z.B. auf welche Art und Weise sie aufstehen, sieht das in Erwachsenenaugen zwar kompliziert aus - aber die Bewegung wirkt spielend und kinderleicht. Eine unverkrampfte Bewegung hat das richtige Maß an notwendigem Energieaufwand - nicht zu viel und nicht zu wenig. Anspannung und Entspannung sind exakt dosiert eingesetzt. Machen Sie auf diese Art und Weise eine alltägliche Bewegung, ist sie mühelos. Sie ermüdet nicht und der Atem fließt situationsangemessen.

Der moderne Arbeitsprozess ermöglicht kaum eine fließende Bewegungsgestaltung. Einseitige Tätigkeit en überlasten Muskelgruppen, die schließlich bis zur Überspannung gereizt sind. Andere Muskeln verkümmern kläglich. Auch ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze, bieten keinen Ersatz für die täglich notwendige ausgewogene Bewegung. Sie ist deshalb notwendig, weil wir offensichtlich die Fähigkeit zu effizienter, organisch fließender Bewegung verlieren. Die Bewegungsfantasie verkümmert, wir rosten ein! Und schließlich macht sich das am gesamten Habitus bemerkbar - so wie bei der Frau, die wir morgens vor dem Café sahen, nur mit umgekehrten Vorzeichen.

Autor: Springer Medizin
Veröffentlicht am: 12. März 2009
Letzte Aktualisierung: 23. November 2011

Und noch mehr ...

Jeder Fünfte leidet am Herbst-Blues

Jeder Fünfte leidet am Herbst-Blues

Herbstzeit bedeutet graues Wetter, Regen und ein Leben in geschlossenen Räumen. Das führt laut einer... mehr...

Was ist richtiges Risikoverhalten?

Was ist richtiges Risikoverhalten?

Ohne gewisse Risiken wäre unser Leben eintönig und fad. Zuviel Risiko kann jedoch schädlich und... mehr...

Schreiben Sie einen Kommentar Bitte melden Sie sich an, um den Artikel zu kommentieren.

Sie sind noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren ...

Life Balance

Expertenrat Life-Balance

Sie haben eine Frage zum Thema Life-Balance? Dann nutzen Sie den Expertenrat - anonym und kostenlos.

Zum Expertenrat
Lifeline: Die neuesten Nachrichten
Unsere Videos

Die Kraft der Gefühle

  • Kaufsucht

  • Kranke Seele

  • Uhrmedizin

Zum Seitenanfang