Gift in wetterfesten Textilien

Tipps für schadstofffreie Kleidung

Tipps für schadstofffreie Outdoor-Kleidung
Funktionelle Outdoor-Kleidung ist oft ein Gesundheitsproblem.
(c) digital vision

Gefährliche Chemikalien in wetterfesten Jacken und Hosen belasten die Leber, sind krebserregend und schaden dem Erbgut. Wie lässt sich das vermeiden? Lifeline fragte eine Expertin.

Sie sollen Outdoor-Vergnügen für Groß und Klein bei jedem Wetter ermöglichen, assoziieren Fitness und Sportlichkeit. Doch wetterfeste Jacken und Hosen könnten der Gesundheit schaden. Diese Meldung, herausgegeben von Greenpeace, verunsichert Verbraucher. Die Umweltschutzorganisation hatte von zwei unabhängigen Laboren 14 Regenjacken und -hosen namhafter Hersteller untersuchen lassen auf per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC), Weichmacher und Tenside. Dabei wurden einige dieser Schadstoffe  entdeckt, die vor allem bei der Produktion und beim Waschen in die Umwelt geraten und damit auch in die Nahrungskette. Erst kürzlich hatte ein weiterer Test von Greenpeace auch in den Textilien von Modemarken wie Zara, Benetton und Tommy Hilfiger krebserregende oder hormonell wirksame Chemikalien gefunden.

Der giftige Stoff ist in Wasser, Boden und Luft

„PFC wie die Perfluoroktansäure (PFOA) reichern sich in der Umwelt, in der Nahrung und im Trinkwasser an und wirken sich daher auch auf die menschliche Gesundheit aus. PFOA können krebserregend und reproduktionstoxisch wirken“, warnt Greenpeace. Schon seit Jahren warnen Mediziner, Umwelt- und Tierschützer davor, dass diese Stoffe bereist allgegenwärtig sind: im Trinkwasser, in der Atemluft, im Boden. Deshalb sind Tiere und Menschen ebenfalls damit belastet. PFCs bauen sich nur extrem langsam ab. Sie sammeln sich über Jahre hinweg in Organen wie der Leber, aber auch in Geweben, die für die Fortpflanzung wichtig sind. Dort wirken sie giftig. Außerdem stehen sie im Verdacht, krebserregend zu sein.

Gesundheitlich unbedenkliche Outdoor-Kleidung

Allerdings gibt es Möglichkeiten, diese Risiken zu umgehen oder wenigstens möglichst klein zu halten. Folgende Tipps helfen Ihnen dabei:

Achten Sie bereits beim Kauf von Outdoor-Kleidung auf die verwendeten Textilien und Beschichtungen. Lesen Sie dafür die Angaben auf dem Waschzettel genau. Vor allem die Membran, also der Unterstoff, sollte PFC-frei sein. „Textilien mit Membranen aus Polyester, etwa Sympatex und Polyurethan sind empfehlenswert“, rät Christiane Huxdorff, Chemieexpertin von Greenpeace zu Lifeline.

Darüber hinaus sollte die Beschichtung des Kleidungsstücks ebenfalls ohne PFC und Fluor auskommen. „Alternativen sind Wachs, Parafine und wieder Polyurethan“, erklärt die Expertin. Sie empfiehlt auch die Beschichtung Bionic Finish Eco.  Dabei handelt es sich um eine der Natur nachempfundene Faserummantelung auf biologischer, kristalliner Basis. „Entsprechende Outdoor-Kleidung für Erwachsene und Kinder bieten bereits einige große Handelsketten“, sagt Christiane Huxdorff.

 

Autor: Lifeline / Monika Preuk
Letzte Aktualisierung: 30. Oktober 2012

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